So., 22.03.2020

Rheda-Wiedenbrück Infrastruktur für Radfahrer im Blick

Rheda-Wiedenbrück (eph) -  Bereits vor der Verschärfung der Schutzbestimmungen haben sich auch die Rheda-Wiedenbrücker Grünen des Themas Fahrradwege angenommen, und der Ortsverband will, sobald die Coronakrise überwunden ist, weiter für eine bessere Infrastruktur für Zweiradfahrer eintreten.

 „Wir haben uns personell in jüngster Zeit deutlich verstärkt und sind damit jetzt in der Lage, Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen zu bilden“, begründete Ratsherr Hans-Herman Heller-Jordan die Initiative seiner Partei. Eine Gruppe um Alwin Wedler, Dieter Epkenhans und Moritz Ritschel hat sich in den vergangenen Monaten schwerpunktmäßig um das Thema „Mobilität“ gekümmert. Der Start zur Umsetzung in die Praxis ist noch vor den strikten Ausgangsregelungen am Bahnhof in Rheda erfolgt. Dort trafen sich Grünen-Politiker, um im Rahmen einer Exkursion auf Schwachstellen im örtlichen Radwegenetz aufmerksam zu machen.

Die zu dem Anlass selbst in die Pedale tretenden Teilnehmer erinnerten dabei an ein vor vier Jahren von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten zur Radwegesituation, das seit 2017 mehr oder weniger in der Schublade liege. „Seitdem sind zweieinhalb wertvolle Jahre vergangen, in denen deutlich zu wenig passiert ist“, merkte Alwin Wedler an. So gebe es immer noch keinen Gesamtprojektplan mit Terminierung, Verantwortlichkeit, Kostenplanung und -verfolgung. Vor diesem Hintergrund wünschen sich die Grünen eine hauptamtliche Projektleitung in der Stadtverwaltung, die direkt beim Bürgermeister angesiedelt ist.

Hans-Herman Heller-Jordan: „Wir brauchen eine grundsätzliche Änderung in der Verkehrspolitik und ein Sprachrohr Pro Rad und Pro Natur.“ Dazu soll nach den Vorstellungen der Umweltpartei ein Runder Tisch unter Leitung des Fahrradbeauftragten mit Fachleuten aus Politik, Bürgerschaft und Wirtschaft eingerichtet werden, um die einzelnen Punkte des Gutachtens abzuarbeiten. Nicht zuletzt die Städtepartnerschaft mit Oldenzaal lasse sich dadurch beleben.

Heller-Jordan: „Die Niederlande haben eine moderne Radinfrastruktur. Wir sollten die Synergiepotenziale daraus nutzen und von den Erfahrungen und dem Expertenwissen der Holländer profitieren.“ Beispielhaft für große Schwachstellen im örtlichen Radwegenetz nennen die Grünen die Pixeler Straße. Dort sehen sie Handlungsbedarf im Bereich der Röttekenstraße aufgrund unzureichender Markierung. Im Bahntunnel mangele es an Beleuchtung und auf Höhe des neuen Radwegs am Bahndamm vermissen sie eine fehlende Bordsteinabsenkung sowie Ampelanlage.

Als besondere Gefahrenquellen ausgemacht hat die Arbeitsgruppe während ihrer Exkursion darüber hinaus die Kornstraße in Lintel sowie den Wieksweg zwischen Wiedenbrück und St. Vit. Alwin Wedler sagte: „Diese beiden stadtteilverbindenden Straßen benötigen aus Sicherheitsgründen unbedingt einen Radweg.“ Um ihrer Forderung nach mehr Raum für den Veloverkehr Nachdruck zu verleihen, wollen die Grünen aus Rheda-Wiedenbrück noch einmal zu einem öffentlichen Fahrradkorso einladen. Bei dieser Gelegenheit sollen dann gezielt einzelne kritische Stellen angefahren und vorgestellt werden.

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