Parks rund um Schloss Rheda sollen künftig von eigenem Personal unterhalten werden
Fürst mit Pflege der Stadt unzufrieden

Rheda-Wiedenbrück (WB). Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg ist unzufrieden damit, wie die Stadt seine öffentlich zugänglichen Parkflächen rund um Schloss Rheda pflegt. Deshalb will er die Sache jetzt selbst in die Hand nehmen. Bezahlen allerdings soll das die Kommune.

Donnerstag, 08.08.2019, 10:15 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 11:00 Uhr
Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg sieht diesen Stumpf als Gefahr für Kinder, die längst hätte beseitigt werden müssen. Foto: Carsten Borgmeier
Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg sieht diesen Stumpf als Gefahr für Kinder, die längst hätte beseitigt werden müssen. Foto: Carsten Borgmeier

Immer mehr Müll lande auf seinen Anlagen, der Erlenbruchwald sei inzwischen zu einem Dschungel verwachsen, Brücken seien marode und oftmals hielten sich zwielichtige Gestalten zum fröhlichen Zechen auf seinem Grund und Boden auf. Dies will der Fürst nicht länger hinnehmen. »Das Schloss mit seinen Anlagen ist immerhin ein bedeutendes Aushängeschild Rheda-Wiedenbrücks«, betonte er jetzt.

Aus den genannten Gründen will der Fürst, der am Dienstag seinen 50. Geburtstag feierte, die seit 1982 laufenden Verträge zur Gartenpflege mit der Kommune zum Jahresende auslaufen lassen. Explizit nicht davon betroffen sein soll der Schlossgarten mit der Orangerie, zwischen Steinweg und Schlossstraße gelegen. Dort sei die städtische Pflege nicht zu beanstanden, so der Fürst.

Anlagen werden zugemüllt

Um aber den übrigen Bereich (etwa 373.000 Quadratmeter) mit Erlenbruchwald, Schlosspark, Fasanenwald und früherer Hirschwiese auf Vordermann bringen zu lassen, hat zu Bentheim-Tecklenburg bereits Fakten geschaffen und Personal eingestellt. Auch ein Radlader wurde angeschafft.

Volker Haubner (49) ist jetzt seit sechs Wochen beim Fürsten als Hauptgärtner angestellt.

Volker Haubner (49) ist jetzt seit sechs Wochen beim Fürsten als Hauptgärtner angestellt. Foto: Carsten Borgmeier

So ist jetzt seit Wochen Volker Haubner (49) als Hauptgärtner beim Fürsten angestellt, seit Ende 2018 hat Förster Thomas Jebing (33) den umfangreichen Baumbestand des bedeutenden westfälischen Adelssitzes im Blick. Um aber den umfangreichen Arbeiten-Katalog auf dem weitläufigen Areal vernünftig erledigen zu können, sollen noch zwei bis drei weitere Fachkräfte aus der grünen Branche angeworben werden.

In letzter Konsequenz muss Eintritt gezahlt werden

Der Fürst hat eigenen Angaben zufolge ein Gutachten in Auftrag gegeben, das erstmals die erforderlichen Pflegearbeiten und die damit verbundenen Kosten auflistet. Der 50-Jährige spricht dabei von bis zu 250.000 Euro, die im ersten Anlauf anfallen sollen – und die er gern von der Kommune erstattet haben möchte.

Ob das aber so kommt, ist noch unklar. Seit drei Jahren stehe er jetzt mit der Stadt darüber in Verhandlungen, abschließend müsse die Politik darüber befinden. »Im ungünstigsten Fall muss ich halt Eintritt nehmen«, so der 50-Jährige. In Betracht zieht er zudem, einen Sicherheitsdienst zu engagieren, der auf dem Gelände patrouilliert.

Verhandlungen mit der Stadt laufen

Von der Stadt äußert sich eine Sprecherin: »Für die Nutzung der in Eigentum der Familie Bentheim-Tecklenburg stehenden Flächen durch die Öffentlichkeit liegen mehrere vertragliche Vereinbarungen vor. Diese haben bisher aus Sicht der Stadt einen durchaus angemessenen Interessensausgleich abgebildet. Zurzeit wird eine Zusammenfassung der einzelnen Vertragswerke angestrebt. Eine dazu notwendige Abstimmung zwischen dem Fürstenhaus und der Stadt Rheda-Wiedenbrück steht noch aus und wird verwaltungsseits vorbereitet.«

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