>

Sa., 22.04.2017

Heimatverein präsentiert zu den Esphorst Open eine Diedam–Ausstellung Ein Stück Mastholter Geschichte

Der Zweiseitenkipper mit der Fahrgestellnummer 1 wird zu den Esphorst Open zu bewundern sein. Er gehört heute dem Heimatverein: Hermann Eickhölter (von rechts), Carsten Löhner, Gisbert Schnitker, Alexander Hagemeier sowie die Vorbesitzer des Fahrzeuges.

Der Zweiseitenkipper mit der Fahrgestellnummer 1 wird zu den Esphorst Open zu bewundern sein. Er gehört heute dem Heimatverein: Hermann Eickhölter (von rechts), Carsten Löhner, Gisbert Schnitker, Alexander Hagemeier sowie die Vorbesitzer des Fahrzeuges. Foto: Heimatverein

Rietberg-Mastholte  (WB/jmg). Auch wenn die Firma Diedam bereits 1980 in die Insolvenz rutschte: Die markanten Anhänger leisten heute noch beharrlich ihren Dienst auf vielen Höfen. Zu den Esphorst Open am Sonntag, 30. April, ermöglicht der Heimatverein Mastholte einen Blick in die Geschichte des Unternehmens, das die Landwirtschaft nachhaltig geprägt hat.

»Es ist ein bisschen Wehmut dabei«, erklärt Uwe Diedam, Sohn des 1976 überraschend verstorbenen Firmenchefs Josef Diedam. Er bereitet zur Zeit die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein vor und arbeitet sich durch die Akten und Fotoalben. Aber es mache ihn auch ein bisschen stolz: 37 Jahre nach Ende der Firma, die in der Spitze 160 Mitarbeiter beschäftigte, werde ihm immer wieder deutlich, wie viele wegweisende Produkte in Mastholte entstanden sind. Nach seinen aktuellen Recherchen schätzt er, dass mehr als etwa 60.000 Fahrzeuge zusammengebaut wurden. Und weil die Qualität ganz groß geschrieben wurde, hängen Landwirte sich immer noch die alten Diedam-Anhänger an die Trecker. »So ist es immer präsent.«

Marktanteil von 25 Prozent

Im Juni 1950 hatten die Brüder Josef und Franz Diedam ihr Unternehmen gegründet. Sieben Jahre später trennten sie sich, Josef führte den Betrieb weiter. 1970 hatte Diedam laut Heimatverein schon einen Marktanteil von 25 Prozent erwirtschaftet. Und die Produktpalette wuchs: Neben landwirtschaftlichen Kippern wurden Plattformwagen, Stalldungstreuer, Güllewagen, Langholzfahrzeuge oder Großraum-Milchwagen gebaut.

»Die waren schon sehr führend in der Technik«, meint auch Alexander Hagemeier, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Anlässlich der Gewerbeschau Esphorst Open wollen die Heimatfreunde deshalb »Fahrzeuge und Erinnerungsstücke an dieses stolze Unternehmen zusammenführen«, heißt es in der Ankündigung. So sollen nicht nur Fahrzeugfans auf ihre Kosten kommen, sondern auch ehemalige Mitarbeiter gemeinsam in Erinnerung schwelgen können.

Fahrgestellnummer 1 aus dem Jahr 1952

»Es war schon etwas ganz Besonderes, hier zu arbeiten«, zitiert Uwe Diedam einen ehemaligen Einkäufer. Die Diedam-Mannschaft hält auch Jahre später noch zusammen: 2000 kamen zu einem Mitarbeitertreffen noch 60 Ehemalige, eine beachtliche Quote – zwanzig Jahre nach der Insolvenz.

Zur Ausstellung wird auch der erste Zweiseitenkipper zu sehen sein, den Diedam gebaut hat – Fahrgestellnummer 1 aus dem Jahr 1952. Er ist heute im Besitz des Heimatvereins, nachdem er bis vor einigen Jahren noch als Ballenwagen im Einsatz war.

Uwe Diedam selbst hat zwar Landmaschinen-Techniker gelernt, ist aber heute als Projekt- und Eventmanager unterwegs. Trotzdem schaut er gerne in die alten Dokumente – und Diedam-Fans dürfen es ihm auf der Gewerbeschau gleich tun.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4781837?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2730031%2F