Firmensprecher: „Bereiche Arbeitsschutz und Technik dürfen aber ab sofort wieder ihre Arbeit aufnehmen“
Keine Entscheidung über komplette Betriebsaufnahme bei Tönnies

Gütersloh (dpa). Nach der corona-bedingten Schließung des Fleischwerks von Tönnies Rheda-Wiedenbrück haben Vertreter von Behörden und Unternehmen über eine Wiederaufnahme der Produktion beraten. Tönnies hatte dazu ein Hygienekonzept vorgelegt, das in der nicht-öffentlichen Sitzung nun genau unter die Lupe genommen werde, sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh am Donnerstag zu Beginn der Runde.

Donnerstag, 09.07.2020, 11:37 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 16:28 Uhr
Leere Lkw-Anhänger stehen mit offenen Türen auf dem Betriebsgelände der Firma Tönnies. Während einige Mitarbeiter der Verwaltung wieder zur Arbeit gehen dürfen, ist der Zugang für die Arbeiter in der Zerlegung noch immer gesperrt. Foto: dpa
Leere Lkw-Anhänger stehen mit offenen Türen auf dem Betriebsgelände der Firma Tönnies. Während einige Mitarbeiter der Verwaltung wieder zur Arbeit gehen dürfen, ist der Zugang für die Arbeiter in der Zerlegung noch immer gesperrt. Foto: dpa

Eine endgültige Entscheidung ist in dem Arbeitstreffen am Donnerstag nicht gefallen. „Es ist nicht zu erwarten, dass der Knoten heute durchschlagen wird,“ kündigte der Kreissprecher bereits im Vorfeld an.

Die Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher (FDP) erklärte am Donnerstag vor Journalisten, dass es für eine Gesamtbewertung noch zu früh sei. Wann das Werk in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh wieder die Produktion anlaufen lassen könne, sei noch unklar. „Wir haben alle ein großes gemeinsames Ziel: Sicherheit vor Schnelligkeit“.

Arbeitstreffen dauert vier Stunden

Das „zweite große Ziel“ sei, das man „gemeinsam wieder ins Geschehen kommt.“ In dem rund vierstündigen Arbeitstreffen sei vereinbart worden, Techniker auf das Betriebsgelände zu schicken. Sie sollten „verschiedene Maßnahmen zum vorbereitenden Infektionsschutz montieren“. Details nannte die Regierungspräsidentin zunächst nicht. An der nicht-öffentlichen Sitzung hatten auch Vertreter weiterer Behörden, Unternehmen und Hygiene-Experten teilgenommen.

Ein Tönnies-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, man habe ein erweitertes Hygienekonzept vorgelegt, auf dessen Grundlage die Behörden nun kurzfristig eine Endbewertung vornehmen könnten. „Behörden und Unternehmen haben beide festgehalten, alles zu tun, um den Betrieb stufenweise wieder ans Laufen zu bekommen.“ Erster konkreter Beschluss laut Firmensprecher: Es sei festgehalten worden, „dass die Bereiche Arbeitsschutz und Technik ab sofort wieder ihre Arbeit aufnehmen“.

Teilbereich darf wieder öffnen

An der nicht-öffentlichen Sitzung hatten Vertreter von Behörden, Unternehmen und Hygiene-Experten teilgenommen. Der Bonner Hygiene-Experte Martin Exner hatte zuvor die Luftumwälzung im Werk als möglichen Faktor für die Virusausbreitung benannt, Hochleistungsfilter und UV-Bestrahlung empfohlen.

Nach dem Corona-Massenausbruch war das riesige Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück vor drei Wochen – verfügt zunächst bis 17. Juli – geschlossen worden. Rund 1400 Arbeiter des Werks hatten sich nachweislich mit dem Virus infiziert. Vorübergehend waren Einschränkungen des öffentlichen Lebens für den Kreis Gütersloh und auch den Nachbarkreis Warendorf verhängt worden.

Außerhalb der Produktion durfte ein Teilbereich auf dem Tönnies-Werksgelände am Donnerstag nach der Zwangspause wieder öffnen. Eine schrittweise Wiederinbetriebnahme der Verwaltung war zuvor genehmigt worden. Nach Tönnies-Angaben soll zunächst nur ein kleinerer Teil der Verwaltungsmitarbeiter wieder zurückkehren, viele seien noch in Quarantäne. Auch die Kita auf dem Werksgelände durfte laut Stadt wieder öffnen. Diese sei von anderen Bereichen des Betriebs getrennt, verfüge über einen externen Zugang und sei nicht Teil der Unternehmensgruppe.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7486882?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730030%2F
Flughafen Paderborn-Lippstadt: Die ersten machen den Abflug
In guten Zeiten wurden weit mehr als eine Million Passagiere pro Jahr abgefertigt, im Juni flogen hier nur noch 146 Reisende los.
Nachrichten-Ticker