NRW-Gesundheitsminister will Corona-Infektionen in Fleischindustrie untersuchen lassen
Ausbruch-Ursache auf den Grund gehen

Rheda-Wiedenbrück (dpa). Nach dem Corona-Ausbruch in einer Tönnies-Fleischfabrik mit inzwischen 730 registrierten Neuinfektionen will NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) die Branche wissenschaftlich untersuchen lassen.

Freitag, 19.06.2020, 08:34 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 08:36 Uhr
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa

„Wir müssen untersuchen, wie die Corona-Ausbrüche in der Fleischindustrie entstehen“, erklärte Laumann am Freitag. „Mein Ministerium wird eine wissenschaftliche Expertise auf den Weg bringen, die den Ursachen des Ausbruchs in Gütersloh epidemiologisch auf den Grund geht.“ Auf der Basis der Ergebnisse müssten dann „gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergriffen werden“, kündigte Laumann an.

Die Fleischfabrik ist derzeit geschlossen. Ausgewertet wurden nach Informationen vom Donnerstagabend bisher 1106 Ergebnisse eines von den Behörden angeordneten Reihentests. Im Tönnies-Stammwerk müssen in den nächsten Tagen noch rund 5300 Mitarbeiter getestet werden.

Laumann tritt wegen der oft beengten Lebensverhältnisse der Beschäftigten für Rechtsänderungen ein . Der CDU-Politiker kritisierte, dass nach den zurückliegenden Corona-Ausbrüchen in Coesfeld und anderen Betrieben der Fleischindustrie zwar in Berlin Änderungen im Arbeitsrecht in den Fokus genommen worden seien, aber bislang Ergebnisse wohl nicht vor der parlamentarischen Sommerpause zu erwarten seien.

 

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