Di., 19.03.2019

Unerwiderte Gefühle: Da zückt der 43-Jährige eine Pistole und bedroht sein Opfer Prostituierte vergewaltigt

Das Landgericht Bielefeld. Dort findet der Prozess statt.

Das Landgericht Bielefeld. Dort findet der Prozess statt. Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Wolfgang Wotke

Langenberg/Bielefeld(WB). Aus verschmähter Liebe soll ein 43-jähriger Mann aus Langenberg seine Angebetete mit einer Pistole bedroht haben. Anschließend soll er sie vergewaltigt haben. Seit gestern steht der Beschuldigte vor der XXI. Strafkammer des Landgerichtes Bielefeld.

»Mein neuer Wohnort ist jetzt die Justizvollzugsanstalt Bielefeld«, sagte der Angeklagte ironisch vor der Anklageverlesung. Ansonsten mache er zu den Vorwürfen keine Angaben, erklärte sein Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Türken neben des Verdachts der Vergewaltigung auch noch illegalen Waffenbesitz und Fahren im alkoholisierten Zustand vor.

Was war geschehen?

In einem Bordell in Rheda-Wiedenbrück soll der 43-Jährige eine Prostituierte kennengelernt haben, die er regelmäßig besuchte. Weil er für sie »schwärmte«, wollte er eine Liebesbeziehung. Seine Gefühle wurden jedoch nicht erwidert. Daraufhin soll es zu einer Aussprache in einem Gütersloher Lokal gekommen sein, in der ihm die Frau unmissverständlich klar gemacht habe, dass sie keine Beziehung möchte. Als sie in Richtung Bahnhof aufbrach, sei er ihr gefolgt. Plötzlich soll er eine Pistole gezückt haben: »Wenn du nicht in mein Auto steigst, bringe ich dich um.« Aus Angst sei die junge Frau dann in seinen BMW gestiegen.

Auf der Fahrt nach Oelde soll er sie mit der Waffe bedroht und Alkohol getrunken haben. In der Nähe eines Kanals soll er sein Opfer im Auto vergewaltigt haben. Die Geschädigte konnte sich danach auf die Polizeiwache in Oelde retten. Der angetrunkene, mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Bei ihm wurde ein Alkoholgehalt von 1,32 Promille festgestellt. In seinem Wagen entdeckte die Spurensicherung später die Pistole.

Patronen in der Tasche

Eine 22-jährige Polizeibeamtin schilderte als Zeugin die damalige Situation vor Ort. »Eine Frau stürmte aufgeregt zu uns auf die Wache und erklärte, dass ein Mann mit einer Waffe sie bedrohen würde. Daraufhin haben wir ihn gestellt.« Der 43-Jährige habe aggressiv reagiert und die Frau abwertend beschimpft. »Zuerst wollte er nichts sagen, dann erklärte er uns, dass er ihr 40.000 Euro geliehen habe.« In seiner Tasche habe man noch ein Magazin mit Patronen gefunden. Das Opfer ist gestern unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen worden. Der Prozess geht am 3. April weiter.

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