Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im NRW-Landtag
Laumann: Einige Tönnies-Arbeiter eventuell durch die „Lappen gegangen“

Rheda-Wiedenbrück (WB/dpa). Der Gesundheitsausschuss des Landes NRW ist am Donnerstagmorgen zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Thema: die Lage im Kreis Gütersloh.

Donnerstag, 25.06.2020, 09:09 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 12:22 Uhr
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) räumte dabei ein, dass er nach eigenen Angaben nicht ausschließen könne, dass manche Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden sind. Es könne sein, dass „uns 20, 30 durch die Lappen gegangen sind“, sagte Laumann.

Er verteidigte aber das Vorgehen der Behörden: Es sei „sorgfältig durch die öffentliche Hand getestet“ worden. Laumanns Staatssekretär Edmund Heller verdeutlichte in der Sitzung, dass eine komplette Erfassung der Menschen auf dem Tönnies-Gelände rückwirkend zunächst kaum möglich gewesen sei.

2000 Tests im Kreis Gütersloh ausgewertet

Laumann stellte in der Sitzung des Gesundheitsausschusses auch neue Zahlen zu den Testungen im Kreis Gütersloh vor: Von 2000 aktuell durchgeführten Corona-Tests sei nur einer positiv ausgefallen.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte auf Nachfrage, dass es sich bei den 2000 Getesteten um Menschen aus der Allgemeinbevölkerung handele. Laumann hatte im Ausschuss mit Blick auf die zurzeit laufenden freiwilligen Massentestungen gesagt, dass man danach wohl beurteilen könne, ob die Corona-Infektionen bei Tönnies-Mitarbeitern auf andere Bereiche der Gesellschaft übergesprungen seien. Mit Ergebnissen rechne er am Sonntag.

Zusammenhang zwischen Gottesdienst und Tönnies-Ausbruch?

Darüber hinaus gab das Gesundheitsministerium bekannt, dass die erste Welle von Infizierten im Kreis Gütersloh Ende Mai im Zusammenhang mit einer „kirchlichen Veranstaltung“ gestanden habe. Das teilte Staatssekretär Edmund Heller in der Sondersitzung mit.

Nach Recherchen des Portals „t-online.de“ handelte es sich um einen Gottesdienst, der am 17. Mai stattfand. Bei diesem Gottesdienst seien auch Arbeiter eines Tönnies-Konkurrenten dabei gewesen.

Der Sprecher des Kreises Gütersloh bestätigte entsprechende Erkenntnisse. Es seien sowohl Mitarbeiter von Tönnies als auch eines anderen Unternehmens aus der Branche vor Ort gewesen. Auch waren Besucher ohne Bezug zur Fleischindustrie bei dem Gottesdienst.

Ob aber diese Veranstaltung Grund für den Corona-Ausbruch bei Tönnies ist, sei völlig offen, sagte der Sprecher des Kreises der Deutschen Presse-Agentur. Es sei jetzt Aufgabe der Experten des Robert Koch-Instituts, diese Frage zu klären. Erste Infizierte im Kreis Gütersloh habe es nachweislich bereits Wochen zuvor im Zusammenhang mit Rückreisenden aus dem Winterurlaub gegeben.

 

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