Nach dem Großbrand: Westerwieher Firma will auf jeden Fall weiter produzieren
Einsatz endet nach 21 Stunden

Rietberg-Westerwiehe (WB). Der Kampf gegen die Flammen war nach 21 Stunden endgültig beendet. Am Freitagmorgen um 7 Uhr zogen die letzten Feuerwehrleute ab, die in drei Fahrzeugen auf dem Gelände der Firma Kriener in Westerwiehe in der Nacht noch Sicherheitswache gehalten hatten. Nach dem verheerenden Großbrand vom Donnerstag begannen die Aufräumarbeiten an der Tegelheide.

Freitag, 12.08.2016, 19:34 Uhr aktualisiert: 12.08.2016, 19:40 Uhr
Wer vom Wohn- und Verwaltungsgebäude der Firma Kriener aus durch eine Tür in Richtung Maschinenhalle und Lager tritt, dem bietet sich dieses Bild der Verwüstung. Foto: Stefan Lind
Wer vom Wohn- und Verwaltungsgebäude der Firma Kriener aus durch eine Tür in Richtung Maschinenhalle und Lager tritt, dem bietet sich dieses Bild der Verwüstung. Foto: Stefan Lind

Die alles entscheidende Frage lautet jetzt: Wie geht es weiter? Das Unternehmen, 1959 gegründet, gilt als Spezialist in der Holz- und Kunststoffverarbeitung. Beliefert werden unter anderem Kunden aus der Maschinenbau-Industrie, dem Sanitätsbereich, der Werbebranche und der Hobby-Warenindustrie. »Wir müssen jetzt nach vorne schauen und überlegen, wie wir unsere Aufträge erledigt bekommen«, sagte Firmenchef Matthias Kriener am Freitag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Ein Ausweichquartier sei gar nicht das Problem: »Wir haben schon mehrere Hallen angeboten bekommen, von denen die eine oder andere durchaus für die Produktion in Frage kommen könnte.« Das Pro­blem sei aber, dass bei dem Brand etliche Spezialmaschinen zerstört worden seien. »In einem Fall kann man uns innerhalb von wenigen Wochen ein Vorführmodell liefern. Bei anderen Anlagen gibt es Lieferzeiten von fünf Monaten und mehr. Da müssen wir noch eine andere Lösung finden.«

Wasserversorgung erwies sich als schwierig

Blickt Matthias Setter, der Rietberger Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter, zurück auf den arbeitsreichen Tag, so fällt ihm als erstes die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ein. 170 Feuerwehrleute und Polizisten waren zu Spitzenzeiten vor Ort, ergänzt durch Mitarbeiter des Rettungsdienstes, des Deutschen Roten Kreuzes, des Bauhofs und des Kreises Gütersloh. Zwei Dinge seien außergewöhnlich gewesen: »Das war natürlich zuallererst die riesige Rauchwolke, die in Richtung Verl, Kaunitz und Schloß Holte davonzog.« Sie sei kilometerweit zu sehen gewesen, »so dass sogar aus Paderborn Anrufe bei uns eingingen, ob die ganze Sache denn bedrohlich sei oder nicht.« Deshalb seien umgehend ABC-Erkunder aus den Kreisen Gütersloh und Paderborn angefordert worden: »Bei den Messungen hat sich herausgestellt, dass der Rauch nicht gesundheitsgefährdend war.«

Als schwierig erwies sich die Löschwasserversorgung: »Wir befinden uns da schon im Außenbereich.« Zwar habe sich die Feuerwehr im Rohrleitungsnetz bedienen können, »aber das reichte nicht aus.« Zusätzlich mussten Leitungen zum mehrere hundert Meter entfernten Sennebach gelegt werden: »Dort haben wir zwei Saugstellen eingerichtet.« Gerade im Sommer gebe es dort nicht sonderlich viel Wasser, »aber für die Löschmaßnahmen hat es letztlich ausgereicht.« Bei dem Großbrand ist ein Sachschaden in Millionenhöhe entstanden. Maschinenhalle und Lager der Firma brannten vollständig nieder.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4224143?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730031%2F
Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen pro Woche überschritten
Ein Helfer der Johanniter hält im Corona Testzentrum am Flughafen Hannover ein Teststäbchen.
Nachrichten-Ticker