Bauernhof-Mord in Westerwiehe: Kammer bezweifelt Besetzung
Prozess vorerst geplatzt

Rietberg/Bielefeld/Hamm  (WB/wow). Die ersten beiden Sitzungstermine im Rietberger Mordprozess sind am Freitag überraschend aufgehoben worden. Die 10. Strafkammer des Landgerichts Bielefeld unter dem Vorsitz von Richterin Jutta Albert bezweifle die ordnungsgemäße Besetzung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Samstag, 23.07.2016, 14:33 Uhr aktualisiert: 24.07.2016, 13:11 Uhr
Auf diesem einsamen Bauernhof in Rietberg-Westerwiehe sind im November 2015 zwei Brüder brutal überfallen worden. Foto: Wolfgang Wotke
Auf diesem einsamen Bauernhof in Rietberg-Westerwiehe sind im November 2015 zwei Brüder brutal überfallen worden. Foto: Wolfgang Wotke

Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Albert nur an den ersten vier Verhandlungsterminen den Vorsitz übernehmen könne, weil sie dann in den Ruhestand geht. Dafür war ein Ergänzungsrichter vorgesehen.

Auch Staatsanwalt Christoph Mackel wäre beim Prozessauftakt, der für Dienstag, 26. Juli, vorgesehen war, urlaubsbedingt nicht dabei, ebenso wie Strafverteidiger Martin Rother, der einen der beiden Angeklagten vertritt.

»Diese Entscheidung hat aber nichts mit dem Ergänzungsrichter zu tun«, sagte Leonie Plötz, die stellvertretende Pressesprecherin des Landgerichts. Zu Details wolle sich die Kammer erst in der nächsten Woche äußern.

Es wurden 18 Prozesstage angesetzt. Auch der Fortsetzungstermin (29. Juli) wurde gestrichen. Die Angelegenheit, so Plötz, werde nun dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm vorgelegt. Das müsse dann darüber entscheiden, ob die 10. Strafkammer so wie vorgesehen richtig besetzt sei.

Die Richter am OLG müssen gleichzeitig auch prüfen, ob die Haftbefehle gegen die beiden Beschuldigten aufrecht erhalten oder aufgehoben werden. Am 27. Juli würde die Frist ablaufen, denn grundsätzlich beträgt die maximale Dauer der Untersuchungshaft in Deutschland, ohne dass es zu einem Prozess kommt, sechs Monate.

Die Angeklagten Robert D. (46) und Artur T. (49) werden beschuldigt, im November 2015 ein Brüderpaar in Westerwiehe überfallen und gequält zu haben. Es ging um Geld. Dabei ist einer der Brüder (64) gestorben. Er wurde erwürgt. Der Jüngere überlebte schwer verletzt. Er soll inzwischen wieder auf seinen Hof zurückgekehrt sein. Allerdings wohne er dort nicht mehr alleine, sondern soll sich Mieter ins Haus geholt haben.

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