Deutsche Glasfaser erläutert dem Bürgermeister ihre Pläne
Fakten liegen auf dem Tisch

Rietberg (WB). Die Diskussion um schnelles Internet in Rietberg nimmt neue Fahrt auf. Am Montag hat es das lange erwartete Gespräch des neu ins Spiel gekommenen Anbieters Deutsche Glasfaser mit Bürgermeister Andreas Sunder und anderen Verwaltungsmitarbeitern gegeben. Über das Ergebnis verbreiten beide Seiten allerdings ganz unterschiedliche Einschätzungen.

Mittwoch, 30.11.2016, 10:48 Uhr aktualisiert: 30.11.2016, 10:50 Uhr
Die Deutsche Glasfaser ist in vielen Bereichen Deutschlands tätig, so wie hier in Borken. Jetzt hat das Unternehmen auch ein konkretes Angebot für den Ausbau in Rietberg vorgelegt. Foto:
Die Deutsche Glasfaser ist in vielen Bereichen Deutschlands tätig, so wie hier in Borken. Jetzt hat das Unternehmen auch ein konkretes Angebot für den Ausbau in Rietberg vorgelegt.

 

Sunder ließ am Dienstag eine Pressemitteilung verschicken, in der es unter anderem heißt: »Was die Bemühungen betrifft, Rietberg an ein leistungsstarkes Glasfaserkabelnetz anzuschließen, liegt aktuell ein konkretes Angebot auf dem Tisch. Die Stadtwerke Soest möchten den Ausbau übernehmen.« Auch Vertreter des Unternehmens Deutsche Glasfaser hätten sich inzwischen im Rathaus vorgestellt. »Detaillierte Ausbaupläne sind uns aber bislang nicht vorgelegt worden«, betont das Stadtoberhaupt in dem Schreiben.

Das sieht man bei dem Unternehmen allerdings ganz anders: »Wir haben erläutert, dass wir bereits eine ausführliche Potenzialanalyse erstellt haben. Einige Punkte sind sogar konkret an einer Karte der Stadt besprochen worden«, betont Gerda Meppelink, Sprecherin der Unternehmensgruppe, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Wie wichtig dieses Projekt sei, lasse sich auch daran erkennen, dass Geschäftsführer Lambertus M. Meijerink, was sonst nicht üblich sei, persönlich zu dem Gespräch in Rietberg mitgereist war.

22 Millionen Euro stehen für den Ausbau bereit

Die Deutsche Glasfaser wird, anders als es der Bürgermeister darstellt, sehr konkret. Acht Millionen Euro stehen für den Ausbau des Glasfasernetzes in Rietberg bereit, insgesamt 22 Millionen Euro für die gesamte Region, »denn wenn wir loslegen, beziehen wir auch umliegende Kommunen und Kreise mit ein.« Das Kapital stehe bereit, der Zeitplan sei aufgestellt, »wir können direkt Anfang 2017 loslegen«, betont Gerda Meppelink und schiebt das Versprechen nach: »Ende des kommenden Jahres sollen alle anvisierten Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen sein.« Was noch ausstehe, sei ein konkretes Signal aus dem Rietberger Rathaus, ernsthaftes Interesse an einer Kooperation zu haben: »Dann legen wir dem Bürgermeister natürlich sämtliche Unterlagen vor, die er braucht.«

Einwände, schon die BBV habe viel versprochen und nichts gehalten, wischt die Unternehmenssprecherin beiseite: »Das ist, als würden Sie einen Tante-Emma-Laden mit der Edeka-Kette vergleichen. Bei uns stehen ganz andere Investoren dahinter.« Die Deutsche Glasfaser werde auch in 30 Jahren nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten: »Es gibt kein Projekt, das wir zugesagt und nicht gebaut haben.«

Andreas Sunder zeigt sich zurückhaltend und stellt die Rollenverteilung klar: »Wir als Stadt begleiten das Projekt, den Ausbau übernimmt der jeweilige Anbieter.« Das Mitspracherecht der Kommune sei eingeschränkt, aus Sunders Sicht aber bei den Stadtwerken als Tochterunternehmen der Stadt Soest (und damit Mitglied der kommunalen Familie) noch am größten. Außerdem, so ist inzwischen bekannt geworden, sollen die Stadtwerke auch die Möglichkeit bekommen, Strom und Gas in Rietberg zu vertreiben.

 

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