So., 06.01.2019

Tokarevfest der Generationen verspricht »kreuzüber handgemachte Musik« Klassik und noch eine Menge mehr

Nikolai Tokarev, international gefeierter Klaviervirtuose, hat dem Festival seinen Namen gegeben. Er ist für die musikalischen Inhalte des Klassik-Programms verantwortlich und wird in Rietberg natürlich auch selbst am Konzertflügel zu erleben sein.

Nikolai Tokarev, international gefeierter Klaviervirtuose, hat dem Festival seinen Namen gegeben. Er ist für die musikalischen Inhalte des Klassik-Programms verantwortlich und wird in Rietberg natürlich auch selbst am Konzertflügel zu erleben sein.

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). »Wir wollen die Klassik aus ihrer Nische herausholen«, sagt Mitveranstalter Ralf Herold aus Rietberg. Und mehr noch: Auch populäre Sounds werden in ganz unterschiedlichen Spielarten zu hören sein. »Kreuzüber handgemachte Musik« fasst Herold zusammen, was sich an drei Tagen in März im Rundtheater Cultura abspielen wird. »Tokarevfest der Generationen« lautet der Name des ambitionierten Festivals, das 20 Veranstaltungen und noch eine Menge mehr ankündigt.

Was besonders ins Auge fällt: Der international gefeierte Pianist Nikolai Tokarev hat der Veranstaltung sogar ihren Namen gegeben. Der heute 35-jährige Künstler, der aus Moskau stammt, galt schon mit sechs Jahren als Wunderkind und hat es geschafft, seine Karriere bis zum heutigen Tag immer weiter auszubauen, unter anderem mit Tourneen und CD-Veröffentlichungen, regelmäßig in Zusammenarbeit mit den großen Namen der Branche, vom Gewandhaus-Symphonieorchester Leipzig über das BBC Symphony Orches­tra bis zur Russischen Nationalphilharmonie. Zahlreiche Preise, darunter der Echo Klassik, zeugen von seinen Qualitäten.

Erstes Treffen war 2008

Ralf Herold traf Tokarev erstmals 2008 nach einem Auftritt in der Bielefelder Oetkerhalle: »Es war eines der besten Konzerte, das ich je erlebt habe.« Der anfangs lose Kontakt intensivierte sich im Laufe der Zeit. Irgendwann kam die Idee auf, ein Festival zu organisieren, und warum eigentlich nicht in Rietberg? »Klassische Musik wird hier nur sehr wenig angeboten. Wir möchten mit der Veranstaltung etwas ausprobieren, was es in dieser Form in der Stadt noch nicht gegeben hat.« Tokarev kann sich sogar vorstellen, für eine gewisse Zeit nach Rietberg zu ziehen.

Zahlreiche Kooperationspartner hat Herold schon mit ins Boot geholt; sie sind bereit, beim Erfolg der Premiere auch weitere Festivals in den kommenden Jahren mitzufinanzieren. Unterstützung erhält er zudem vom Kulturig-Team, die Schirmherrschaft hat Landtagspräsident André Kuper übernommen, eine spezielle Patenschaft liegt in den Händen von Bürgermeister Andreas Sunder.

Festival ist zweigeteilt

Das Festival ist zweigeteilt. Zum Auftakt am Freitag, 22. März, und zum Abschluss am Sonntag, 24. März, steht die klassische Musik im Vordergrund, dazwischen, am Samstag, gibt es populärmusikalische Angebote. »Wir waren uns sofort einig, diese große Bandbreite anbieten zu wollen«, berichtet Herold von seinen Vorbereitungen zusammen mit Tokarev. Seit April läuft die Planung, und der Klavier-Star nutzte seine guten Kontakte, um einige hochkarätige Musikerkollegen nach Rietberg zu holen.

Dazu zählt die hochgelobte Nachwuchspianistin Laetitia Hahn ebenso wie die aufstrebende Geigerin Anne Luisa Kramb, begleitet von Julius Asal am Klavier. Natürlich wird auch Nikolai Tokarev selbst einen umfassenden Einblick in sein Schaffen geben; Höhepunkt des ersten Abends werden Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« sein, ergänzt durch eine Video-Installation mit Kandinsky-Bildern.

Zwei Echo-Preisträger

Das Pop-Programm am Samstag bietet gleich zwei Echo-Preisträger 2018 auf. Hanno Busch (Gitarre) und Claus Fischer (Bass) führen die Kölner Jazzformation »Sommerplatte« an. Ebenfalls dabei: »Pimpy Panda feat. P’Hornz«, eine bunte Truppe, die Jazz, Funk, Soul, Hip Hop und RnB zu einem eigenständigen Sound vermischt. Bei den »P’Hornz« spielt übrigens Trompeter Christian Altehülshorst aus Rietberg mit, vielen Musikfreunden bekannt als Mitglied der Sazerac Swingers. Und noch mehr Lokalbezug: Das Punk-Trio Brausepöter hat auch einen Auftritt.

»Regional, national, international« beschreibt Ralf Herold denn auch folgerichtig das musikalische Konzept. Und es soll sich mischen, »Crossover« heißt das heute so schön. Beiden Veranstaltern ist es wichtig, dass Musiker wie Publikum ihren Horizont erweitern, was die Musik angeht, »und deshalb werden die meisten Künstler auch ganz bewusst an allen drei Tagen anwesend sein.«

Los geht es am Freitag um 19 Uhr, am Samstag tritt die erste Band um 16 Uhr auf, am Sonntag ist ebenfalls um 16 Uhr die erste Veranstaltung. Parallel zu den Angeboten in der Cultura selbst wird es im Foyer kleine Konzerte geben, dazu natürlich Essen, Trinken, Tonträger-Verkauf und mehr. Vorgesehen sind auch Meisterklassen und Workshops für all jene, die sich weiterbilden wollen.

Karten gibt’s schon

Karten gibt es bereits jetzt im Vorverkauf, wahlweise für einzelne Veranstaltungen oder ganze Tage. Viele weitere Informationen sind auf einer ausführlichen Seite im Internet zu finden.

www.tokarevfest.de

Kommentare

Wow, das hört sich aber mal cool an

Tolles Festival-Konzept, echt was Neues.
Mir gefällt das ausgezeichnet und das Programm scheint hochkarätig zu sein, liebe Hanno Busch.
Die cultura Rietberg macht sich, Hut ab.
Ich komme auf jeden Fall.

1 Kommentare

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