Rheda-Wiedenbrück
Leitfaden für digitale Bildung

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Ein i-Pad für je fünf Schüler  - so lautet ein erstes Ziel für die digitale Ausstattung an den Bildungsstätten in Trägerschaft der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Der Aspekt der mobilen Endgeräte stellt nur einen vieler Bausteine des nun vorgestellten Medienentwicklungsplans dar.

Donnerstag, 28.05.2020, 19:09 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 20:01 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Leitfaden für digitale Bildung

Einstimmig haben die Mitglieder des Schulausschusses während ihrer jüngsten Sitzung im Rathaus Rheda beschlossen, dass das Konzept als Handlungsleitfaden für weitere Planungen und Maßnahmen der Fachverwaltungen im Bereich digitale Bildung dienen soll. Erklärtes Ziel der Kommune ist es, „an allen städtischen Schulen die räumlichen und technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Lernende auf das Leben in einer digitalisierten Welt vorbereitet und mittels digitaler Geräte gefördert und gefordert werden“.

Medienentwicklungsplanung ist ein Prozess

Mit dem nun vorgelegten Papier, mit dessen Erstellung die Gesellschaft Gebit Münster beauftragt worden war, ist ein Grundstein gelegt.  „Medienentwicklungsplanung ist ein sich entwickelnder Prozess“, unterstrich Dr. Friedrich-Wilhelm Meyer von der Gesellschaft Gebit während der Sitzung, dass der Plan eine permanente Anpassung und Überarbeitung erfordere. In diesem Sinne votierten die Ausschussmitglieder auch dafür, dass die Fachverwaltung bis zum Frühling/Sommer 2021 das vorgelegte Werk aktualisieren solle. Als Grundlage dienen die bis dahin weiterentwickelten Medienkonzepte der jeweiligen Schulen. Dr. Meyer gab einen Überblick über den bereits erreichten Stand der Dinge und machte deutlich, dass es darauf ankomme, vielfältige Teilprozesse aufeinander abzustimmen.

Das betonte auch der Erste Beigeordnete Dr. Georg Robra. Er merkte an, dass bei der Diskussion um digitale Bildung oft die Endgeräte im Blick stünden. Er riet dazu, sich von solcher Fokussierung zu lösen und stattdessen sukzessive anstehende Aufgaben zu bewältigen. „Vergisst man eine der Säulen, bricht das ganze Gebäude zusammen“, veranschaulichte er metaphorisch. Zu klären sind so außer der Anschaffung der Endgeräte Fragen der baulichen Infrastruktur inklusive struktureller Verkabelung, der Hardware, also etwa der Server, und des Supports und nicht zuletzt der Finanzierung und Förderung. Ausschussvorsitzender Volker Brüggenjürgen (Bündnisgrüne) sprach bezüglich des rund 50-seitigen Papiers zur Medienentwicklungsplanung von einem Meilenstein für die Bildungsentwicklung, und verbuchte es als Erfolg, dass es gelungen sei, diesen „schwierigen Prozess gemeinsam auf die Spur gesetzt zu haben“.

Schon einiges auf den Weg gebracht

Er habe den Eindruck, dass sich Rheda-Wiedenbrück bezüglich der Medienentwicklungsplanung auf einem guten Weg befinde, sagte Dr. Meyer vom Beratungsbüro Gebit in Münster. Medienkonzepte der Schulen lägen vor, Standard-Klassenzimmer seien definiert und ein Zeit- und Arbeitsplan erstellt worden, nannte er Beispiele für bereits Erreichtes. Dazu zähle auch die pädagogische Plattform mit Iserv. Nach Auskunft der Stadt ist die Kommunikationsplattform für alle weiterführenden Schulen und perspektivisch für alle Grundschulen vorhanden. An der Eichendorffschule laufe derzeit eine Testphase. Nach der Auswertung sollen alle Grundschulen mit der Software ausgestattet werden.

Lehrer müssen Geräte beherrschen können

Einen Glückwunsch sprach er dafür aus, dass in der Doppelstadt an der Ems bereits sämtliche Lehrer Endgeräte erhalten hätten. Das sei eine besondere Leistung. Er erläuterte, dass die Pädagogen schließlich als erste in der Lage sein müssten, die digitalen Werkzeuge zu beherrschen. „Wenn man damit vertraut ist, hat man keine Hemmungen sie einzusetzen und Angst vor womöglich fitteren Schülern.“ Für die Anschaffung von i-Pads für die Lernenden stehen bereits in diesem Haushaltsplan Mittel bereit. Die 1:5-Ausstattung gilt für Grundschulen und zunächst auch für die weiterführenden Einrichtungen. Letztere würden laut Verwaltung frühestens ab der siebten Jahrgangsstufe ein Gerät pro Schüler einsetzen wollen.

1100 Geräte benötigt

Damit fünf Schüler mit einem i-Pad arbeiten können, würden insgesamt 1100 Geräte benötigt. Je Exemplar sei mit rund 350 Euro brutto (inklusive Schutzhülle und Kosten für Mobile Device Management) zu rechnen. Was eine später angestrebte 1:1-Ausstattung ab einem bestimmten Jahrgang angeht, soll in einem nächsten Schritt ein Konzept dazu erarbeitet werden, wobei eine iPad-Miete oder das Leasen durch Schüler beziehungsweise deren Eltern in den Blick genommen werden. Wesentlicher Vorteil: Die Heranwachsenden könnten in dem Fall auch zuhause mit den Instrumenten arbeiten.

Home-Schooling gewinnt in Coronazeiten an Bedeutung

Da dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie „Home-Schooling“ immer wichtiger werde, soll laut Verwaltung diese Fragestellung zeitnah angegangen werden. Dr. Ina Epkenhans-Behr, Leiterin des Fachbereichsleiterin Jugend, Bildung und Sport, sagte, dass insbesondere die Abstimmung mit den Eltern wichtig sei. Weitere Hausaufgaben, die es zum Thema digitale Bildung zu erledigen gelte, sind zum Beispiel die Erarbeitung einer Vereinbarung über den First- und Second-Level-Support“ und die Beantragung von Fördermitteln.

Plädoyer für verantwortungsvollen Umgang mit Daten

Ausschussmitglied Michael Pfläging (CDU) wies darauf hin, dass es wichtig sei, Lehrer und Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten zu sensibilisieren. Sonst nutze die beste Technik nichts. Auf seine Frage bezüglich Förderungen und Glasfaserausbau informierte Dr. Ina Epkenhans-Behr dass für mehrere Schulen Anträge auf Mittel aus dem Programm Digitalpakt Schule gestellt worden seien und weitere folgen sollen. Zum Breitbandausbau stehe ihr Fachbereich in enger Abstimmung mit dem Immobilienmanagement. Brigitte Frisch-Linnhoff (SPD) fragte, warum man auch an den weiterführenden Schulen mit einer 1:5:-Ausstattung beginne. Alexander Löhner dazu (Abteilung Bildung und Sport): „Wir gehen mit einer Quote ins Rennen, die leistbar und finanzierbar ist“.

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