Mi., 11.09.2019

36 Wochenenden Arbeit: Rugbyabteilung des Wiedenbrücker TV bezieht Vereinsheim Heimat nicht nur für die harten Jungs

Bei der Eröffnung wohnten zahlreiche Ehrengäste der Feierstunde bei. Der Innenbereich des neuen Rugby-Heims ist in den Vereinsfarben rot-weiß gestaltet. An der Längsseite ist eine Fototapete mit Rugbymotiv angebracht, die gegenüberliegende Seite ist komplett als Fensterfront mit Schiebetüren gestaltet, damit man einen freien Blick auf das Spielfeld hat.

Bei der Eröffnung wohnten zahlreiche Ehrengäste der Feierstunde bei. Der Innenbereich des neuen Rugby-Heims ist in den Vereinsfarben rot-weiß gestaltet. An der Längsseite ist eine Fototapete mit Rugbymotiv angebracht, die gegenüberliegende Seite ist komplett als Fensterfront mit Schiebetüren gestaltet, damit man einen freien Blick auf das Spielfeld hat. Foto: Waltraud Leskovsek

Von Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück (WB). 1970 legte der Lehrer Horst Lück in der Osterrath-Realschule durch die Gründung einer Rugby-AG den Grundstein für die Rugbyabteilung des Wiedenbrücker Turnvereins. Aus den damals Heranwachsenden sind heute gestandene Männer geworden, die dem Sport treu geblieben sind, ihn in Rheda-Wiedenbrück etabliert haben und ihre Leidenschaft an die nachfolgenden Generationen weitergeben.

Am vergangenen Samstag wurde die Einweihung ihres eigenen Vereinsheims auf dem Gelände des Sportzentrum an der Burg gefeiert. In überwiegender Eigenleistung entstand das 200 Quadratmeter große, eingeschossige Haus mit einem 100 Quadratmeter großen Versammlungsraum, Toiletten, einer Küche mit Bistro und einem Geräteraum.

Carsten Aust und Klaus Niewöhner waren die Motoren für das Vereinsheim

Durch die Tatsache, dass die Rugbyabteilung vor zehn Jahren einen Förderverein gegründet hat, war es unter anderem möglich, dieses Bauvorhaben ohne Unterstützung zu bauen. Carsten Aust und Klaus Niewöhner waren seinerzeit die Motoren für das eigene Vereinsheim. Sie verdeutlichten aber auch, dass das alles nur möglich war, weil ganz viele Ehrenamtliche an insgesamt 36 Wochenenden mit angefasst haben, unzählige Kubikmeter Schotter geschaufelt, Strippen gezogen und den Innenausbau gemeistert haben. Es hat zudem viele Sponsoren gegeben, zahlreiche Firmen, die Material kostenlos zur Verfügung gestellt haben und drei Familien, die das Projekt finanziell angeschoben haben. Das sind die Rugbyfamilien Peterburs, Rottkemper und Winkler. »Ohne euch wären wir heute nicht hier«, bedankten sich die beiden Vorsitzenden Carsten Aust und Klaus Niewöhner bei den Familien.

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Hier wird nicht lange geredet, sondern angepackt.

Theo Mettenborg

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Klaus Winkler, als zweiter Vorsitzender des Fördervereins erinnerte kurz an die ersten Schritte, völlig unerfahren aber mit der richtigen Portion Beharrlichkeit. Der Architekt Frank Hurlbrink hätte ihnen dabei wichtige Unterstützung gegeben. Bürgermeister Theo Mettenborg erinnerte sich auch noch gut an das erste Gespräch, wo er gespürt habe: »Hier wird nicht lange geredet, sondern angepackt«. »Ich finde, es ist eines der schönsten Projekte in Rheda-Wiedenbrück, weil ganz viel Herzblut dabei ist und wir von Rat und Verwaltung gar nicht nein sagen konnten«, so der Bürgermeister. Die Rugbyfreunde hätten lediglich um das Grundstück gebeten. »Eine grandiose Geschichte«, resümierte Mettenborg. Er bekam als kleine Gedankenstütze von Niewöhner ein Kabelstück überreicht, denn die Leerrohre für das fehlende Flutlicht auf dem Rasenplatz hätten sie im Zuge der Bauarbeiten schon mal mitgelegt. Jetzt sei es an der Stadt, das Flutlicht zu installieren.

Ein Gentlemen-Sport: Was der Schiedsrichter sagt, ist Gesetz

Das Vorstandsteam der Abteilung sowie auch des Fördervereins gaben den rund einhundert Ehrengästen einen Einblick in den Sport, der wie alle betonten, von Anstand, Aufrichtigkeit, Respekt, Fairness, Disziplin und einem gesunden Sportgeiste geprägt ist. »Was der Schiedsrichter sagt, ist Gesetz. Da gibt es nur ein Ja Sir, oder Nein Sir«, erklärte Aust. Er sprach sogar von einem Gentlemen-Sport. Da Host Lück mit 57 Jahren viel zu früh verstorben ist, gibt es seit 1989 das Horst-Lück-Gedächtnis-Turnier, dass am kommenden Wochenende mit rund 600 Kindern aus ganz Deutschland wieder stattfindet. Pfarrer Marco Beuermann und Bruder Marcio aus dem Franziskanerkloster segneten die Räume und die Menschen, die das Haus mit Leben füllen. Unter der musikalischen Begleitung des CVJM Posaunenchores wurde gemeinsam »Großer Gott wir loben dich« gesungen. Die beiden Geistlichen baten um Gottes Segnen für gute Freundschaften, für den Sport und die Fairness. Wie viel Geld die Rugbyfreunde letztendlich für das eigene Vereinsheim ausgegeben haben, das bleibt wohl ein Geheimnis.

Rugby-Abteilung zählt aktuell 260 Mitglieder

Niewöhner erklärt, dass es schwer zu sagen sei, weil viele Rechnungen noch nicht da seien, es viele Sponsoren gebe und ganz, ganz viel Eigenleistung aus den Reihen der handwerklich begabten Mitglieder. Es sei auf jeden Fall nichts auf Pump gekauft. Die Rugby-Abteilung zählt aktuell 260 Mitglieder mit Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit.

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