Landgericht Bielefeld: Polizist belastet einen der beiden Angeklagten schwer
Raubmordprozess: Handy und Peilsender ausgewertet

Rietberg/Bielefeld (WB/wow). Im Rietberger Raubmordprozess hat am Dienstag ein Polizeibeamter einen der beiden Angeklagten schwer belastet. Der Experte hatte das Handy als auch den Peilsender, den die Fahnder zuvor aufgrund einer anderen Straftat am Auto des Beschuldigten Arthur T. (49) angebracht hatten, ausgewertet.

Mittwoch, 09.11.2016, 14:04 Uhr
Der Tatort in Rietberg-Westerwiehe an der Lipplinger Straße: Hier ist ein Brüderpaar brutal überfallen worden. Foto: Wolfgang Wotke
Der Tatort in Rietberg-Westerwiehe an der Lipplinger Straße: Hier ist ein Brüderpaar brutal überfallen worden. Foto: Wolfgang Wotke

Das Ergebnis ist eindeutig: Handy und auch der Sender waren zeitgleich in der Nähe des Tatortes im Ortsteil Westerwiehe eingeloggt, die Daten stimmen überein. Außerdem, so der Kripomann, sei das Handy von einer Person benutzt worden. Genau dieses Mobilfunktelefon wurde später bei der Verhaftung von Arthur T. in seinem Fahrzeug entdeckt.

Das Bielefelder Schwurgericht hörte auch den Bericht zum Einsatz eines Mantrailerhundes. Das sind speziell ausgebildete Personenspürhunde. Dabei wird der hervorragende Geruchssinn dieser Hunde ausgenutzt. Der Unterschied zwischen einem Mantrailer und anderen Suchhunden besteht darin, dass der Mantrailer bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden kann und sich trotz vieler Verleitungen ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientiert. Mantrailer können nicht nur auf Spuren von Fußgängern eingesetzt werden, selbst die relative Abgeschlossenheit eines fahrenden Autos verhindert nicht, dass die Personen verfolgbare Spuren hinterlassen. Im Rietberger Verbrechen hatte einer dieser Vierbeiner eine Duftspur von einem Kabelbinder aufgenommen, der am Tatort gefunden wurde. Diese Spur führte durch ein nahegelegenes Feld bis zur Lipplinger Straße. Dort, so vermutet die Polizei, seien die beiden Täter von einem Auto aufgenommen worden.

Drei Männer sollen an dem Überfall auf ein Brüderpaar vor einem Jahr beteiligt gewesen sein, bei dem einer der Geschwister erwürgt wurde. Nur einen 46- und einen 49-jährigen Mann, Robert D. und Arthur T., konnte die Polizei festnehmen, der dritte ist noch flüchtig. Die Räuber hatten es auf 400.000 Euro abgesehen, die im Haus versteckt waren.

Der Prozess wird am Donnerstag, 10. November, fortgesetzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4423295?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730031%2F
Datenpanne: Inzidenz steigt auf 41 – doch Kreis darf nicht sofort handeln
22 Neuinfektionen sind am Samstag gemeldet worden. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker