So., 10.11.2019

Fachoberschüler gestalten Weihnachtsbäume als Designobjekte Früher war mehr Lametta

Ein Weihnachtsbaum kann durchaus ein Designobjekt sein. Das hat diese Gruppe von Fachoberschülern bewiesen – hier zusammen mit den beiden Lehreinnen Iris Jansen de Wal und Iris Marx sowie Klaus Westermann vom Gewerbeverein.

Ein Weihnachtsbaum kann durchaus ein Designobjekt sein. Das hat diese Gruppe von Fachoberschülern bewiesen – hier zusammen mit den beiden Lehreinnen Iris Jansen de Wal und Iris Marx sowie Klaus Westermann vom Gewerbeverein. Foto: Waltraud Leskovsek

Von Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück (WB). Ein Weihnachtsbaum kann auch durchaus ein Designobjekt sein, insbesondere dann, wenn er nicht aus echter Tanne besteht. Erstmals sind 26 Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Fachoberschule Gestaltung am Reckenberg-Berufskolleg eine Kooperation mit dem Gewerbeverein Wiedenbrück eingegangen, um das Projekt »Weihnachtsbäume als Designobjekte« zu realisieren.

Es war ein sehr praxisnahes Projekt, weil die Schüler zusammen mit dem Einzelhändler oder Restaurantbesitzer einen etwas anderen Weihnachtsbaum so ganz ohne Lametta entwickeln mussten, der aber auch zum Gewerk des jeweiligen Betriebes passen sollte. So steht demnächst bei Kammerewert ein Baum, der mit Krawatten geschmückt ist, bei Güth ein Baum, der aus Buchseiten besteht, oder bei Westermann ein Objekt, das aus Papprollen ist, die für Teppiche genutzt werden.

Die Reihe der Ideen ist lang. Insgesamt sind 13 Bäume entstanden, die die Öffentlichkeit nun in den Geschäften besichtigen kann und auch sollte. Man kann nämlich seine Stimme abgeben, damit am Ende der Weihnachtszeit der schönste Baum noch prämiert wird. Das geht per Abstimmung auf der Homepage des Gewerbevereins. Ein QR-Code am Baum kann ganz einfach eingescannt werden.

Für den Gewerbeverein, aber auch für die kreativen Schüler ist es eine Win-win-Situation. Klaus Westermann vom Vorstand des Gewerbevereins betonte, dass er bei der Vorstellung des Projektes auf offene Ohren gestoßen sei. Sofort hätten sich 13 Interessenten gefunden. Er fand es gut, dass es Vorgespräche gab und die Wünsche der Aussteller berücksichtigt wurden. »Schön, dass wir den Schülern für ihre Arbeit eine Plattform geben können und wir tolle Kunstobjekte in unseren Läden stehen haben«, betonte er. Als Dankeschön möchte der Gewerbeverein die anstehende Klassenfahrt der Fachoberschulklasse finanziell unterstützen. Markus Woidich, Abteilungsleiter der gestalterischen Berufe, machte deutlich, dass Schüler nur selten so eine tolle Möglichkeit bekämen, Dinge kreativ zu gestalten und auszustellen. Das meiste sei Theorie. Besonders gut fand er, und dafür dankte er den beiden Objektleiterin Iris Jansen in de Wal und Iris Marx, dass die Schüler die Betriebe besuchen, sich das Umfeld ansehen und mit dem Gewerbetreibenden zusammen eine Grundlinie finden mussten. Dinge wie Farbgestaltung, Größe und der Bezug zum Gewerk sollten stimmig sein.

Von dem Ergebnis waren alle begeistert, als die Geschäftsleute jetzt ihre Arbeiten, die in nur zwei Tagen entstanden sind, erstmals sehen konnten. »Ich bin überrascht, wie die Schüler aus meinen einfachen Papprollen einen stylischen Tannenbaum gezaubert haben«, freute sich Klaus Westermann. Das Budget von nur zehn Euro von der Schule pro Objekt war eine weitere Herausforderung und sollte ein Anstoß sein, nachhaltig zu denken und Dinge aus Dachboden, Keller, Wald und Flur mit einzubeziehen. Manche Händler haben auch einige Accessoires, die spezifisch für sie sind, als Deko dazu gegeben, wie das Autohaus Thiel Miniaturautos oder der Ratskeller Flaschenkorken.

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