Rheda-Wiedenbrück
Christkindlmarkt: Hoffen auf Genehmigung

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Trotz Corona-Pandemie soll Rheda sein Adventskrämchen und Wiedenbrück seinen Christkindlmarkt bekommen. Die Ausrichter eint das gemeinsame Ziel, nach Möglichkeit etwas Budenzauber in eine schwierige Zeit zu bringen.

Mittwoch, 16.09.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 16:16 Uhr

Klar aber ist: Wenn diese Veranstaltungen stattfinden, wird es stark veränderte Rahmensetzungen geben. Während in Köln schon vor einiger Zeit entschieden worden ist, den Weihnachtsmarkt am Dom abzusagen, hält sich der Gewerbeverein Wiedenbrück alle Möglichkeiten offen. „Wir sind nicht unvorbereitet“, heißt es dort kurz und knapp. Man bewege sich derzeit in einem luftleeren Raum, die Situation müsse täglich neu bewertet werden. „Wir müssen sehen, was wir genehmigt kriegen.“

Martinsumzüge erlaubt

Die nordrhein-westfälische Landesregierung lässt Weihnachtsmärkte ebenso wie Martinsumzüge grundsätzlich zu. Da sie unter freiem Himmel stattfinden, seien sie erlaubt – jedoch müsse vor allem der Mindestabstand eingehalten werden. Das Ministerium empfiehlt Maßnahmen je nach Situation, etwa Zugangsbeschränkungen oder den Einsatz von Ordnern. Die Landesregierung berate derzeit mit Verbänden und Veranstaltern, „um gemeinsam Rahmenbedingungen für eine infektiologisch vertretbare und wirtschaftlich dennoch tragfähige Durchführung zu erarbeiten“. Ergebnisse sollen bis Monatsende vorliegen.

An Lösungen arbeitet auch die Initiative Rheda. Nachdem unlängst das Altstadtfest abgesagt werden musste, steht als nächstes die beliebte Kriminacht im Terminkalender. Diese ist in ihrer eigentlichen Form allerdings nicht zu verantworten. Also machen die Veranstalter eine ganze Woche daraus, specken aber dennoch ab: Gaumenfreuden in den teilnehmenden Geschäften wird es nicht geben, und auch Autorenlesungen sind gestrichen. Stattdessen haben Kunden die Möglichkeit, vom 2. bis zum 7. November an einem kriminalistischen Quiz teilzunehmen, an dessen Ende es etwas zu gewinnen gibt.

Krämchen ohne Bühne

Ob das Adventskrämchen vom 2. bis 6. Dezember stattfinden kann, ist indessen noch offen. Nach Möglichkeit ja, sagt Simone Hördel, Geschäftsführerin der Initiative Rheda. Sofern die Veranstaltung genehmigt wird, solle sie auf der Berliner Straße und nicht an der Stadtkirche über die Bühne gehen: Apropos Bühne: Auf diese würde unter den gegebenen Umständen verzichtet, so Hördel weiter. Posaunenspiel und mehrstimmiger Gesang vor Publikum beispielsweise sollen Fachleuten zufolge schließlich die Gefahr einer Infektion erhöhen.

Drei verkaufsoffene Sonntage gestrichen

Ungern verzichten möchte die Initiative Rheda auf den verkaufsoffenen Sonntag im Rahmen des Adventskrämchens. Schließlich sind von vier im Jahr möglichen bereits drei verkaufsoffene Sonntage coronabedingt ins Wasser gefallen. Geschäftsführerin Simone Hördel weiß aber auch, dass – um zumindest den vierten zu retten – das ganze Geschehen in eine Traditionsveranstaltung eingebettet sein muss. „Sonst klagt die Gewerkschaft Verdi.“ Wenn der kleine Weihnachtsmarkt also – aus welchem Grund auch immer – nicht stattfindet, stirbt zugleich die Möglichkeit für die Händler, wenigstens zum Jahresende hin die Kassen klingeln zu lassen.

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