Rhedaer Adventskrämchen lädt noch bis Sonntag zum Besuch ein
Im Grundton rockiger

Rheda-Wiedenbrück (WB). Wer im 38. Jahr noch immer nicht den Weg zum kleinen Rhedaer Weihnachtsmarkt findet, dem weist eine erstmals im weihnachtlichen Grün leuchtende Stadtkirche unübersehbar den Weg. Um das Gotteshaus scharen sich beim Adventskrämchen noch bis Sonntag, 8. Dezember, wieder 21 Büdchen, eine heimelige Atmosphäre herrscht im Rund. Besonders im Blickpunkt stand am ersten Abend die kleine Bühne, auf der zum traditionellen gemeinsamen Weihnachtslieder-Singen eine Premiere wartete.

Freitag, 06.12.2019, 08:11 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 08:20 Uhr
Zu dritt singt es sich doch viel schöner: Vorsänger Peter Bremhorst (Mitte) holt sich Marga Reker und Konrad Schories zur Unterstützung auf die Bühne. Peter Bremhorst folgte nach mehr als 30 Jahren Peter Lippe als Taktgeber nach. Foto: Tim Bergheim
Zu dritt singt es sich doch viel schöner: Vorsänger Peter Bremhorst (Mitte) holt sich Marga Reker und Konrad Schories zur Unterstützung auf die Bühne. Peter Bremhorst folgte nach mehr als 30 Jahren Peter Lippe als Taktgeber nach. Foto: Tim Bergheim

Sie hätten kaum größer sein können, jene Fußstapfen, in die Peter Bremhorst da am späten Mittwochabend auf dem Rhedaer Adventskrämchen zu treten hatte. Zu nachhaltig war der Eindruck, den Bariton Peter Lippe bei mehr als 30 Abschluss-Singen bei all den Krämchen-Fans hinterlassen hatte. Eine Fangemeinde, für die die gemeinsam gesungenen Weihnachtslieder allabendlich das eigentliche Highlight des kleinen Weihnachtsmarktes rund um die Stadtkirche waren.

Erfahrener Rathaus-Fahrensmann, der er ja war, erwies Bremhorst dem Vorgänger zu allererst seine Reverenz: „Es ist mir eine große Ehre, diese Nachfolge anzutreten“. Lippe, im Publikum in die hinteren Reihen gerutscht, vernahm es mit sichtlicher Zufriedenheit.

Mit „Fröhliche Weihnacht überall“ zeigte es sich gleich, dass der Nachfolger nicht in besagte Fußstapfen zu treten gedachte. Nein, er trat daneben, suchte seinen eigenen Weg. Unüberhörbar dabei, dass der Sänger und Musiker Bremhorst aus der Rockabilly-­ Ecke kommt. „Ich muss mich erst mal phonetisch auf Weihnachten einstimmen“, bekannte er auch freimütig. Er suchte noch weit häufiger als sein Vorgänger den Dialog mit seinem Publikum, und nach einem gemeinsamen „Kling Glöckchen, klingelingeling“ hatte der neue Vorsänger „das Gefühl, langsam auf Weihnachten umzusteigen“.

Auf Peter folgt Peter

Eine Gänsehaut bekam der Sänger dann beim gemeinsamen „Süßer die Glocken nie klingen“, bekannte sonach bei „Kommet ihr Hirten“, dass „ich auch langsamer kann“. Und doch blieb das Singen in seinem Grundton rockiger, swingender. Neben den Lippeschen Fußstapfen eben, weg vom getragenen, feierlichen Gesang, den die Krämchen-Fans gewohnt waren und so liebten.

So hatte das Publikum denn auch zunächst Startschwierigkeiten, das neue Tempo mitzugehen, das da auf der Bühne angeschlagen wurde. Doch mit jedem Lied wuchs auch der Chor vor der Bühne in die neue Klangwelt. Und als Bremhorst bei den Zeilen „Lustig, lustig, tralalalala, bald ist Nikolausabend da“ seinen Begleiter Thomas Venten am Piano aufforderte, „los, Thomas, spiel die letzte Strophe noch einmal“, da war sein Publikum längst seiner Aufforderung gefolgt, mal ein bisschen zu schunkeln.

Und weil weihnachtliche Weisen mit einem unterlegten Classic Beat gleich viel peppiger klingen, folgten die Zuhörer Bremhorst auch bereitwillig, als es darum ging, mitzuklatschen. Klatschende Hände bei „Leise rieselt der Schnee“ – ganz neue Erlebnisse beim Abschluss-Singen waren das.

Der Vorsänger hatte sich nach sieben Liedern wohl richtig eingegrooved und dachte gar nicht ans Aufhören: „Ich singe immer weiter, es sei denn, dass einer ‚Aufhören!‘ ruft“. Tat aber niemand, so dass Bremhorst zufrieden konstatierte: „Immer wieder schön, wie ich die Massen beherrsche.“ Und die Massen folgten ihm bereitwillig noch durch ein abschließendes, fetziges „Feliz Navidad“, bevor sie einen lauten Schlussapplaus spendeten.

Peter Lippe hatte aufmerksam gelauscht, seiner Miene waren weder Zustimmung noch Ablehnung anzusehen. Der „alte Peter“ blieb an diesem Abend eine Sphinx, der „neue Peter“ aber scheint auf dem Krämchen angekommen zu sein.

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