Fr., 14.06.2019

Energiegenossenschaft zieht Bilanz nach sieben Jahren 4000 Tonnen CO2 vermieden

Die Rheda-Wiedenbrücker Energiegenossenschaft RheWie besteht jetzt schon seit sieben Jahren. Sie betreibt unter anderem Windräder an der Marburg.

Die Rheda-Wiedenbrücker Energiegenossenschaft RheWie besteht jetzt schon seit sieben Jahren. Sie betreibt unter anderem Windräder an der Marburg. Foto: dpa

Rheda-Wiedenbrück (WB). Die Rheda-Wiedenbrücker Energiegenossenschaft ist jetzt sieben Jahre alt. Seit 2012 besteht die Genossenschaft RheWie, die an der Marburg zwei Windräder betreibt.

Ein verflixtes siebtes Jahr brauchen die knapp 400 Mitglieder allerdings nicht zu befürchten, wie Hans-Hermann Heller-Jordan in seinen Begrüßungsworten zur Generalversammlung betonte. Ganz im Gegenteil, denn schließlich seien alle Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat noch dabei: »Ein Zeichen von Stabilität und Kontinuität.« Das sahen auch die gut 100 Anwesenden so, die den Gremien einstimmig die Entlastung erteilten. Auch die Mitglieder des Aufsichtsrates, Bürgermeister Theo Mettenborg und Brigitte Fiedler, die turnusgemäß ausschieden, wollen weiter mitarbeiten und wurden einstimmig wiedergewählt.

Die Zahl Sieben spielte auch beim Thema Ausschüttung eine Rolle. Vorstandsmitglied Rainer Wennemar schlug der Versammlung sieben Prozent vor, so dass jedes Mitglied mit sieben Euro pro Anteil rechnen könne. Auch dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Die Erklärung für den Unterschied zum Vorjahr lieferte Peter Rentrup vom Vorstand: 2018 war nicht so windreich wie das Vorjahr; die beiden Windmaschinen produzierten jeweils 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom.

Vorstandsmitglied Rainer Wennemar ist überzeugt, dass Windenergie die effizienteste Art der Stromerzeugung ist; Wasser und Biomasse leisteten keinen vergleichbaren Beitrag zur Erneuerbaren Energie. Umso bedenklicher findet er die Prognose, dass 2019 aufgrund der neuen gesetzlichen Vorgaben nur noch wenige Windräder neu gebaut werden. Sein Argument: Durch die neun Millionen Kilowattstunden grün erzeugten Stroms der RheWie wurden 3915 Tonnen CO 2 vermieden.

Neue Projekte angeregt

Um so bedauerlicher findet es Vorstandsmitglied Hubert Leiwes, dass sich die Gemeinde Langenberg der Idee eines Windrades verweigert, das die RheWie dort gern auf der Fläche F-Nord »Birkenheide« betreiben würde. »Der Rat hat gerade diese Fläche aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Die Gemeinde will Windenergie verhindern und sich aus der Verantwortung stehlen«, empörte er sich.

Leiwes zog eine Parallele zu der Bewegung »Fridays for Future«: Wie die demonstrierenden Jugendlichen habe er den Eindruck, dass die heutige Generation dabei versage, die Energiewende umzusetzen und die Erderwärmung zu stoppen. Er sei überzeugt, auch die Energiegenossenschaft könne mehr tun. Neue Projekte könnten angeregt werden wie zum Beispiel Solaranlagen, Car-Sharing-Modelle, Ladesäulen für Elektroautos und vieles mehr, was die Energiewende voranbringe. Die RheWie verfüge zwar über finanzielle Möglichkeiten, das Know-how zur Umsetzung sei vorhanden – nur die Zeit für die Sondierung und Ausarbeitung neuer Projekte fehle.

Für die satzungsgemäße Spende in diesem Jahr gibt es bereits eine Idee: Kindergärten sollen Stecker-Solar-Anlagen angeboten werden. Diese 2,5 Quadratmeter großen Platten können einfach aufgestellt werden, sie erzeugen 270 Watt Strom für den Eigenverbrauch – und werben für Solarenergie schon bei den Jüngsten. Mit einer Gegenstimme gab die Versammlung 5000 Euro dafür frei.

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