200 Helfer kämpfen vor zehn Jahren in Rietberg gleich an drei Tagen gegen die Fluten
»Wasser überall!«

Rietberg (WB). Wer wissen wollte, wo die Feuerwehr im August 2007 in Rietberg besonders dringend gebraucht wurde, las auf einer Infotafel im Gerätehaus Neuenkirchen: »Wasser überall!« Treffender kann man kaum zusammenfassen, was vor zehn Jahren gleich dreimal über die Stadt der schönen Giebel hereinbrach.

Mittwoch, 09.08.2017, 06:00 Uhr
Auf dem Hof von Franz Beckhoff an der Sandfeldstraße steht das Wasser 2007 fast kniehoch. Die Feuerwehr hilft beim Abpumpen. Foto: Meike Oblau
Auf dem Hof von Franz Beckhoff an der Sandfeldstraße steht das Wasser 2007 fast kniehoch. Die Feuerwehr hilft beim Abpumpen. Foto: Meike Oblau

Nachdem die Retter zunächst im benachbarten Delbrück geholfen hatten, ereilte das Hochwasser am 10. August erstmals auch Rietberg. Schwerpunkte der Überschwemmung waren der Bereich Delbrücker Straße/Johannesweg, die Markenstraße sowie das Landesgartenschaugelände, das wenige Monate vor der Eröffnung schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Unter anderem brach am Untersee der erst eine Woche zuvor fertiggestellte Damm.

Noch schlimmer aber traf es Rietberg am 22. und 23. August 2007. Zwei Wochen nach dem ersten Hochwasser waren diesmal vor allem der Ortsteil und der LGS-Parkteil Neuenkirchen betroffen. Bis zu 75 Liter Regen fielen in einer Nacht pro Quadratmeter, der Sennebach trat über die Ufer. Das Wasser spülte damals unter anderem die frischen Einsaaten auf dem Gartenschaugelände einfach weg. Auch in Mastholte wurde es nass, mehrere Straßen mussten gesperrt werden, ebenso wie die Hauptdurchfahrtstraßen in Neuenkirchen: die Lange Straße, die Platzstraße und im weiteren Verlauf die Bahnhofstraße.

Bewohner bis zu den Knien in der nassen Brühe

Fast 200 Feuerwehrkräfte und Helfer des THW waren bei diesem Starkregenereignis im Einsatz. In manchen Gebäuden wie im Keller des Neuenkirchener Kolpinghauses stand das Wasser bis zu 80 Zentimeter hoch. Auch auf einigen Bauernhöfen wie an der Sandfeldstraße und der Schellertstraße standen die Bewohner bis zu den Knien in der nassen Brühe. Allein in der Nacht auf den 24. August 2007 zählte die Feuerwehr im gesamten Stadtgebiet 126 Einsätze.

»Wer am nächsten Tag unbedingt zur Arbeit musste, ist um 1 Uhr nachts nach Hause gegangen, die anderen haben weitergemacht«, schilderte damals der Neuenkirchener Löschzugführer Christian Uhr die Dimensionen des Einsatzes. Sorge bereiteten den Rettern viele uneinsichtige Verkehrsteilnehmer, die trotz Straßensperrungen weiterfuhren und dann teilweise aus dem Wasser befreit werden mussten.

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