Tierschützer dringen in Mastbetrieb ein
Tierquälerei in einem Schweinestall?

Oldenburg/Rheda-Wiedenbrück (WB/in). Tierschützer sind im emsländischen Lathen in einen der größten niedersächsischen Schweinemastbetriebe eingedrungen.

Freitag, 18.09.2020, 05:24 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 05:30 Uhr
Breite Spalten: Szene im Video. Foto: Tierschutzbüro
Breite Spalten: Szene im Video. Foto: Tierschutzbüro

Die Videoaufnahmen, die sie dort gemacht haben und die im Internet auf der Seite der Tierrechte-Organisation Deutsches Tierschutzbüro zu sehen sind, zeigen Schweine mit nicht behandelten Verletzungen, mittendrin ein verendetes Schwein. Die Spalten zwischen den Dielen im Boden seien teilweise bis zu zehn Zentimeter breit, berichten die Tierschützer. Entsprechend groß sei die Verletzungsgefahr. Erlaubt seien zwei Zentimeter.

Die Aufnahmen wurden der Staatsanwaltschaft Oldenburg zur Verfügung gestellt, die diese, wie sie am Donnerstag gegenüber dieser Zeitung erklärte, aktuell von Sachverständigen prüfen lässt.

Zwölf Mitglieder der Tierrechte-Organisation demonstrierten am Donnerstag vor dem Tönnies-Schlachtbetrieb in Sögel. Ihr Video zeigt auch einen Tönnies-Lkw. Dagegen erklärte Jörg Altermeier, Leiter der Stabsstelle TIerschutz bei Tönnies: „Wir können ausschließen, dass die in dem Video gezeigten Tiere oder andere ähnlich verletzte Tiere an uns geliefert wurden. Sie würden sofort bei der amtlichen Untersuchung aller Tiere bei der Anlieferung, bei der amtlichen Schlachttieruntersuchung durch die Veterinärbehörden und bei den Schlachtbefunddaten auffallen und Konsequenzen auslösen.“ Nicht nur Tönnies-Mitarbeiter, sondern auch die 170 amtlichen Veterinäre allein am Standort Rheda begutachteten jeden Tag jedes einzelne Tier, das angeliefert werde.

Im genannten Fall werde der Schweinemastbetrieb zusätzlich regelmäßig von Kontrolleuren des Qualitätssystems QS aufgesucht. Gleichwohl sperre Tönnies den Lieferanten bis auf weiteres.

Unser Kommentar zur Lage in der Fleischindustrie.

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