Harsewinkel
Baumsammlung: „Ein Stück Normalität“

Harsewinkel (gg) - Eine Weihnachtsbaumsammlung in Zeiten von Corona? Das ist schon eine besondere Herausforderung - auch was die Planung im Vorfeld angeht. Durch die Pandemie hat sich vieles verändert. Das gilt auch für das Einsammeln der ausgedienten Nordmanntannen, Fichten und Co.

Montag, 11.01.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 06:31 Uhr
Packten kräftig mit an: Organisator Frederik van Roje (links) und Tobias Lamberts luden ausrangierte Weihnachtsbäume auf die Ladefläche.
Packten kräftig mit an: Organisator Frederik van Roje (links) und Tobias Lamberts luden ausrangierte Weihnachtsbäume auf die Ladefläche.

In welcher Form? Das war am Wochenende in den drei Ortsteilen zu beobachten.

Unter der Regie von Frederik van Roje geht es los

Während die Sammlung in Greffen komplett ausgefallen ist und die Bürger stattdessen ihre ausrangierten Weihnachtsbäume in bereit gestellten Containern entsorgen konnten, schien die Harsewinkeler Sammelaktion auf den ersten Blick im gewohnten Umfang abzulaufen. Natürlich mit viel Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung. Unter der Regie von Frederik van Roje machten sich rund 50 ehrenamtliche Mitglieder und Freunde der katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Harsewinkel am Samstag auf den Weg, um mehr als sechs Stunden lang die an den Bürgersteigen liegenden, abgeschmückten Tannenbäume auf die Laderampen der insgesamt elf Fahrzeuge zu hieven.

„Wir hatten diesmal mehr Fahrzeuge im Einsatz“

„Wir hatten diesmal mehr Fahrzeuge im Einsatz, weil die Gruppen kleiner sein mussten“, erklärte Frederik van Roje im Hinblick auf die Vorgaben des Ordnungsamts. Im Vorjahr waren mehr als 70 ehrenamtliche Helfer mit acht Fahrzeugen unterwegs. „Dass man den jungen Leuten das Geld oder auch kleine Aufmerksamkeiten nicht mehr in die Hand geben konnte, ist zwar schade. Schön ist aber, dass die Aktion überhaupt durchgeführt wird. Ich hätte sonst nicht gewusst, wohin mit dem Baum“, freute sich Elisabeth Römer (73), die seit mehr als 50 Jahren im Stadtteil Rövekamp lebt.

„Wir  danken allen Aktiven, die, trotz aller Widrigkeiten, heute mitmachen“

Auch in ihrer Nachbarschaft herrschte große Freude über die Sammlung. „Es verändert sich durch die Pandemie sowieso schon so viel zum Nachteil. Da danken wir allen Aktiven, die, trotz aller Widrigkeiten, heute mitmachen“, lobte Herbert Dunst (81) die freiwilligen Helfer der Landjugend. Insgesamt zehn Bezirke fuhren die ehrenamtlichen Sammler ab. „Man konnte richtig merken, dass sich die Bürger über die Sammler gefreut haben. In den unzähligen positiven Bekundungen war immer wieder zu hören, dass man sich über das Stück Normalität freue“, berichtete Frederik van Roje im Gespräch mit dieser Zeitung.

In Harsewinkel kommen 2600 Euro zusammen

 Nach der ersten Auszählung kamen rund 2600 Euro durch die Baumsammlung an Spenden zusammen. Über den Erlös darf sich die Landjugend freuen. „Sie haben mich nicht nur all die Jahre immer toll unterstützt, sondern auch in diesem Corona-Jahr mit den vielen Schutzmaßnahmen echten Einsatz gezeigt“, freute sich Frederik van Roje. Dass das Spendenergebnis deutlich unter dem Vorjahresergebnis liege, sei dem Umstand geschuldet, dass viele Bürger ihre Weihnachtsbäume noch in den Wohnzimmern stehen gelassen hätten. Die Menschen seien durch die Corona-Verordnungen viel mehr zu Hause und behielten den Weihnachtsbaum deshalb länger, vermutete der Organisator.

Zwei große Container in Greffen

Die Kolpingsfamilie Greffen verzichtete in diesem Jahr wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie auf das Einsammeln der ausgedienten Tannen. Allerdings gab es einen Plan B: Zwei große Container standen am Römerweg und an der St.-Johannes-Schule bereit, in denen die Bürger ihre ehemaligen Weihnachtsbäume entsorgen konnten.

Rekorderlös in Marienfeld

Im Klosterdorf waren insgesamt 20 Mitglieder und Freunde der Ehrengarde Marienfeld im Einsatz, um nach alter Tradition die ausrangierten Weihnachtsbäume einzusammeln. Mit fünf Fahrzeugen waren die Ehrengardisten während der Gemeinschaftsaktion im Ortsgebiet, aber auch in den Bauerschaften unterwegs. Am Ende konnte Sven-Thore Kieseleit, seit Oktober Vorsitzender der Ehrengarde, einen Rekorderlös von 2400 Euro vermelden.

Und ab in den Schredder

Alle eingesammelten Tannen waren für Reinhard Hecker in Marienfeld vorgeplant. Ein Schredder auf seinem Hof machte den Bäumen mit lautem Getöse den Garaus. Am Ende blieb nur noch Häckselgut übrig, das Familie Hecker für die Wärmegewinnung durch ihre Hackschnitzelheizung nutzt. Aufgrund der Corona-Schutzverordnung fielen in diesem Jahr nicht nur das gemeinsame Treffen nach der Baumsammlung sowie die Lagebesprechung auf dem Hof Hecker aus, auch die Personenzahl auf den Ladeflächen war im Vorfeld der Aktion begrenzt worden. „Dazu kommt, dass nur der Fahrer allein auf dem Hof abladen durfte“, so Reinhard Hecker. Die Zeiten mussten außerdem dokumentiert werden, sagte Hecker im Gespräch mit dieser Zeitung.

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