Rheda-Wiedenbrück
Schlosstreppe erstrahlt in neuem Glanz

Rheda-Wiedenbrück (eph) - Treppenbauer aus der Region dürften sich über mangelnde Aufträge aus der Stadt Rheda-Wiedenbrück gegenwärtig wohl kaum beklagen. Der private Wohnungsbau - man sieht es an den Baukränen allerorten - floriert. Auch auf Schloss Rheda wird fleißig gebaut.

Mittwoch, 22.04.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 19:46 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Schlosstreppe erstrahlt in neuem Glanz

Das in der Öffentlichkeit heftig diskutierte Projekt „Wiedenbrücker Emstreppe“ ist nach monatelangen Bauarbeiten zu Jahresbeginn seiner Bestimmung übergeben worden. Und auch im Ortsteil Rheda sieht ein größeres Treppenbauprojekt seiner Fertigstellung entgegen. Nach knapp dreimonatiger Bauphase zeigt sich die historische Barocktreppe zum Haupteingang des Schlosses wieder in einem repräsentativen Zustand.

Bauwerk stammt von 1745

Das war zuletzt beileibe nicht mehr der Fall. Der Zahn der Zeit hatte dem Bauwerk aus dem Jahr 1745 kräftig zugesetzt. Eingedrungenes Wasser war im Winter gefroren, hatte den gelben Teutoburger Sandstein an etlichen Stellen zum Platzen gebracht und unansehnliche Riefen sowie Risse hinterlassen.

„Die Treppe war buchstäblich aus den Fugen geraten, ihr Zustand war mir sogar ein bisschen peinlich“, mag Hausherr Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg auch an den Tag gedacht haben, als zahlreiche Ehrengäste aus Anlass seines 50. Geburtstags das Hauptportal zum Schloss über die Barocktreppe betreten mussten.

Doch neben dem rumänischen Staatspräsidenten – er war in Begleitung von Clemens Tönnies jüngst Gast auf Schloss Rheda – stieg als prominente Besucherin vor etwa einem Jahr auch NRW-Heimat- und Bauministerin Ina Scharrenbach die Treppe zum Schlossinneren hinauf. Und die Politikerin war nicht mit leeren Händen nach Rheda gekommen.

Fördermittel von Stadt und Landschaftsverband

Mit im Gepäck hatte sie die Zusage, mehr Mittel für den Denkmalschutz bereitzustellen. Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg nahm dies zum Anlass, die Renovierung des maroden, unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks in Angriff zu nehmen.

Rund 27.000 Euro sind für die Renovierung des historischen Treppenbauwerks veranschlagt. Die Hälfte davon trägt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Weitere 10.000 Euro stellt die Stadt Rheda-Wiedenbrück zur Verfügung, darunter 5000 Euro aus Landesmitteln. Den richtigen Partner für die Ausführung der Arbeiten fand der Hausherr in dem Herzebrocker Bildhauermeister Hans-Bernhard Vielstädte. Mit fünf Mitarbeitern – einem Bildhauermeister und vier Steinmetzen (darunter ein Azubi) – ging Vielstädte im Februar mit Elan und Leidenschaft ans Werk. Jedes einzelne Stufenelement wurde vorab nummeriert. Danach erfolgte die Abtragung des insgesamt rund 20 Tonnen schweren Treppenbauwerks. Was von dem Sandstein nicht mehr benötigt wurde, weil es zu stark beschädigt war, musste ersetzt werden.

Sandiger Boden erschwert Arbeiten

Nachdem neun Punktfundamente in den an dieser Stelle sandigen Boden gesetzt worden waren, begann der Wiederaufbau der Treppenkonstruktion aus 54 laufenden Metern mit 34 Zentimeter Auftritt. Zum Einsatz kam dabei auch eine neue Bauvariante. Hans-Bernhard Vielstädte: „Wir haben einen neuen Beton verarbeitet, der wasserdurchlässig ist. Eindringendes Wasser rinnt so nach unten durch. Es kann keine Pfützen mehr bilden und bei Frost den Stein nicht mehr zum Platzen bringen.“

Zahlreiche Besuchergruppen und Festgesellschaften haben bis heute die Treppenstufen zum Hauptportal des Schlosses als willkommenen Standort für ein Erinnerungsfoto genutzt. Dies soll nach den Worten von Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg auch künftig möglich sein. Das passende Arrangement dazu ließe sich über die Fürstliche Kanzlei buchen. Interessierte Mitbürger, die sich ebenfalls ein Bild von der renovierten Treppenanlage machen wollen, haben dazu in Kürze Gelegenheit: Am verlängerten Wochenende 1. bis 3. Mai ist der ansonsten verschlossene Zugang zum Innenhof des Schlosses frei und für jedermann zugänglich.

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