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Di., 16.05.2017

Rietberg: Wie André Kuper und seine Frau Monika die Landtagswahl erlebt haben »Ein gigantisches Gefühl«

Sie haben allen Grund zur Freude, der Wahlsieg ist gelungen: An­dré Kuper und seine Frau Monika am Sonntagabend im Gütersloher Kreishaus, zusammen mit Henrika Küppers (links), Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Rheda-Wiedenbrück, und Robin Rieksneuwöhner aus Verl (rechts), stellvertretender Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Gütersloh.

Sie haben allen Grund zur Freude, der Wahlsieg ist gelungen: An­dré Kuper und seine Frau Monika am Sonntagabend im Gütersloher Kreishaus, zusammen mit Henrika Küppers (links), Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Rheda-Wiedenbrück, und Robin Rieksneuwöhner aus Verl (rechts), stellvertretender Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Gütersloh. Foto: Wolfgang Wotke

Von Stefan Lind

Rietberg/Kreis Gütersloh (WB). Es sind turbulente Zeiten für André Kuper, vor allem nach einer gewonnenen Wahl. Doch in seinem eng getakteten Terminkalender hat er am Montagvormittag zwei Stunden geblockt, nur für sich und seine Frau Monika: »Wir sind ganz in Ruhe im Lind-Hotel frühstücken gegangen. Das musste einfach mal sein.«

Der alte und neue CDU-Landtagsabgeordnete aus Rietberg hat sich eine kleine Belohnung gegönnt für einen Wahlkampf, in dem er nach eigener Rechnung 140 Kilometer gelaufen ist, um 2000 Haustürkontakte zu bekommen, von den unzähligen Infoständen und Parteiveranstaltungen ganz zu schweigen. Noch am Dienstag der vergangenen Woche war der damalige CDU-Spitzenkandidat und inzwischen angehende Ministerpräsident Armin Laschet zu Gast in Westerwiehe. André Kuper werde zu seinem Regierungsteam gehören, hatte er betont.

In welcher Form das sein wird? »Diese Frage stelle ich mir auch«, schmunzelt der Angesprochene, um gleich klarzustellen: »An Personalspekulationen beteilige ich mich nicht.« Es sei ja noch nicht einmal klar, mit wem die CDU koalieren werde: »Kommt die FDP zum Zuge, würden die Liberalen automatisch das Innenressort beanspruchen.« Die Funktion sei ohnehin zweitrangig, betont Kuper, »mein Hauptziel wird sein, die Region Ostwestfalen-Lippe in Düsseldorf stärker in den Fokus zu rücken.« Bei Rot-Grün, so hatte er im Wahlkampf immer argumentiert, habe man den Eindruck, das Land NRW höre hinter Dortmund auf.

Wichtige Termine Schlag auf Schlag

André Kuper ist Sprecher der OWL-Abgeordneten seiner Fraktion im Landtag. Die Gesamtzahl hat sich von 67 auf 72 erhöht. Deshalb fuhr er gleich am Montagnachmittag wieder in Richtung Landeshauptstadt, um erste organisatorische Dinge zu regeln: »Da geht es zum Beispiel um solche Dinge, dass wir am liebsten unsere Büros alle auf einem Flur haben möchten.« Und dann geht es mit wichtigen Terminen Schlag auf Schlag weiter: Heute kommt zunächst der geschäftsführende Fraktionsvorstand der CDU zusammen, anschließend folgt bereits die konstituierende Fraktionssitzung. Sollten neue Aufgaben und Ämter auf ihn warten, »werde ich das aber erst mit meiner Frau besprechen, um unsere weitere Lebensplanung zu klären.«

Trotz aller Dinge, die jetzt auf ihn zukommen, nimmt sich Kuper auch die Zeit, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT auf den Wahltag zurück zu blicken. »Es war ein gigantisches Gefühl«, beschreibt er, was er am Sonntag um 18 Uhr in der CDU-Landesgeschäftsstelle in Düsseldorf erlebt hat, als klar wurde, dass die Christdemokraten in NRW stärkste Partei geworden waren. »Es war ein extrem emotionaler Augenblick in meinem Leben.«

Gegen 20 Uhr traf Kuper im Gütersloher Kreishaus ein, um festzustellen, dass er das Direktmandat im Wahlkreis Gütersloh III sicher verteidigt hatte: »Angesichts der sieben Mitbewerber wäre ich mit einer 4 vorneweg schon sehr zufrieden gewesen. Dass es jetzt 55,32 Prozent geworden sind, empfinde ich als sensationell.« Sein besonderer Dank geht an die Wähler in Rietberg: »Da konnte ich mein Ergebnis von 64,5 im Jahre 2012 auf mehr als 69 Prozent erhöhen. Das ist ein enormer Rückenwind, aber auch eine Herausforderung für mich, meine Arbeit besonders gut zu machen.« In einem Rietberger Stimmbezirk erreichte Kuper sogar 82,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Da blieben für SPD-Bewerber Jan Michael Goldberg mickrige 8 Prozent übrig.

Und wie hat seine Frau das Wochenende erlebt? »Ach, wissen Sie, da ist so viel auf mich eingestürzt, dass ich mich an alles nur leicht verschwommen erinnere«, sagt Monika Kuper lächelnd im WB-Gespräch. Sie hatte am Samstag Geburtstag, »und wir haben es tatsächlich noch geschafft, abends beim Italiener in Rietberg ein bisschen zu feiern.« Natürlich hat sie ihren Mann am Sonntag begleitet und sich mit ihm gefreut: »Aber ich habe bis heute weder meine Geschenke ausgepackt noch auf die mehr als 200 Nachrichten reagieren können, die mich erreicht haben.«

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