Harsewinkel
29-Jähriger räumt Vergewaltigung ein

Harsewinkel (gdd) - Er hat keine Miene verzogen und sofort alle Anklagepunkte eingeräumt: Am Montag wurde im Harsewinkeler Vergewaltigungsprozess der 29-jährige Angeklagte aus der Haft der zweiten Strafkammer des Bielefelder Landgerichts vorgeführt.

Montag, 28.09.2020, 21:30 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 21:46 Uhr
Harsewinkel: 29-Jähriger räumt Vergewaltigung ein

Zur Erinnerung: Er war vergangenen Mittwoch zum Prozessauftakt nicht erschienen. In seiner Heimatstadt Jessen (Sachsen-Anhalt) war er danach aufgespürt und festgenommen worden. 

Sein Vorstrafenregister ist lang

Für zwei Vergewaltigungen und vermutlich auch wegen einer Schlägerei muss er sich vor Gericht verantworten. Sein Vorstrafenregister ist lang. Er saß auch schon im Gefängnis. 

Harsewinkeler Fall liegt schon drei Jahre zurück

Der Harsewinkeler Fall liegt schon drei Jahre zurück: Der 29-Jährige gab zu, in der Nacht zum 15. Juli 2017 eine junge Frau, die ihn nach einer Alkoholparty in seine Wohnung begleitet hatte, die er damals mit einem Kumpel teilte, brutal vergewaltigt zu haben. Sein Opfer habe zunächst halb ohnmächtig alles über sich ergehen lassen. Dann habe es versucht, zu fliehen. Der Angeklagte berichtete, dass er die Frau an den Haaren auf die schwarze Ledercouch im Wohnzimmer zurückgezogen habe. Sein Kumpel schlief nebenan, wachte auf und hörte die weinende Frau. Er stoppte den Mitbewohner.

Frau spricht unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 Am Montagvormittag begleitete eine Mitarbeiterin des Vereins Wendepunkt, eine Frauenberatung und ein Gewaltschutzzentrum, das zitternde Opfer in den Gerichtssaal. Bilder von den Gesichtsverletzungen der Frau wurden auf einem Monitor gezeigt. 40 Minuten berichtete die Frau unter Ausschluss der Öffentlichkeit, was ihr in dieser Nacht vor drei Jahren widerfahren war. Vor Gericht wird sie von einer Anwältin als Nebenklägerin vertreten. 

Ein zweiter Fall

Aus Jessen reiste auch eine Polizeioberkommissarin an, die den Mann nach einer weiteren Vergewaltigung 2018 in stark betrunkenem Zustand festgenommen hatte: „Ich habe ihm mit einem nassen Lappen ins Gesicht geschlagen.“ Sein zweites Opfer: eine Frau, deren Dauerfreund ein Saufkumpan des Angeklagten war. Dieser hatte dem Angeklagten sorglos die Wohnungsschlüssel übergeben. So wurde am Morgen des 9. Juni 2018 sein zweites Opfer überrascht. Der Lebensgefährte der Frau sei damals alkoholisiert-aggressiv gegenüber der Polizei aufgetreten, so die Polizistin. Er habe behauptete, seine Freundin sei „selber schuld gewesen und krank im Kopf“. 

Dienstag soll das Urteil verkündet werden

Die Kammer zeigte Bilder der Geschädigten. Ihr Gesicht war angeschwollen, die Lippen voller Blut – mit fünf Fausthieben soll der 29-Jährige die 50-Jährige gefügig gemacht haben. Den gestrigen Prozesstag, den eine geladene Zeugin verfehlte, weil sie von Jessen statt nach Bielefeld in die anhaltische Kreisstadt Bitterfeld gefahren war, wird  am Dienstag, 29. September, fortgesetzt. Dann soll bereits das Urteil verkündet werden.

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