Mo., 19.08.2019

Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung hatte Tönnies der »Sklaverei« bezichtigt Tönnies lädt Paderborner Kritiker Koch ein

Unternehmer Clemens Tönnies (links) und Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung Friedhelm Koch.

Unternehmer Clemens Tönnies (links) und Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung Friedhelm Koch. Foto: dpa

Rheda-Wiedenbrück/Paderborn (WB/OH). Nach »Sklaverei«-Vorwurf: Der Fleischkonzern Tönnies hat den Vorsitzenden der CDU-Mittelstandsvereinigung in Paderborn, Friedhelm Koch, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

Fleischunternehmer Clemens Tönnies und dessen Rheda-Wiedenbrücker Konzern reagieren auf die harsche Kritik vom Chef der Paderborner CDU-Mittelstandsvereinigung, Friedhelm Koch, und dessen indirekten »Sklaverei«-Vorwurf . Das Unternehmen hat den Politiker, der im Hauptberuf Malermeister ist, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen soll das Treffen in der kommenden Woche stattfinden.

Koch hatte am Donnerstag als Studiogast in der WDR-Sendung »Lokalzeit OWL« die Situation der ausländischen Werkvertragsarbeiter beim Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzern kritisiert. Es gebe in Deutschland noch zwei Branchen, »die Sklaverei haben«, hatte Koch gesagt. »Die eine ist die Prostitution, die andere die Fleischzerlegung.« Tönnies betreibe das zwar nicht selbst, »aber er lässt es betreiben von rumänischen Subunternehmen.«

Vom Konzern hieß es am Montag, man wolle sich mit Koch sachlich austauschen und ihm gerne auch den Betrieb zeigen. Der Fleischkonzern beschäftige in OWL rund 10.000 Menschen – alle nach deutschen Arbeits- und Sozialgesetzen.

Koch sagte, er habe zahlreiche, fast durchweg positive Reaktionen auf seine Aussagen erhalten. Die Einladung von Tönnies habe er angenommen. Sein Ziel sei es, etwas anzustoßen, damit sich die Situation verbessert.

Derweil haben die »Aktion Arbeitsunrecht« und das »Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung« Proteste gegen das »System Tönnies« angekündigt. Am 13. September solle es bundesweit Aktionen geben und eine Demonstration in Rheda-Wiedenbrück.

Die viel diskutierten Afrika-Aussagen Tönnies’ beim Handwerkertag Koch als Studiogast in der WDR-Sendung »Lokalzeit OWL« nicht als Rassismus eingestuft, sondern als »dummes Gerede«.

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