Rheda-Wiedenbrück
Freundschaften wieder intensivieren

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Die Emskommune unterhält zwei Städtepartnerschaften: zu Oldenzaal in den Niederlanden und zu Palamos in Spanien. Zudem gibt es Verbindungen ins afrikanische Togo und ins thüringische Heiligenstadt. Nun sollen die Freundschaften wieder intensiviert werden.

Donnerstag, 26.11.2020, 22:26 Uhr aktualisiert: 26.11.2020, 22:46 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Freundschaften wieder intensivieren

Damit das gelingt, hat der Stadtrat jetzt die Weichen gestellt. Mit der während der jüngsten Sitzung erfolgten Besetzung der Städtepartnerschaftskommission steht das personelle Fundament für vertiefende Kontakte zu den vier Städten und Regionen, die vielen Menschen in Rheda-Wiedenbrück zum Teil schon seit Jahrzehnten besonders am Herzen liegen.

Gremium koordiniert

26 Mitglieder und ebenso viele Stellvertreter gehören dem Gremium an, das wie schon in der Vergangenheit auch in der jetzt gestarteten fünfjährigen Legislaturperiode des Stadtrats die internationalen Verbindungen im Sinne der Völkerverständigung koordinieren soll.

Auch die Stadtratsfraktionen entsenden Vertreter. Jede hat einen Sitz – mit Ausnahme der CDU. Für die Christdemokraten sind gleich drei Mandatsträger benannt worden: Gabriele Bremke-Moenikes, Lisa Elbracht und Hendrik Hemke. Warum das so ist, erklärte Fraktionschef Thomas Mader auf Nachfrage dieser Zeitung so: „Wir sehen Vorteile in der geteilten Arbeit, wenn mehrere Personen vertreten sind.“ Eine Übermacht der CDU in der Städtepartnerschaftskommission stehe nicht zu befürchten, betont Mader. Auch andere Parteien hätten, falls gewünscht, zusätzliche Vertreter entsenden können, erläuterte der CDU-Sprecher.

Runde vergrößert

Die beiden kleinen Zwei-Personen-Fraktionen im Rat hätten ursprünglich keinen Anspruch auf einen Sitz gehabt. Dann wurde das Gremium jedoch auf Betreiben der Stadtverwaltung vergrößert, so dass auch FWG und Offene Liste doch zum Zuge kommen.

Für die Freien Wähler sitzt künftig Günter Arlt in der Kommission, für die Offene Liste Sonja von Zons. Move schickt Melanie Stuhlweißenburg, die SPD Michaela Koroch, die Grünen Alwin Wedler und die FDP Karin Tönnessen-Lersmacher.

Kein parteipolitisches Kalkül

An die Tatsache, dass die Kommission in den zurückliegenden Jahren keine Kampfabstimmungen oder ähnliches kannte, erinnerte in der jüngsten Ratssitzung Bürgermeister Theo Mettenborg (CDU). „In diesem Gremium gab es bislang immer einen sehr partnerschaftlichen Austausch. Daran sollten wir auch in Zukunft festhalten.“

Die gemeinsame Sache – nämlich die Intensivierung der Beziehungen zu Menschen in fremden Ländern – stehe im Fokus, kein parteipolitisches Kalkül. Völkerverständigung gelinge im Konsens am besten, sagte der Bürgermeister.

In Togo vieles bewegt

Vor allem die Verbindungen zu dem westafrikanischen Entwicklungsland Togo haben es nach Einschätzung von Bürgermeister Theo Mettenborg verdient, in den kommenden Jahren besonders in den Blick genommen zu werden. Er selbst war vor einigen Jahren mit einer Delegation aus der Doppelstadt an der Ems in den beiden Kantonen Aouda und Adjèngré zu Besuch.

Solche Besuche, an denen auch Vertreter aus Reihen der Ratsfraktionen oder der Stadtverwaltung teilnehmen sollten, müssen nach Einschätzung Mettenborgs in Zukunft in regelmäßigen Abständen stattfinden. „Es ist nicht zuletzt ein Zeichen der Wertschätzung, wenn wir einmal pro Legislaturperiode vor Ort in Togo sind.“ Wer genau als Repräsentant für Rat und Verwaltung die lange und beschwerliche Reise in Gemeinschaft mit dem Togo-Förderverein antrete, sei zweitrangig, sagte Mettenborg. „Das ist nicht an eine bestimmte Person gebunden.“ Klar sei auch, dass nur eine kleine Abordnung von offizieller Seite mitfahren werde – und nicht etwa weite Teile des Stadtrats, wie es etwa bei Besuchen in Palamos oder Oldenzaal oft üblich ist.

Selbst ein Bild machen

Mettenborg erinnerte daran, dass unter Federführung des Togo-Fördervereins in den zurückliegenden Jahrzehnten viel zum Wohl der Menschen dort bewirkt worden sei. „Hilfe zur Selbsthilfe“ sei bei den unterschiedlichen Projekten dabei stets der Leitsatz. „Es ist geboten, sich ein Bild davon an Ort und Stelle zu machen – auch als Anerkennung für die ehrenamtlich geleistete Arbeit der Mitglieder des Fördervereins.“ Wenn es die Corona-Entwicklung zulässt, stehen für den kommenden Sommer Rheda-Wiedenbrück-Tage in Palamos an. Dazu werde dann eine größere Abordnung aus der Emsstadt erwartet, blicke Mettenborg nach vorn. Gefahren werden könne aber nur, wenn die gesetzlichen Bestimmungen zur Reduzierung der Ansteckungszahlen mit dem Virus eine Reise dann zulassen, betonte er.

Weitere Vertreter

Der Partnerschaftskommission gehören abgesehen von Repräsentanten der Ratsfraktionen, der Stadtverwaltung, der Flora-Westfalica-GmbH und der Volkshochschule Reckenberg-Ems Vertreter weiterer Interessensgruppen aus der Emskommune an: Dazu zählen drei Verantwortliche für den Bereich Jugend und Musik, jeweils einer für Bildung und Sport, für Senioren, für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kommission sowie für den Togo-Förderverein. Fünf weitere Mitglieder sitzen für die partnerschaftlichen Verbindungen mit Oldenzaal beziehungsweise Palamos in dem Gremium.

Mit dem niederländischen Oldenzaal besteht seit 1976 eine Partnerschaft, die vor allem durch Schüleraustausche und Vereinskontakte mit Leben gefüllt wird. Seit 1995 ist Palamos in der autonomen spanischen Region Katalonien Partnerstadt Rheda-Wiedenbrücks. Mit dem Heilbad Heiligenstadt in Thüringen hält die Emskommune seit der Wende enge Verbindungen. Inzwischen wurde ein Freundschaftsvertrag geschlossen.

Die Kantone Aouda und Adjèngré in Togo sind seit 1976 eng mit Rheda-Wiedenbrück verbunden. Der Togo-Förderverein unterstützt seither zahlreiche Entwicklungshilfeprojekte in dem westafrikanischen Land. Eine offizielle Städtepartnerschaft gibt es jedoch nicht.

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