Ingo Börchers sorgt in Langenberger Brauerei für Lacher
Kabarett zwischen Bierkisten

Langenberg (WB). Ein Leben ohne Nebenwirkungen, das wünschen wir uns doch alle, oder? Dem heiklen Thema älter werden ohne krank zu sein, hat sich der ostwestfälische Kabarettist Ingo Börchers gewidmet, der am Sonntag auf Einladung des Kulturvereins Vitart in der Hohenfelder Brauerei in Langenberg gastierte.

Mittwoch, 23.10.2019, 09:30 Uhr
Zwischen Bierfiltrationsanlage und gelben Bierkisten sorgt Kabarettist Ingo Börchers in der Hohenfelder Brauerei für strapazierte Lachmuskeln durch Sprüche immer hart an der Grenze der Realität und der Übertreibung. Foto: Waltraud Leskovsek
Zwischen Bierfiltrationsanlage und gelben Bierkisten sorgt Kabarettist Ingo Börchers in der Hohenfelder Brauerei für strapazierte Lachmuskeln durch Sprüche immer hart an der Grenze der Realität und der Übertreibung. Foto: Waltraud Leskovsek

Ein ungewöhnlicher Ort, der sich jedoch als durchaus interessant entpuppte. Aufgrund eines technischen Defekts konnte die Veranstaltung nicht im angedachten Sudhaus stattfinden, sondern musste kurzerhand in die Produktionshalle verlegt werden. Dort saßen und standen die rund 60 Gäste eng beieinander, zwischen Bierfiltrationsanlage, Tanks und Bierkisten.

 

Technischer Defekt

»Sie sitzen gut und haben auch noch Stunden später was von diesem Vormittag«, meinte Börchers mit Anspielung auf die umgedrehten Bierkisten, die als Sitzgelegenheit genutzt wurden und bestimmt ein Muster am Hinterteil hinterlassen. Die Enge passte auch perfekt zu seinem Thema »Ferien auf Sagrotan«. »Man weiß ja nie, was der Nachbar so alles mit sich rumschleppt«, machte er den Gästen Mut noch ein bisschen näher zusammenzurücken. Brisante Beispiele wie Urlaub auf dem Campingplatz, öffentliche Toiletten, Händeschütteln auf dem Empfang vor dem Fingerfood und Karneval- für ihn als Bielefelder zwar ein Fremdwort- doch das sei Tröpfcheninfektion pur.

 

Muster im Hinterteil

Der 46-Jährige machte mit aller Deutlichkeit klar, wie es nur ein Kabarettist schafft, dass es ein Leben ohne Nebenwirkungen nicht gibt, wir uns alle zwar ein einfaches Leben wünschen, aber gerne dreispurige Autobahnen und vierlagiges Klopapier hätten und Nüsse, die am besten keine Spuren von Nüssen enthalten. Keime würden überall lauern angefangen beim Bargeld, über den Einkaufswagen bis hin zum Wartezimmer beim Arzt. Immer wieder gelang ihm ein Sekundenschneller Übergang zum nächsten Thema wie Laktose, bei der wir eher intolerant sind oder Antibiotika im Geflügel, was bestimmt stimme, weil seine Oma schon immer gesagt hätte, dass bei Erkältung Hühnersuppe helfe.

 

Wertbons gesammelt

Er erzählte auch ausgiebig was man als Mann so alles auf dem Kneipen- oder Raststätten-Klo erlebt, besonders wenn es mit dem Druck nicht mehr so klappt. »Früher habe ich Fußballbilder gesammelt, heute Sanifair-Wertbons, weil ich ständig unterwegs anhalten muss«, erzählt er und das verhaltene Lachen deutete darauf hin, dass er ins Schwarze getroffen hat. Schlag auf Schlag kamen seine Beiträge und am Ende meinte er, dass es bestimmt ein Traumjob sei, wenn man Berufspatient wäre. Denn Arzneimittel mit all seinen Neben- und Wechselwirkungen sei sein Spezialgebiet.

 

Ins Schwarze getroffen

Markus Korfmacher, Vertriebsleiter der Hohenfelder Brauerei begrüßte als Hausherr die Gäste und betonte, dass sie sich gerne mal auf dieses Experiment eingelassen hätten, Kabarett in die Produktionshalle zu holen. Und am Ende waren sich alle einig, dass das Experiment gelungen war. In der Pause gab es reichlich Gelegenheit, die Produkte insbesondere das Kellerbier, gleich aus der Abfüllung heraus, zu kosten. Mit einem deftigen Grünkohleintopf und einer Kürbissuppe endete der kabarettistische Frühschoppen, der zu Vitart passte, weil wieder etwas Besonders an einem besonderen Ort stattfand.

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