Rheda-Wiedenbrück
Domino-Team bringt 148.000 Steine zu Fall

Rheda-Wiedenbrück (wl) - Nach wenigen Minuten war das Projekt, das die acht Mitglieder des Wiedenbrücker Domino-Teams rund ein Jahr lang beschäftigt hat, Vergangenheit. Von den 150.000 aufgebauten Domino-Steinen sind 148.193 gefallen. Damit konnte die Gruppe den OWL-Rekord verteidigen.

Sonntag, 18.10.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 14:16 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Domino-Team bringt 148.000 Steine zu Fall

Der NRW-Rekord liegt bei 280.000 Steinen. „Da wollen wir hin, aber langsam“, sagt Johannes Linnenbrink als Teamleiter. Eine Woche lang hat die Gruppe in der Doppelturnhalle der Moritz-Fontaine-Gesamtschule die 39 Bilder, gegliedert in neun Themengebiete, aufgebaut. Viele Stunden haben die jungen Leute investiert, um die neunte Auflage des Domino-Days noch besser, größer und interessanter zu gestalten.

Anstoß mit dem Hexenbesen

In der Turnhalle an der Fürst-Bentheim-Straße in Rheda haben sie viel Platz auch für künftige Projekte. Und weil sie dort eine Woche lang in den Herbstferien zu Gast sein durften, war es kein anderer als der kommissarische Schulleiter Dominik Heikel, der den ersten Stein anstoßen durfte. Er fühle sich geehrt und bewunderte die professionelle Arbeitsweise der jungen Domino-Experten, bekannte Heikel. Und weil es so prima passte, war es ein Hexenbesen, mit dem Heikel den Startschuss für die Veranstaltung gab, die diesmal unter dem Motto Mittelalter stand.

Eines war diesmal anders: Aufgrund der Corona-Pandemie durften keine Zuschauer in die Halle. Damit die Fans das Umkippen der Steine dennoch live verfolgen konnten, wurde der Fall-Down via You Tube übertragen. Zuvor begrüßten Jonathan Neuhauser und Lukas Prinz die Zuschauer in aller Welt und bat sie, Fragen im Chat zu stellen. Das Angebot wurde rege genutzt. Einige Online-Zuseher wollten beispielsweise wissen, wie lange der Aufbau gedauert hat, ob es Schwierigkeiten gab und was denn sei, wenn es ein Erdbeben gäbe. Lukas Prinz beantwortete die Fragen spontan und souverän, auch die zum Thema Erdbeben: „Dann schauen wir wahrscheinlich alle ziemlich dumm aus der Wäsche“, meinte er.

Motive rund ums Mittelalter

Auf die Idee, den Domino-Day 2020 dem Mittelalter zu widmen, seien sie im Rahmen eines Brainstormings gekommen, erklärte Prinz. Nachdem man sich auf das Thema geeignet hatte, begannen umfangreiche Recherchen zu der lange zurückliegenden Epoche. Die entweder flachliegenden oder in 3 D aufgebauten Einzelbilder drehten sich folglich rund um Hexerei und Magie, Foltermethoden, Todesstrafe, Bierfässer und Mönche, Landwirtschaft mit Jagd und Feld, Minnegesang, Wochen- und Jahrmärkte sowie um ein Ritterturnier mit Lanzenstechen. Allein das Bild, das Kaiser Otto III. zeigte, der um das Jahr 1000 einen Königshof in Wiedenbrück gehabt haben soll, umfasste 25.000 Steine. Zum Vergleich: Vor acht Jahren war das Wiedenbrücker Domino-Team mit insgesamt 12.000 Steinen an den Start gegangen.

Aus den Videoaufnahmen, die beim Domino-Day am Samstag angefertigt wurden, wird Johannes Linnenbrink einen Film schneiden, der auch zeigt, wie die Vorarbeiten abliefen. Ab Samstag, 24. Oktober, soll das Video bei You Tube unter „Dominojojo“ zu sehen sein.

Neuauflage im kommenden Jahr

In der Turnhalle der Gesamtschule stand dem Team eine Fläche von 14 mal 31 Metern zur Verfügung. Der Platz war damit wesentlich großzügiger bemessen als in den Vorjahren. Das entzerrte nicht zuletzt die kniffligen Aufbauarbeiten. „Alles konnte wesentlich entspannter über die Bühne gehen“, berichtet Linnenbrink. Selbst für aufwendige Deko reichten Zeit und Raum: Ein hölzerner Brunnenumbau, Federn bei der Kitzelfolter, ein auf Karton gemaltes Innenleben eines Bauernhauses und viele andere Details kamen oft erst nach dem Fallen der Steine richtig zur Geltung.

2021 soll es eine Neuauflage geben. Die Turnhalle ist dafür für die Herbstferien bereits geblockt. Wie viele Steine dann fallen werden, weiß noch niemand. Fest steht nur eins: Es sollen noch mehr werden als dieses Mal.

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