Unternehmer reagiert auf Vorwürfe – Rücktritt ist kein Thema
Clemens Tönnies bittet um Entschuldigung

Rheda-Wiedenbrück (WB/igs/dpa). Unternehmer Clemens Tönnies hat die Vorwürfe des Kreises Gütersloh zurückgewiesen, bei der Beschaffung der Wohnadressen von Mitarbeitern unkooperativ gewesen zu sein. Gleichzeitig bat er bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz um Entschuldigung.

Samstag, 20.06.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 09:10 Uhr
Clemens Tönnies bezieht bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz Stellung. Foto: dpa
Clemens Tönnies bezieht bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz Stellung. Foto: dpa

„Ich kann als Unternehmer nur in aller Form um Entschuldigung bitten. Wir sind die Ursache dieses Themas und stehen in voller Verantwortung“, sagte der 64-Jährige in Rheda-Wiedenbrück. Er wolle nun alles tun, um den Ausbruch einzudämmen. „So werden wir nicht weitermachen. Wir werden diese Branche verändern.“

Das Statement der Tönnies-Führung folgte auf eine Pressekonferenz des Kreises am Samstag. Dort hatte der Leiter des Krisenstabs Thomas Kuhlbusch gesagt, das Vertrauen in die Firma Tönnies sei gleich Null . Der Fachbereichsleiter Gesundheit beim Kreis berichtete zudem, dass Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert hatte, bei denen bei 30 Prozent die Adressen fehlten. Bei Anfragen habe die Firma zögerlich reagiert.

„Wir haben datenschutzrechtliche Probleme“, erklärte Tönnies. Laut Werkvertragsrecht dürfe das Unternehmen die Adressen der betreffenden Arbeiter nicht speichern. Co-Konzernchef Andreas Ruff fügte hinzu: „Wir haben alle Daten, die wir hatten, sofort an die Behörden weiter gegeben.“

Rücktritts-Spekulationen nach dem massiven Corona-Ausbruch wies Tönnies zurück. „Ich werde dieses Unternehmen aus dieser Krise führen. Und dann sehen wir weiter. Ich mach’ mich nicht aus dem Staub.“

Im seit Jahren geführten Streit um Deutschlands größten Schlachtbetrieb hatte zuvor Robert Tönnies seinen Onkel Clemens in einem persönlichen Brief vom 19. Juni aufgefordert , den Weg frei zu machen. Dessen Sohn Max Tönnies solle die Arbeit in der Geschäftsführung übernehmen. Außerdem forderte Robert die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung.

 

 

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