Harsewinkel
Unmut über Verzögerungen wächst weiter

Harsewinkel (afri) - Das Thema Breitband beschäftigt die Kommune Harsewinkel schon eine ganze Weile. Um genau zu sein seit 2015. Zum Leidwesen von Politik und Bürgern. Sie hätten sich gewünscht, dass der Ausbau schneller erfolgt. Nun wurde der Start für die Tiefbauarbeiten für das schnelle Internet schon wieder verschoben. Und der Unmut in der Stadt wächst weiter.

Freitag, 20.11.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 18:01 Uhr
Harsewinkel: Unmut über Verzögerungen wächst weiter

Obwohl die Mähdrescherstadt zuerst den Finger gehoben hatte, als es um die Beteiligung am gemeinsamen Förderverfahren „Breitband-Masterplan für Kommunen im Kreis Gütersloh“ ging, ist der Vectoringausbau in den sieben anderen Kommunen (Borgholzhausen, Langenberg, Rheda-Wiedenbrück, Schloß Holte-Stukenbrock, Steinhagen, Versmold und Werther) schon viel weiter fortgeschritten. In Harsewinkel müssen sich die Bürger derweil hingegen weiterhin in Geduld üben. Ein Punkt, der der Politik negativ aufstößt. 

Tiefbau soll Anfang des nächsten Jahres starten

Konkret geht es im Förderverfahren Call 2 um knapp 1300 Adressen beziehungsweise 2200 Wohneinheiten in den Rand- und Außenbereichen, die direkt mit Glasfaser angeschlossen werden sollen, weil sie derzeit mit einer Geschwindigkeit von weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Internet surfen. Damit ist der Glasfaseranschluss dieser Haushalte förderfähig. 

Der Startschuss für die ersten vorbereitenden Bauarbeiten sollte eigentlich im Oktober fallen. Passiert ist bislang aber wieder nichts, weil der endgültige Förderbescheid noch nicht da ist. „Wir sind fast durch“, sagte Oliver Blanke vom Zweckverband Infokom, der in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss den derzeitigen Sachstand erläuterte. Auf Nachfrage habe das Unternehmen Atenekom, das mit der Durchführung des Förderprogramms vom Bund beauftragt wurde, angekündigt, dass der endgültige Förderbescheid Mitte Dezember in Harsewinkel eintreffe. Erst dann könne die Maßnahme freigegeben werden, so Blanke. Wenn das Wetter mitspiele, werde Anfang kommenden Jahres mit den Tiefbauarbeiten begonnen. 

„Der Breitband-Ausbau erfolgt dann von außen nach innen“, erläuterte Blanke. Die Haushalte würden nach und nach an das Netz angeschlossen. Er rechnet damit, dass die letzten Haushalte im Call 2 voraussichtlich im Juni 2022 angeschlossen sein werden. 

Eine weitere Verschiebung des Termins wollen Politik und Verwaltung nicht einfach hinnehmen. Sollte der endgültige Förderbescheid im Dezember nicht kommen, soll ein Spitzengespräch, das Wolfgang Schwake (FDP) vorschlug, mit den entsprechenden Stellen stattfinden.

Ein Jahr hinter dem Zeitplan

Ein Jahr hängt Harsewinkel dem Zeitplan zum Breitband-Ausbau mittlerweile hinterher. Zu Verzögerungen hat unter anderem der eigenmächtige Ausbau des Telekommunikationsanbieters Innogy an einer Stelle in Harsewinkel geführt, die bereits ausgeschrieben war. Das laufende Vergabeverfahren musste daher noch einmal von Neuem starten, weil ein Teil der angegebenen zunächst noch förderfähigen Haushalte schon erschlossen waren. 

Und es sei noch grotesker geworden, so Oliver Blanke: Nachdem Innogy der Stadt Harsewinkel in ihre Pläne gegrätscht war, gewann das Unternehmen das neue Vergabeverfahren und muss nun die eigenen Leitungen noch einmal überbauen. „Das nenne ich einen Skandal“, beschwerte sich der Sozialdemokrat Reinhard Hemkemeyer. „Oder Strafe muss sein“, fügte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide hinzu, der es unverständlich ist, wie so etwas passieren kann. „Harsewinkel ist da kein Einzelfall.“ 

Wichtig war der Politik mit Blick auf die Verzögerungen nun vor allem eins: Die Bürger sollen auf der städtischen Internetseite umfangreiche Infos über den Ausbau erhalten – anhand einer Karte, die mit einer Legende gekennzeichnet ist. Der sollen die betroffenen Haushalte entnehmen können, wann und ob sie mit schnellem Internet rechnen können.

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