Rheda-Wiedenbrück
Dreiwöchige Stilllegung ist vom Tisch

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Nach intensivem Austausch zwischen dem Landkreis Emsland und der Firma Weidemark aus Sögel haben sich beide Seiten nun auf eine Vorgehensweise verständigt, die den Schlachthof kurzfristig wieder arbeitsfähig macht. Kernidee ist eine Arbeitsquarantäne.

Sonntag, 11.10.2020, 20:17 Uhr aktualisiert: 11.10.2020, 20:46 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Dreiwöchige Stilllegung ist vom Tisch

 „Das uns vorgelegte Konzept zur Wiederöffnung des Betriebs ist aus infektiologischer Sicht tragfähig. Insofern kann die Arbeit unter den veränderten Rahmenbedingungen wieder anlaufen, wenn auch in eingeschränktem Maße“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. Am Freitag hatte die Tönnies-Tochter ihr Konzept dem Landkreis vorgelegt und die verschiedenen Handlungsfelder bis in die Abendstunden mit den Vertretern des Landkreises diskutiert. Nach weiteren Gesprächen, einer positiven Bewertung durch das Gesundheitsamt und in Abstimmung mit dem niedersächsischen Gesundheitsministerium gibt die Behörde nun grünes Licht für einen Weiterbetrieb.

Zum Wochenbeginn erfolgt somit ein Neustart unter den vereinbarten Bedingungen, nachdem die Schlachtung in den vergangenen Tagen komplett heruntergefahren wurde und die Zerlegung am Montag vollständig ausgesetzt wird. „Infektionsquellen sind identifiziert, gleichzeitig werden Ansteckungsrisiken durch umfassende Schutzmaßnahmen deutlich minimiert. Insofern haben wir keine Begründung und auch kein Interesse daran, den Betrieb länger als unbedingt notwendig zu unterbrechen, zumal wir natürlich um die prekäre Situation der Schweinehalter wissen“, unterstreicht der Landrat.

Da nach den Ermittlungen des Gesundheitsamts das Hauptgeschehen der Infektionen sehr konkret im separaten Bereich der Zerlegung lokalisiert worden war, erfolgt dort bis auf Weiteres ein Minimalbetrieb mit maximal rund 200 statt vormals 600 Mitarbeitern. Zentraler Ansatz ist dabei die sogenannte Arbeitsquarantäne, wonach sich die Mitarbeiter vorerst bis zum 31. Oktober nur zwischen Betriebs- und Wohnort bewegen dürfen. Die ohnehin hohe Testrate wird auf das private Umfeld der Belegschaft ausgeweitet, um eventuelle Infektionsketten bereits in der Entstehung unterbrechen zu können.

Als weiteren Baustein hat die Konzernspitze den sofortigen Einbau von Hepa-Spezialfiltern in sämtlichen gekühlten Bereichen realisiert. Alle Produktionsmitarbeiter müssen zudem auf dem Werksgelände FFP2-Masken tragen. Der Geschäftsführer des Weidemark-Standortes Sögel, Christopher Rengstorf, hebt die Notwendigkeit der Maßnahmen hervor: „Nur so können wir unsere Belegschaft schützen und ein Wiederaufflammen des Infektionsgeschehens bestmöglich ausschließen. Das geht leider mit deutlichen Einschränkungen einher, ist aber alternativlos.“

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