Harsewinkel
Mordsspaß mit dem Ex-Polizisten

Harsewinkel (gg) - Zwei Premieren im Vielfalt-Biergarten: Am Donnerstagabend gab der Ex-Polizist und Krimiautor Jan Bode ein „Basisseminar für angehende Sensenfrauen und -männer“. Und die rund 80 Gäste hatten einen Mordsspaß bei der Auftaktveranstaltung der Sommerkulturbühne von Noa-Entertainment.

Samstag, 01.08.2020, 11:59 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 12:31 Uhr
Harsewinkel: Mordsspaß mit dem Ex-Polizisten

Der seit August 2019 pensionierte Polizeibeamte, der zuletzt Erster Polizeihauptkommissar und Wachleiter der Polizei in Halle war, war etwas aufgeregt. Das gestand der Autor, der 2018 seinen ersten Gütersloh-Krimi „Nur ein Schubs“ auf den Markt gebracht hat.

Erstmals vor so großem Publikum

Warum? Bobe: Seine in ein Mörderseminar eingebundene Krimilesung „Morgens killen, abends chillen – Das fingierte Frühableben“ präsentiere er erstmals vor so großem Publikum. Die Aufregung merkte man Bode allerdings nicht an. Und so wurde es ein schöner lauschiger Sommerabend zwischen gutem Essen und Kaltgetränken sowie Jan Bobes mordslustigen Geschichten und blutrünstigen Details. Das Ganze wurde veredelt mit biografischen Erlebnissen aus seiner 42-jährigen Berufserfahrung als Polizeibeamter.

Mit  Augenzwinkern und viel schwarzem Humor

Dabei gab es vorweg gleich ein dickes Lob für die Harsewinkeler Bauern, denen er 1982 als junger Schutzmann im Rahmen seiner Arbeit begegnet sei. Während die Landwirte in Verl der Polizei früher eher misstrauisch begegnet seien und deshalb auch schon mal den Hofhund von der Kette gelassen hätten, sei man bei den Bauern in Harsewinkel zum Essen an den Tisch gebeten worden. Mit einem Augenzwinkern und viel schwarzem Humor offenbarte Jan Bobe anschließend, wie man unliebsamen Mitmenschen „straffrei und möglichst elegant über die Wupper hilft“, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

Protagonisten bekommen ostwestfälischen Anstrich

Für den perfekten Mord käme es auf eine durchdachte Strategie an, denn man wolle ja das restliche Leben nicht hinter Gittern verbringen. Im Knast ginge es nämlich sehr ruppig zu, wusste der Schutzmann zu berichten. Jan Bobe bezog sich bei seinen Tipps auf eine Vorlage: die Ronald-Opus-Erzählung aus dem Jahr 1994 des US-Pathologen und Medizinrechtswissenschaftler Don Harper Mills. Jan Bobe gab den Protagonisten allerdings einen ostwestfälischen Anstrich.

Der perfekte Mord: „Das ist der, den man niemals begeht“

Dass mit dem Morden sei so eine Sache, denn wenn erstmal die Ermittler anrückten, sei man so gut wie geliefert. „Rund 95 Prozent aller Morde werden aufgeklärt“, so Bobe. Geduld, Ausdauer, Beobachtungsgabe und Strategieanalysen seien Voraussetzung für ein mörderisches Gelingen. Aber: Je ausgebuffter ein Krimineller sein will, umso mehr Fehler begeht er. Jan Bobe wollte seine Seminarteilnehmer auf keinen Fall zum Morden anstiften, sondern sie eher warnen: „Die Welt ist für sie hinterher anders als vorher“. Am Ende war klar, dass es den perfekten Mord tatsächlich gibt. „Das ist der, den man niemals begeht“, so Bobe, dessen zweites Buch bereits in Arbeit ist, wie er verriet: „Das wird wieder ein astreiner Gütersloh Krimi.“

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