Sa., 21.12.2019

Vortrag am Kolping-Gedenktag mit Kritik an der aktuellen Situation „Der Kirchenkarren steckt fest“

Rosen und Urkunden für langjährige Treue zu den Ideen Adolph Kolpings: Die Jubilare der Kolpingsfamilie Wiedenbrück gemeinsam mit der Vorsitzenden Maria Goerke und Johannes Klauke.

Rosen und Urkunden für langjährige Treue zu den Ideen Adolph Kolpings: Die Jubilare der Kolpingsfamilie Wiedenbrück gemeinsam mit der Vorsitzenden Maria Goerke und Johannes Klauke.

Rheda-Wiedenbrück (WB). Das ist eine beachtliche Bilanz: 16 Jubilare, die gemeinsam auf 770 Jahre Mitgliedschaft blicken können, wurden beim Kolping-Gedenktag der Kolpingsfamilie Wiedenbrück ausgezeichnet. „Wir freuen uns über so viel Treue“, sagte die Kolping-Vorsitzende Maria Goerke. Sie dankte allen Geehrten für ihren Einsatz.

Vor 70 Jahren traten Alfons Hackelbörger und Bernhard Laukemper der Kolpingsfamilie bei, Franz-Josef Bettentrup und Konrad Ramsel vor 65 Jahren. Auf ein halbes Jahrhundert blicken Karl Gnegel, Hermann-Josef Deese, Heinz Beckord und Theo Stienemeier zurück. Vor 40 Jahren beschlossen Heinz-Josef Clasmeier, Elke van Pels, Angelika Maasjosthusmann, Beate Lintermann, Christel Gondolf und Anna Holfter, sich zu engagieren. Bianka und Michaela Dürbusch blicken auf 25 Jahre Mitgliedschaft zurück. Neben der entsprechenden Urkunde wurde allen Jubilaren eine Rose überreicht.

„Binde deinen Karren an einen Stern“ – mit einem Satz des vor 500 Jahren verstorbenen Universal-Genies Leonardo da Vinci hatte Johannes Klauke seinen Vortrag überschrieben. „Dieses Wort eines sensiblen Menschenfreundes“, machte er deutlich, sei heute aktueller denn je: „Der Appell, sich in der Mühsal des Lebens an etwas Großem zu orientieren und sich davon motivieren zu lassen, ist gerade für jene wichtig, die im Sumpf ihrer Lebensumstände feststecken.“

16 Jubilare geehrt

Positive Beispiele dafür, so der pensionierte Religions- und Deutschlehrer und langjährige Direktor des Ratsgymnasiums, der sich aktuell unter anderem als ehrenamtlicher Krankenhausseelsorger engagiert, gebe es genug. Mit Blick auf die Adventszeit nannte er die Weisen aus dem Morgenland: „Sie haben sich von einer Alternative inspirieren lassen, weil sie wussten, dass vor der Leuchtkraft des Kindes in der Krippe alle anderen Sterne verblassen.“

Der Glaube an das „weltverändernde Geschehen von Bethlehem“ hat auch Adolph Kolping zu einem „vorbildlichen Karrenzieher“ gemacht, ist sich Klauke sicher: Nicht zuletzt, weil der Priester und Gründer des Gesellenvereins durch sein vorbildliches soziales Engagement die Trennung von Himmel und Erde durchbrochen habe.

Etwas von dieser Aufbruchstimmung wünscht sich Klauke auch angesichts der aktuellen Situation der Kirche: Auf vielen Feldern folge sie zwar dem Stern von Bethlehem, auf anderen aber sei der „Kirchenkarren“ vom Weg abgekommen und stecke fest: In der Frage des Zölibats genauso wie bei Ungleichbehandlung von Männern und Frauen oder der Verweigerung der Eucharistie für wieder verheiratete Geschiedene. „Wie passt die befreiende Botschaft Jesu zu Maulkörben für brillante Denker oder zur Tatsache, dass die Worte mündiger Laien zu wenig Gehör finden“, fasste der 69-Jährige zusammen.

Begonnen hatte der Gedenktag mit einem gemeinsamen Kaffee-Trinken im Aegidius-Haus, seinen Abschluss fand er beim Gottesdienst in der Pfarrkirche, den Pastor Rüdiger Rasche zelebrierte.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7145543?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F