Mo., 05.08.2019

Rheda-Wiedenbrücker Unternehmer steht Vereinsgremium Rede und Antwort Schalker Ehrenrat befasst sich am Dienstag mit Tönnies-Äußerungen

Schalkes Präsident Clemens Tönnies sitzt auf der Bank.

Schalkes Präsident Clemens Tönnies sitzt auf der Bank. Foto: dpa

Gelsenkirchen/Rheda-Wiedenbrück (dpa). Der Ehrenrat des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 will sich voraussichtlich am Dienstag mit den umstrittenen Äußerungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies befassen.

Der 63-Jährige habe unverzüglich zugesagt, der Einladung des in diesem Fall maßgeblichen Vereinsgremiums Rede und Antwort zu stehen, sagte Anja Kleine-Wilde, Leiterin der Schalker Unternehmenskommunikation, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. »Man wird das nicht tagelang aufschieben. Clemens Tönnies war sofort bereit, zu kommen und sich vor dem Ehrenrat zu erklären.«

Der Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück hatte in der Vorwoche beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert.

Wörtlich hatte Tönnies gesagt: »Wir investieren zwischen 20 und 27 Milliarden Euro, um 0,0016 Prozent Kohlendioxid bezogen auf den Globus zu verändern. Warum geben wir das Geld nicht unserem Gerd Müller, unserem Entwicklungsminister, und der spendiert jedes Jahr 20 große Kraftwerke nach Afrika? Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, hören auf, wenn es dunkel ist – die sind ja dann elektrifiziert – Kinder zu produzieren. Ich bin in Sambia gewesen, da gibt es 14,6 Kinder pro Pärchen. Was machen die, wenn es dunkel ist?«

Der aus fünf Mitgliedern bestehende Schalker Ehrenrat, darunter drei Richter, hatte daraufhin angekündigt, sich »zeitnah« mit dem Fall zu beschäftigen. Auch aus Vereinskreisen kamen Beschwerden und Aufforderungen, dass sich der Ehrenrat einschaltet.

Mögliche Sanktionen

Zwar kann auch der dreiköpfige Schalker Vorstand mit Alexander Jobst (Marketing und Kommunikation), Peter Peters (Finanzen und Organisation) und Jochen Schneider (Sport) laut Vereinssatzung Sanktionen verhängen. Doch der Ehrenrat müsste sie ohnehin überprüfen.

Mögliche Sanktionen reichen von einer »Verwarnung«, einem »Verweis« bis zur »Enthebung aus Vereinsämtern auf Zeit und Dauer«. Bis zu einer Ehrenratsentscheidung werde sich kein Verantwortlicher mehr zu dem Thema äußern, betonte Kleine-Wilde.

Kommentare

Die Wahrheit ist, dass die westliche Welt den allergrößten Anteil am Klimawandel hat. Wir haben es geschafft, innerhalb nur eines Jahres den World Overshoot Day um drei (!!!) Tage in die falsche Richtung zu verschieben. Selbst im Leerlaufbetrieb verursacht die Lebensweise unserer Gesellschaft mindestens die Ressourcen, die drei Erden produzieren können. Jetzt werden 650 Milliarden als Erste Hilfe für den Wald benötigt. Das ist etwa die Summe, die ein unfähiger Verkehrsminister verballert hat oder 10 % des Vermögens eines Otto-Normal-Milliardärs. Die Probleme bestehen, weil unser System ständiges Wachstum zum Funktionieren benötigt. Da reicht Mathematik der Sekundarstufe I, um die Folgen zu berechnen. Seit Jahrzehnten werden uns Bedarfe eingeredet, die wir gar nicht kannten. Sauber reicht nicht, es muss rein sein. Und jede Autobahn sollte von freien Bürgern mit freier Fahrt in wenigen Minuten erreichbar sein. Dem netten Kolonialherrn von nebenan gehen die Argumente aus, daher sind die Aussagen von Tönnies an Ignoranz nicht mehr zu überbieten.

Wahrheit

Ich war oft in Afrika, Tönnies hat nur die Wahrheit gesagt.
Das ist keine Beleidigung sondern die Wahrheit!!!

2 Kommentare

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