Mittelalter-Premiere in Rheda lockt keine Massen an – es geht aber weiter
Rassige Ritterkämpfe vor kleiner Kulisse

Rheda-Wiedenbrück (WB). Rassige Ritterkämpfe, splitternde Lanzen, gut gelaunte Gaukler: Zum ersten Mal gastiert das Mittelalter in Rheda. Doch die Premiere auf der Hirschwiese im Schatten des Schlosses lockt an den drei Tagen das Volk nicht in Scharen an. »Ich bin aber nicht unzufrieden, schließlich sind wir das erste Mal hier«, sieht Veranstalter Stefan Kaiser noch Luft nach oben.

Montag, 02.09.2019, 03:00 Uhr
Splitternde Lanzen: Publikumsliebling Prinz Wilhelm zu Rheda (links) und sein Ross setzen sich als Turniersieger durch. Auch wenn keine Massen in den Schlosspark strömen, zeigt sich Veranstalter Stefan Kaiser dennoch zufrieden mit der Premiere. Foto: Uwe Caspar
Splitternde Lanzen: Publikumsliebling Prinz Wilhelm zu Rheda (links) und sein Ross setzen sich als Turniersieger durch. Auch wenn keine Massen in den Schlosspark strömen, zeigt sich Veranstalter Stefan Kaiser dennoch zufrieden mit der Premiere.

Kaiser galoppiert selbst mit – als finsterer Targo aus den Karpaten. Noch zwei weitere Kaiser satteln ihre Rösser: Jeffrey und Daniel, die Neffen des umtriebigen Organisators aus Duisburg. Dominik ist Kaiser Nummer vier. »Aber ich bin nicht verwandt mit ihnen«, erklärt der als Herold agierende Moderator. »Fresset und saufet, solange die Taler reichen«, empfiehlt er bei der atmenberaubenden Ritter-Show den Besuchern. Ihre Zahl ist nur schlecht zu schätzen, weil ein ständiges Kommen und Gehen herrscht.

Mittelalter-Fest am Schloß Rheda

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Vor allem am ersten Tag hält sich die Resonanz in Grenzen. Das müssen wohl fünf Aussteller geahnt haben: Sie sagen kurzfristig ab. »Am Freitag wollte nur einer auf unsere Scheibe schießen«, bedauern die Bogen-Spezialisten An­drea Feldmann und Werner Müller vom Delbrücker »Tross«.

»Mittlerweile gibt es viele Mittelalterfeste in unserer Gegend«

Flaute herrscht auch im Zelt nebenan, das mit Mittelalter-Gewändern vollgestopft ist. »Die Geschäfte laufen schlecht«, gibt der aus dem holländischen Breda angereiste Händler zu. Es liegt nicht zuletzt am schwülen Wetter, dass die Zuschauerzahl überschaubar ist. Wegen der tropischen Temperaturen zieht Schotten-Darsteller Captain William Kidd (Nils Dauer) nicht seinen Kilt an: »Zu heiß!«

Besser frequentiert sind die Imbiss- und Getränkestände. Hier stärkt sich auch ein Trio aus Herzebrock. Sie sind in mittelalterlichen Gewändern erschienen und nennen sich Wieland von Rübenau (Raimund Oeser), Melanie Maria von Holdt (Melanie Ogiermann) und Michael Johannes von der Aue (Michael Mielenz). Dass der Ansturm ausbleibt, kommt für Oeser nicht überraschend.

Seine Erklärung: »Mittlerweile gibt es viele Mittelalterfeste in unserer Gegend. Dazu kommt noch, dass es heute sehr heiß ist und die Ferien zu Ende sind – da haben die Leute nicht mehr so viel Geld in der Tasche.« Seine Begleiterin Melanie hofft, dass es in Rheda weitergeht. »Das Event mit seiner tollen Show muss sich erst noch etablieren, dafür braucht man Zeit«, meint die Herzebrockerin.

»Im nächsten Jahr kommen wir wieder«

Stefan Kaiser, der jährlich 50 bis 60 Veranstaltungen dieser Art in Deutschland durchführt, lässt sich auch nicht entmutigen. »Im nächsten Jahr kommen wir wieder«, verkündet der 62-jährige Profi tapfer. Der Duisburger will erst mit 75 vom Pferd steigen. »Da lügt er. Stefan hört erst auf, wenn er tot ist«, merkt seine Frau Kathleen (37) lachend an.

Prima gelaunt sind auch Anja Schmelter und Daniel Scholz. In ihrer auffallenden Tracht, angelehnt an das 14. Jahrhundert, verkörpern beide das frühe Handwerk. Sie gehören der Gütersloher Lagergruppe Amici Aeternam an. Übersetzt in etwa: Freunde für ewig. »Wir kooperieren mit Gleichgesinnten aus Oberhausen, die heute leider nicht kommen können. Wir spinnen, nähen und kochen mit ihnen zusammen«, berichtet Anja. Sie und ihr Partner ziehen die Blicke der Besucher immer wieder auf sich.

 

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