Sa., 08.02.2020

Zu alt: Markantes Backsteinhaus mitten in Wiedenbrück abgerissen Kirchplatz 4 gibt es nicht mehr

Das auffällige Gebäude im Schatten der Wiedenbrücker Aegidiuskirche ist dem Erdboden gleichgemacht worden.

Das auffällige Gebäude im Schatten der Wiedenbrücker Aegidiuskirche ist dem Erdboden gleichgemacht worden. Foto: Waltraud Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück (WB/wl). Nicht wie ursprünglich geplant im Herbst 2018, sondern erst jetzt wurde das alte Backsteinhaus am Kirchplatz 4 in Wiedenbrück dem Erdboden gleichgemacht. Den Abriss hatte man bewusst verschoben, weil erst die Baustelle Kirche abgeschlossen sein sollte.

Das Haus war in die Jahre gekommen und man hätte es nicht so umgestalten können, dass es den Bedürfnissen der heutigen Zeit gerecht wird. Alleine schon der hohe Eingang ist nicht das, was man als barrierefrei bezeichnet.

Ganz sanft ging das Abbruchunternehmen Landwehr vor. Hier und da knackten ein paar Balken und es staubte ein wenig. Vorsichtig fraß sich der Bagger von der Hinterseite aus durch das markante rote Gebäude und knabberte nach und nach Stücke aus den Wänden. Binnen zwei Tagen waren nur noch einige Berge mit Bauschutt, Balken, Fenstern und Blech übrig. Die Adresse ist Vergangenheit. Aber nicht für lange.

Es soll ein neues zentrales Verwaltungsgebäude des Pastoralverbundes Reckenberg entstehen, in dem die komplette Verwaltung, das Archiv aller Gemeinden und das Kontaktbüro für St. Aegidius untergebracht wird. Kalkuliert sei das neue Verwaltungsgebäude mit 1,6 Millionen Euro, sagt Pfarrdechant Reinhard Edeler. 90 Prozent dieser Summe bezuschusst das Erzbistum Paderborn. Die verbleibenden zehn Prozent bezahlen die vier Kirchengemeinden des Pastoralverbundes, anteilig nach der Zahl ihrer Mitglieder.

Neubau kostet 1,6 Millionen Euro

Warum in Zeiten von Kirchenaustritten und weniger Personal in den Gemeinden neu gebaut wird, erklärt Edeler damit, dass eine Zentralisierung gerade dann besonders wichtig sei. Die Pfarrbüros in den anderen Gemeinden werden vermietet, es bleiben lediglich kleinere Kontaktbüros. Und dass das neue Gebäude so großzügig wird, müsse nicht Leere bedeuten, sondern eher eine Einladung, es mit Leben zu füllen.

Derzeit laufen die Submissionen des Architekturbüros Ballhorn, Wewer, Karhoff aus Paderborn. Im Juni findet eine Verwaltungsratssitzung in Paderborn statt; danach kann es hoffentlich aktiv losgehen. Auf die Baugenehmigung wartet Edeler derzeit noch, doch „das sollte jetzt in Kürze passieren“. Aus den Kirchenvorständen wurden in den vergangenen Wochen Vorschläge für Handwerker aus der Region gemacht, die der Architekt bei den Ausschreibungen berücksichtigen will.

Im Zuge des Neubaus soll auch das Pfarrhaus durchrenoviert werden. Das bezuschusst Paderborn mit 90 Prozent. Zwei Geistliche werden dort wohnen. Der Pfarrdechant zieht in die Erdgeschosswohnung, einer der beiden Pastöre bezieht die obere Wohnung. Da im ersten Stock vor einigen Jahren bereits renoviert wurde, gibt es dort nicht mehr viel zu tun. Unten muss aus den Büro- und Besprechungsräumen eine Wohnung gestaltet werden. Mit einer Gesamtfertigstellung rechnet der Pfarrdechant im Sommer des Jahres 2022.

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