Bei Westfleisch in Lübbecke sämtliche knapp 900 Corona-Tests negativ
Bislang kein positiver Test bei Tönnies

Rheda-Wiedenbrück/Lübbecke (WB). Bei Deutschlands größtem Schlachthof Tönnies haben die ersten Corona-Tests keine positiven Befunde ergeben. Rund 800 Personen waren im ersten Durchgang am Montag getestet worden. Die bis Mittwochmittag vorliegenden 784 Ergebnisse waren allesamt negativ. Insgesamt geht es bei Deutschlands größtem Fleischkonzern um mehrere tausend Tests.

Mittwoch, 13.05.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 14:18 Uhr
Der Tönnies-Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück. Foto: Oliver Schwabe
Der Tönnies-Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück. Foto: Oliver Schwabe

Der Fleischkonzern hatte zuvor bereits angekündigt, sein Schutzkonzept in der Corona-Krise freiwillig mit einem 14-Punkte-Plan weiter auszubauen. Ziel sei es, die Ansteckung und Verbreitung des Virus zu verhindern und einzudämmen. „Wir setzen damit unsere Strategie zur Risiko-Minimierung seit Beginn der Pandemie im Februar fort und schaffen verbindliche Vorgaben in den Bereichen Wohnen, Transport und Arbeit“, erklärt Dr. Gereon Schulze Althoff, Leiter des Pandemie-Krisenstabs bei Tönnies.

Tönnies-Konzern baut eigenes Corona-Testzentrum auf

Kernelement des Konzepts ist der Aufbau eines eigenen Zentrums für Corona-Labortests. Dort soll – aufbauend auf der jetzt durchgeführten behördlichen Testreihe – in den kommenden Wochen und Monaten die Testung der Mitarbeiter durch den Konzern selbst fortgesetzt werden. Dies gelte insbesondere für Mitarbeiter mit auffälligen Werten bei der täglichen Fiebermessung, Arbeitern aus Unterkünften mit mehr als zehn Personen sowie Beschäftigten, die mehr als vier Tage nicht im Betrieb waren.

Freiwillig könnten sich dort zudem Kontaktpersonen von mit Corona infizierten Mitarbeitern untersuchen lassen. Geplant sei auch stichprobenartig ein wöchentliches Antikörperscreening zur Ermittlung einer potentiellen Dunkelziffer an Corona-Infektionen.

Darüber hinaus müssten alle neuen Mitarbeiter bis zum Vorliegen eines negativen Befundes in Quarantäne gehen. Zudem will der Konzern für Corona-Fälle in seiner Belegschaft Wohnraum für den Quarantänefall bereithalten.

Die Belegung von Unterkünften der Arbeiter soll auf auf maximal zehn Personen begrenzt werden. Auch solle die Wohnraumberatung intensiviert werden. Der Konzern appelliert zudem an seine Mitarbeiter, Besuche von Externen zu minimieren.

Bei der gemeinsamen Fahrt zur Arbeit sollen sich noch maximal fünf Personen in einem Fahrzeug befinden. Dort gelte dann auch eine Mundschutzpflicht. Zudem will der Konzern ein kooperativen Frühwarnsystem mit den zuständigen Gesundheitsämtern einrichten und Corona-Fälle bei Subunternehmen direkt melden.

Alle Tests am Westfleisch-Standort Lübbecke negativ

Derweil sind die Tests im Lübbecker Rindfleischcenter des Wettbewerbers Westfleisch weitgehend abgeschlossen, wie der Kreis Minden-Lübbecke am Vormittag mitteilte. Einige wenige Ergebnisse von Mitarbeitern, die nicht in der Produktion tätig sind, stünden noch aus. Sämtliche fast 900 ausgewerteten Tests waren negativ. Landrat Ralf Niermann (SPD) dankte allen Beteiligten für die schnelle und reibungslose Durchführung: „Im Ergebnis sind wir alle erleichtert über das Testergebnis, das natürlich nur eine Momentaufnahme darstellt.“

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