Harsewinkel
Andreas Hanhart geht für FDP ins Rennen

Harsewinkel (jau) - Die Harsewinkeler FDP hat am Montagabend einen kommunalpolitischen Kracher verkündet: Andreas Hanhart (46) , bekannt etwa als Teil der Formation „Die Landeier“, wird für die Liberalen bei der Kommunalwahl im September als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen.

Montag, 18.05.2020, 19:15 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 19:31 Uhr
Harsewinkel: Andreas Hanhart geht für FDP ins Rennen

Er wird damit gegen die Amtsinhaberin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) und Pamela Westmeyer (CDU) antreten. Der Wahlkampf verspricht, spannend zu werden. Zumal die FDP auch alle 16 Wahlbezirke besetzen wird.

„Ja, ich traue mir das Bürgermeisteramt zu“ 

„Ja, ich traue mir das Bürgermeisteramt zu“, sagte der Harsewinkeler am Montagabend während seiner Nominierung selbstbewusst. Und diese Nachricht, die am Abend auch per Live-Stream ins Internet übertragen wurde, schlug in der Mähdrescherstadt ein, wie eine Bombe.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil Hanhart in der Stadt und über die Grenzen hinaus bekannt ist wie ein bunter Hund – als Event-Manager (Ems-Event) sowie als Musiker der aufgelösten Band „Die Landeier“ und aktuell der Formationen „Andreas Der Berg“ und „Rockbusters“.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

 „Ich habe lange darüber nachgedacht. Aber Bürgermeister kann jeder werden. Und ich bin einer aus der Mitte. Einer, der weiß, wie Harsewinkel tickt. Parteiintern habe ich viel Zuspruch bekommen“, freut sich Hanhart. Der Politik-Neuling trat im Sommer 2019 in die FDP ein. Er war es auch, der die Liberalen vor Ort gemeinsam mit dem Vorsitzenden Wolfgang Schwake und dem Kreisvorsitzenden Patrick Büker wiederbelebt hat.

Und jetzt wagt er den Schritt, als Bürgermeisterkandidat für die Liberalen anzutreten. Sicherlich sei das gewagt. „Klar gehört Mut dazu. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir drücken gewaltig auf die Tube“, kündigt der 46-Jährige an.

Eine Start-up-Szene für Harsewinkel?

Der Musiker und gelernte Tischler, der seit mehr als 20 Jahren als Lastwagenfahrer für die Harsewinkeler Firma Drepper auf Achse ist, fühlt sich politisch bei der FDP gut aufgehoben: „Weil sie den Mittelstand stark anspricht. Das finde ich sehr wichtig.“ Er kenne beide Seiten der Medaille – als Arbeitgeber (Ems-Event) und Arbeitnehmer (Drepper).

„Außerdem bin ich unglaublich kreativ“, so der Liberale, der aus Harsewinkel eine noch lebens- und liebenswertere Stadt machen möchte, wie er sagt. Er stelle sich die Frage, wo die Kommune in 20 bis 30 Jahren stehen werde. Beim Blick in die Zukunft könnte sich Andreas Hanhart gut vorstellen, dass sich eine Start-up-Szene in der Mähdrescherstadt etabliert.

Einer, der auf sein Bauchgefühl hört

„Aber auch in Sachen Digitalisierung müssen wir stärker nach vorn agieren“, sagt Andreas Hanhart. Wobei er auch nicht gleich alles auf links drehen möchte: „In der Vergangenheit ist schon vieles gut gemacht worden. Aber man könnte einiges kreativer angehen sowie anders und neu denken – etwa im Bereich der Innenstadtgestaltung.“

Andreas Hanhart ist einer, der auf sein Bauchgefühl hört, wie er selbst sagt. „Und ich bin bisher immer gut damit gefahren“, betont der FDP-Bürgermeisterkandidat. „Wenn ich ein Ziel habe, dann brenne ich auch dafür“ – sei es beim Umbau des alten Harsewinkeler Bahnhofs, aus dem der 46-Jährige ein Schmuckstück gemacht hat (diese Zeitung berichtete), bei seinen Band-Projekten oder aber auch bei seinen Veranstaltungen. Und jetzt eben bei der Kandidatur um den Chefsessel im Rathaus.

Wie würde sich Andreas Hanhart selbst beschreiben? „Ich bin ein empathischer Typ und kein knallharter. Ich diskutiere gern und höre mir ebenso gern andere Meinungen an“, so Andreas Hanhart, der mit seiner Partei zur Kommunalwahl unter dem Slogan „#breitermachen“ antreten wird. Wenn er Entscheidungen fälle, wolle er so viele Meinungen, Ansichten und Positionen wie möglich berücksichtigen.

Zur Person

Andreas Hanhart stammt gebürtig aus Harsewinkel. Er hat die Rincklakeschule in seiner Heimatstadt besucht und anschließend bei der Tischlerei Nordemann zunächst eine Ausbildung zum Tischler gemacht. Zwei Jahre hat er in dem Beruf gearbeitet, bis er das Einberufsschreiben zum Wehrdienst bekommen hat.

Doch die Ausbildung bei der Bundeswehr reizte ihn nicht. „Ich habe verweigert und meinen Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz gemacht“, so Hanhart. Dort habe er den Behindertenfahrdienst übernommen Zu dieser Zeit machte der Harsewinkeler auch einen LKW-Führerschein. Nachdem er seinen Zivildienst beendet hatte, hat er als Lastwagenfahrer beim Clarholzer Baustoff-Transportunternehmen Topmöller angefangen. Nach einer weiteren Station bei einer Gütersloher Firma ist er nun bereits seit mehr als 20 Jahren für den Harsewinkeler Baustoff-Großhandel Drepper unterwegs.

Musikalische Erfolge feierte Andreas Hanhart vor allem mit der Harsewinkeler Stimmungs- und Karnevalsband „Die Landeier“. Mit der Formation, die sich 2019 nach 19 Jahren aufgelöst hat, gewannen Hanhart und seine Bandkollegen 2001 und 2003 die Närrische Hitparade – mit den Ohrwürmern „Karneval im Bullenstall“ und „Ick kann da nix an dohn“. 2002 traten die Landeier auch im Vorprogramm der Höhner auf.

Im Jahr 2011 gründete er die Harsewinkeler Veranstaltungsagentur Ems-Events und schaffte sich damit ein zweites Standbein als selbstständiger Unternehmer. Unzählige große Veranstaltungen hat er seitdem erfolgreich in und rund um Harsewinkel durchgeführt.

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