Mo., 14.01.2019

Besucher erleben in der ausverkauften Rietberger Cultura ein begeisterndes Neujahrskonzert Persönlich begrüßt vom Bürgermeister

Bürgermeister Andreas Sunder und seine Frau Kerstin begrüßen zahlreiche Bürger zum Neujahrskonzert der Stadt Rietberg.

Bürgermeister Andreas Sunder und seine Frau Kerstin begrüßen zahlreiche Bürger zum Neujahrskonzert der Stadt Rietberg. Foto: Stefan Lind

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Mit gewissen Begriffen sollte man vorsichtig sein, aber dass sich das Neujahrskonzert der Stadt Rietberg zu einem veritablen gesellschaftlichen Ereignis entwickelt hat, steht außer Frage.

Das beweist allein die Tatsache, dass die Veranstaltung Wochen, ja, Monate vorher ausverkauft ist. Und wer sich am Freitag Abend eine Viertelstunde vor Beginn im Foyer der Cultura umschaut, der erkennt eben nicht nur die bekannten Gesichter aus Politik, Wirtschaft und Vereinen, sondern sieht auch viele Bürger, die die Gelegenheit nutzen, sich mit anderen Menschen zu treffen und ein anregendes Konzert zu erleben.

Zuvor haben sie alle Bürgermeister Andreas Sunder und seiner Frau Kerstin die Hand geschüttelt, denn es ist eine schöne Tradition, dass der erste Bürger der Stadt die persönliche Begrüßung übernimmt.

Sunder zieht kritische Bilanz

Seine Rede mit Rück- und Ausblick gibt es vor dem eigentlichen Konzert in der Cultura, und Sunder nutzt sie nicht nur dafür, die erreichten Leistungen des vergangenen Jahres aufzuzählen, nein, er äußert sich auch selbstkritisch zu den gescheiterten City-Outlet-Plänen. Er warf grundsätzliche Fragen auf: »War es richtig, diese Idee überhaupt zu verfolgen? War es richtig, so viel Arbeit und Leidenschaft zu investieren? War es richtig, sich so ausführlich in dieses Thema einzuarbeiten?« Das alles könne er ganz klar mit »Ja« beantworten, auch wenn so mancher Kritiker anderer Meinung sei.

Sunder weiter: »Der größte Fehler wäre gewesen, es gar nicht zu versuchen. Still stehen, sich nicht bewegen, das ist oftmals die sicherste Variante. Dieses Null-Risiko-Denken entspricht aber nicht meinem und unserem Anspruch. Denn wer sich nicht bewegt, der wird schwächer, nicht stärker. Und Stärke bedeutet doch, unbefangen und neugierig etwas auszuprobieren.«

Spontaner Applaus für den Bürgermeister

Es habe sich 2018 aber auch eine ganze Menge bewegt; Sunder zählte auf: »Der Glasfaserausbau hat begonnen, an vielen Stellen entstehen neue Wohn- und Gewerbegebiete, neue Schulgebäude und Kindergärten sind gebaut worden, der Haushalt bewegt sich glücklicherweise in die richtige Richtung, in Richtung Ausgleich und Konsolidierung, unsere Stadtwerke haben schon fast 2000 Kunden, unseren Gartenschaupark haben wir mit einem höheren Zuschuss fit gemacht für die Zukunft, das Kirchplatzkonzept in Neuenkirchen ist verabschiedet worden.«

Spontanen Applaus aus dem Rund erhielt der Bürgermeister für die Feststellung: »Sie, meine Damen und Herren, haben mich bestätigt, zumindest eine große Mehrheit. Sie haben mich wiedergewählt, für weitere sieben Jahre.« Mit dieser Entscheidung könne er gut leben, stellte Sunder fest, »denn das Amt des Bürgermeisters erfüllt mich und ist immer noch mein Traumberuf. Der Wahlkampf hat mich sehr bewegt, emotional und auch körperlich. Aber es war ein schönes Trainingslager, das mir gezeigt hat: Geist und Körper sind noch gut in Schuss. Außerdem gebe ich zu, dass ein solches Wahlergebnis Rückenwind verleiht – und damit fährt es sich noch unbeschwerter und ein wenig schneller.«

Musikalisches Programm passt vortrefflich in den Rahmen

Die Nordwestdeutsche Philharmonie, diesmal unter der Leitung von David Marlow, hat das übliche leicht konsumierbare Programm zusammengestellt, das aber ganz vortrefflich in einen solchen Rahmen passt. Jacques Offenbach und Franz von Suppé könnten in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag feiern, da liegt es auf der Hand, das Schaffen der beiden Herren zu würdigen, unter anderem mit der weltberühmten Barcarole (Offenbach) oder der Ouvertüre zu »Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien« (Suppé).

Mezzosopranistin Anna Werle führt sich gleich furios ein als leicht beschwipste, flaschenschwingende Solistin in der Fledermaus-Arie »Ich lade gern mir Gäste ein« von Johann Strauß. Passend gekleidet verkündet sie ihre Liebe fürs Soldatische in »Ah, je j’aime les militaires«, erneut von Offenbach. Im zweiten Teil setzt sie unter anderem einen Glanzpunkt mit ihrer Interpretation von »Don’t Cry For Me Argentina« aus Andrew Lloyd Webbers Musical »Evita«, während die Nordwestdeutsche Philharmonie James Bond eine musikalische Referenz erweist. Die Begeisterung im Rundtheater ist groß.

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