Mi., 26.09.2018

Herzebrocker entwickelt Produkte für Smart Home und Smart Office Steinel knipst das Licht an

Thomas Möller, Leiter des Innovationszentrums, im Gespräch mit Techniker Christian Ademmar.

Thomas Möller, Leiter des Innovationszentrums, im Gespräch mit Techniker Christian Ademmar. Foto: Bernhard Hertlein

Von Bernhard Hertlein

Herzebrock(WB). Beim Spaziergang im Außenbereich, beim Betreten eines Zimmers: Niemand wundert sich mehr über den Sensor, der dafür sorgt, dass unaufgefordert das Licht angeht. Dabei ist es gerade 31 Jahre her, dass die weltweit erste Sensorleuchte für den privaten Bereich vorgestellt wurde – in Herzebrock im Kreis Gütersloh von der Firma Steinel.

Heute produziert das Familienunternehmen europaweit. Es ist nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Ingo Steinel Marktführer bei Bewegungsmeldern und Sensorleuchten, die in Baumärkten an Privatkunden verkauft werden. Im Profi-Handwerkerbereich, wo Steinel ebenfalls zu den Top 3 der Branche zählt, zeigen die Daniel Düsentriebs der Entwicklungsabteilung, welches Potenzial in der Technologie noch steckt.

Mit Erfolg: Der von der Bundesregierung eingerichtete Rat für Formgebung hat den Hochfrequenz-Bewegungsmelder iHF 3D mit dem German Innovation Award 2018 ausgezeichnet. Der neue Hightech-Sensor sendet, ähnlich einer Fledermaus, Signalwellen aus und un­ter­scheidet sogar Mensch und Tier. Zugleich ist der Bereich, der erfasst werden soll, exakt einstellbar.

Präsenzmelder leisten Erstaunliches

Auch die künftigen, im Innenbereich einsetzbaren Präsenzmelder leisten Erstaunliches. So registrieren sie die Zahl der Personen, die in einem Raum sitzen oder stehen, genau und stellen Heizung und Klimaanlage darauf ein. Weiter lässt sich nach Angaben von Entwicklungschef Thomas Möller zentral und mit Hilfe einer Steinel-App kontrollieren, welche Schreibtische in einem Bürogebäude besetzt sind, ob in der Kantine Platz ist und wie viele schon vor der Essensausgabe warten.

Der Fahrstuhl hält nur, wenn genügend Platz für die Wartenden ist. Der Hotelservice muss nicht an die Zimmertür klopfen, um zu wissen, ob er mit der Reinigung anfangen kann. Im Pflegeheim löst der Sturz einer Bewohnerin Alarm aus. Und im Katastrophenfall lässt sich auf einem Kreuzfahrtschiff schnell feststellen, ob alle Passagiere ihre Kabinen verlassen haben.

Viele Entwicklungen wurden kopiert

Außer am Stammsitz in Herzebrock, wo 325 der 1580 Mitarbeiter beschäftigt sind, produziert Steinel auch in Rumänien, Moldawien sowie Leiterplatten im schweizerischen Einsiedeln. 55 Prozent des Umsatzes von 150 Millionen Euro werden im Ausland erzielt.

Gegründet wurde die Firma 1957 vom Vater des jetzigen Chefs, Heinrich Wolfgang Steinel. Er belieferte zunächst Hersteller von Fönen, Heizplatten und anderen Elektro-Kleingeräten mit Heißleitern und Heizwiderständen. Später kamen Spannungsmesser und Klebepistolen hinzu, mit denen Steinel heute noch 30 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet.

Viele Entwicklungen, darunter die erste Solarleuchte, wurden kopiert. Ein chinesisches Unternehmen erhielt 2015 für das besonders dreiste Plagiat eines Steinel-Heißluftgebläses den Negativpreis Plagiarius. »Wir müssen unserer Konkurrenz technologisch immer voraus sein, um die Produktion in Europa zu schützen«, sagt Möller.

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