Zahl der Infizierten im Kreis Gütersloh über Wochenende um insgesamt 48 gestiegen
46 neue Corona-Fälle bei Tönnies

Gütersloh (WB). Im Kreis Gütersloh ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen über das Wochenende um 48 auf 799 gestiegen. 46 davon stehen in direktem Zusammenhang mit dem Schlachtbetrieb Tönnies.

Montag, 15.06.2020, 17:29 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 09:05 Uhr
Die Zahl der Neuinfizierten ist mit 48 in Rheda-Wiedenbrück besonders hoch. Grafik: Kreis Gütersloh Foto:
Die Zahl der Neuinfizierten ist mit 48 in Rheda-Wiedenbrück besonders hoch. Grafik: Kreis Gütersloh

Damit liegt die Zahl der Infizierten im gesamten Kreis Gütersloh bei 799. Am Sonntag waren es noch 787, am Freitag 751. Von den laborbestätigten Fällen gelten 666 (Sonntag: 666) als genesen und 113 (Sonntag: 101) als noch infiziert. Davon befinden sich 107 in häuslicher Quarantäne. Laut Auskunft der Krankenhäuser werden derzeit sechs Patienten (Stand Sonntag: 4) stationär behandelt, zwei von ihnen müssen auf der Intensivstation beatmet werden.

„Das Unternehmen Tönnies und seine Werkvertragsnehmer tragen als Arbeitgeber eine außerordentlich große Verantwortung, dass es im Kreis Gütersloh nicht wieder zu einem Anstieg der Infektionen kommt“, erklärt Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch von der Kreisverwaltung. „Die Infektionszahlen müssen wieder sinken! Wenn die bisherigen Maßnahmen nicht gereicht haben, müssen weitere ergriffen werden.“ Deshalb stehe der Kreis mit dem Land, insbesondere der für den Arbeitsschutz zuständigen Bezirksregierung Detmold und dem Unternehmen Tönnies in engem Kontakt.“

Prüfung bei 182 Infizierten in sieben Tagen

In den vergangenen sieben Tagen gab es im Kreis 94 Neuinfektionen. Der deutliche Anstieg beruhe überwiegend auf Personen, die bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück arbeiten. Dieser Anstieg sei auch besorgniserregend, weil sich Bund und Länder darauf verständigt haben, dass Kontaktbeschränkungen geprüft werden sollen, sobald in Kreisen oder kreisfreien Städten die Zahl der Neuinfektionen 50 pro 100.000 Einwohner übersteigt.

Diese Schwelle wäre im Kreis Gütersloh bei 182 Neuinfizierten innerhalb von sieben Tagen erreicht. Ein Automatismus setze dann jedoch noch nicht ein, betont der Kreis. Der Blick auf die Praxis in anderen Regionen zeige, dass die Überschreitung dieses Grenzwertes nicht unbedingt zu einem neuen „Lockdown“ führe. Beispielsweise dann nicht, wenn das Ausbruchsgeschehen lokal sehr begrenzt auftritt und sich die Neuinfektionen auf sehr wenige Hotspots beschränke.

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