Dreimal zieht sich die Kammer zur Beratung zurück – zweiter Prozesstag am 8. September
Raubmordprozess: Angeklagte äußern sich nicht

Rietberg/Bielefeld (dpa). Im Prozess um einen Raubmord in Rietberg-Westerwiehe werden sich die beiden Angeklagten nicht zum Tatvorwurf äußern. Das kündigten ihre Anwälte nach Verlesung der Anklage vor dem Landgericht Bielefeld an.

Donnerstag, 01.09.2016, 17:45 Uhr aktualisiert: 01.09.2016, 17:47 Uhr
In diesem Haus wurde die Tat begangen. Foto: Wolfgang Wotke
In diesem Haus wurde die Tat begangen. Foto: Wolfgang Wotke

Auch werden die beiden 46 und 49 Jahre alten Männer keine Angaben zu ihrem Lebenslauf machen, hieß es.

Die beiden Männer sind wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Ein dritter Täter ist auf der Flucht. Gemeinsam sollen sie ein älteres Brüderpaar überfallen, gefesselt und gequält haben, um an rund 400.000 Euro zu kommen.

Oberstaatsanwalt Christoph Mackel schilderte den Überfall auf das Brüderpaar auf einem abgelegenen ehemaligen Bauernhof im November 2015: Das 64-jährige Opfer sei erwürgt worden. Der ein Jahr jüngere Bruder überlebte die Tat schwer verletzt. Ihn hatten die Täter mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und damit gedroht, ihn anzuzünden, wenn er nicht verrate, wo das Geld versteckt sei. Die beiden Opfer des Überfalls hatten auf dem Gelände des Bauernhofes eine Autowerkstatt betrieben.

Zum Prozessauftakt hatten die Verteidiger eine Reihe von Befangenheits- und Unterbrechungsanträgen gestellt. Dreimal zog sich die Kammer zur Beratung zurück. Rechtsanwalt Detlev Binder forderte eine Unterbrechung, weil die Staatsanwaltschaft wichtige Zeugenaussagen zu spät und lückenhaft präsentiert habe.

Das Gericht wies den Antrag ab. Bis zum zweiten Prozesstag am 8. September sei genug Zeit, die erst kurz vor dem Prozess vorgelegten Akten zu sichten. Anschließend stellte der Verteidiger Martin Rother einen Befangenheitsantrag gegen einen Richter der Kammer. Auch der wurde als unbegründet zurückgewiesen. Bereits der Prozessauftakt war mehrfach verschoben worden – unter anderem weil eine Richterin bald in Rente geht.

Nach dem Raubüberfall hatte ein Polizeihund noch weitere 200.000 Euro Bargeld im Haus der Opfer gefunden.

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