Rheda-Wiedenbrück
Freibad Rheda muss am 1. Mai zu bleiben

Rheda-Wiedenbrück (wl) - Am 1. Mai machen sich in Rheda-Wiedenbrück üblicherweise nicht nur Radfahrer auf den Weg, sondern Schwimmer ziehen ihre ersten Bahnen im Freibad Rheda, das traditionell zum Start des Wonnemonats seine Pforten öffnet. Daraus wird aufgrund der Coronakrise heute aber nichts.

Donnerstag, 30.04.2020, 17:45 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 19:01 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Freibad Rheda muss am 1. Mai zu bleiben

Ob die Bäder - das in Wiedenbrück öffnet für gewöhnlich 14 Tage später - überhaupt in diesem Sommer offen stehen werden, das weiß niemand. Auch der Verantwortliche für den städtischen Bäderbetrieb, Jochen Kampeter, nicht. Man sei kräftig am Vorbereiten und nehme nun auch Sanierungsarbeiten vor, für die sonst keine Zeit ist, wie etwa die umfangreiche Abdichtung der Sprunggrube. „Wenn wir heute grünes Licht bekommen würden, dann sind wir innerhalb von gut acht Tagen soweit und könnten öffnen“, erklärt er.

Förderverein geht von Einbußen in Höhe von rund 5000 Euro aus

Er hat sich mit Sigrid Strüber vom Förderverein Freibad Rheda getroffen, um die geplanten Aktionen miteinander abzustimmen. „Es ist gut, dass es den Förderverein gibt, sonst würden wir hier von einem normalen Schwimmbad reden und nicht von einem Familienbad mit Zonen für Kleinkinder, für Familien aber auch für Jugendliche“, macht Kampeter deutlich, wie wichtig Zusammenarbeit ist. Ihm tut es besonders für die Förderer leid, dass sie in diesem Jahr ihre geplanten Aktionen nicht durchführen können. Dazu gehört ein Trödelmarkt, ein Kinderzelten, Modenschau mit Kaffee und Kuchen, Nachtschwimmen, Hundeschwimmen und die Einweihung des neuen Holzschiffs im Kinderbereich zum Klettern, Rutschen und Spielen.

„Ich denke, dass uns in diesem Sommer dadurch rund 5000 Euro Einnahmen in unserer Vereinskasse fehlen, die wir aufgrund der Investitionen im vergangenen Jahr benötigen“, erklärt Sigrid Strüber. Sie und ihre Mitstreiter hoffen nun darauf, dass sich auch ohne Aktionen spendenbereite Menschen finden, die dem Verein helfen oder auch Mitglied werden. Bislang zählt die Gemeinschaft 280 Unterstützer.

Die engagierten Freibadfreunde stecken aber dennoch den Kopf nicht in den Sand. Es wurden neue Beete angelegt und bepflanzt, es wird alles vorbereitet für den Tag X, eine Sponsorentafel wird gerade gefertigt, und ein Sonnensegel soll über den im vergangenen Jahr angelegten Matschbereich gespannt werden. Schon jetzt werden Pläne für das nächste Jahr geschmiedet. Dann feiert der Verein sein zehnjähriges Bestehen und das Freibad seinen 85. Geburtstag. Spätestens dann soll es attraktive Aktionen geben.

Wiese lässt sich nur schwer kontrollieren

Für die Stadt bedeutet eine Nichtöffnung auch Kosten, weil die Einnahmen der Eintrittsgelder wegfallen. Mehr als 150 000 Besucher haben im vorigen Jahr die beiden Freibäder in Wiedenbrück und Rheda besucht. Auch wenn man derzeit die Becken mit Wasser volllaufen lässt, man keine Energie zum Heizen benötigt und zusätzliches Saisonpersonal eingespart werden kann, entstehen Kosten. Kampeter erklärt, dass es in einem Freibad fast unmöglich ist, Sicherheitsabstände einzuhalten. Das würde vielleicht im Schwimmbecken gehen, aber spätestens beim Rutschen, auf der Wiese, am Kiosk oder unter den Duschen würde das nicht funktionieren.

Erste Städte wie etwa Bonn würden bereits über eine Hallenbadöffnung unter Einhaltung der coronabedingten Sicherheitsmaßnahmen nachdenken. „Im Hallenbad ist vieles einfacher, weil es ruhiger als im Freibad zugeht. Es fehlt natürlich das Open-air-Feeling“, merkt der Bäderverantwortliche an. In Rheda-Wiedenbrück hätte man aber noch nicht in diese Richtung geplant. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Bleibt abzuwarten, ob die Vorschriften in Sachen Freizeitspaß vielleicht noch gelockert werden und die Bäder im Hochsommer öffnen dürfen. Wer sich bereits einen Gutschein für eine Saisonkarte gekauft hat, kann getrost bis zum nächsten Jahr warten: „Sie verlieren nicht ihre Gültigkeit“, informiert Kampeter.

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