Rheda-Wiedenbrück
Nachbarn säen für Insekten und Vögel

Rheda-Wiedenbrück (wl) - Während sich für uns Menschen die Welt gerade in einem anderen Tempo als gewohnt dreht, nimmt die Natur hingegen ihren gewohnten frühlingshaften Lauf: Die Bäume schlagen aus, die Blumen blühen und die Vögel zwitschern munter.

Sonntag, 12.04.2020, 06:05 Uhr aktualisiert: 12.04.2020, 07:31 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Nachbarn säen für Insekten und Vögel

Ihre Grundstücke in der letzten Reihe verfügen über Gärten, die in Richtung Wald liegen. Die Wiese vor dem Forst hat der Landwirt Otto Wördemann gepachtet. Mit ihm waren sie sich schnell einig, dass sie ihr Vorhaben umsetzen dürfen, nämlich einen rund eineinhalb Meter breiten und 200 Meter langen Streifen direkt hinter ihren Gärten mit bunten Blumen einzusäen. Die sollen Nahrung sowie Lebensraum für Vögel und Insekten bieten und die Menschen, die tagtäglich dort vorbeigehen, erfreuen.

Köstlichkeiten wie Süßlupinen und Wiesensalbei

Wördemann fand die Idee prima und lieferte sogar noch die Blumensaatmischungen. Während Vögel besonders Sonnenblumen, Süßlupinen, Ringelblumen und Fenchel bevorzugen, lieben Insekten Kornblumen, Wiesensalbei und nickendes Leimkraut. Bewohner Klaus Zerbin hat den Streifen mit einer Gartenfräse durchgearbeitet und die Blumensamen unter Mithilfe der Nachbarn eingestreut. Diese wollen sich nun auch darum kümmern, dass der Boden insbesondere in den ersten Tagen feucht gehalten wird. Während der Coronakrise stehen zwar andere Themen im Vordergrund als das Insektensterben, doch es ist offenbar nicht vergessen. „Wir haben gerade alle Zeit und möchten diese nutzen, damit wir uns auch weiterhin an den vielen Vögeln, die besonders hier am Waldrand unterwegs sind, erfreuen können“, erklärt Klaus Zerbin.

Damit die Insekten Schutz finden, werden zudem einige Bienenhotels aufgestellt. Für Passanten und Radfahrer wird direkt am Weg zum Friedhof ein Hinweisschild zum Blühstreifen der Nachbarschaftsinitiative aufgehängt und eine Box mit Blumensamen platziert, an der sich jeder für den eigenen Garten bedienen darf. „Gerade in diesen Tagen tut es gut, in diese Richtung aktiv zu werden“, sagt Zerbin. Das sieht sein Nachbar Frank Monkenbusch ebenso, der aktiv im Vogelverein Farbenpracht ist und sich seit eh und je intensiv auch um die freilebenden Vögel kümmert. Er füttert sie, hat Tränken für sie aufgestellt und seine Tiere in der großen Voliere locken zudem die Waldvögel an. Auf jeden Fall sind die Bewohner vom Lattenbusch gespannt auf den Blühstreifen, der hinter ihren Gartenzäunen hoffentlich schon bald wächst und gedeiht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7366670?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F
Ein Ende und ein Anfang
Rheda-Wiedenbrück: Eine Luftaufnahme der Tönnies Holding. Foto: Guido Kirchner/dpa
Nachrichten-Ticker