Stadt investiert fast 1,2 Millionen Euro in den Ortsteil Neuenkirchen – hoher Zuschuss
Das Wapeldorf verändert sich

Rietberg-Neuenkirchen (WB). Das Wapeldorf verändert nachhaltig sein Gesicht: Was mit dem Abriss des markanten Becker-Gebäudes und des Neubaus an selber Stelle begann, setzt sich mit einem zweiten, großen Komplex gleich nebenan fort – dort, wo einst das Apothekengebäude mit seiner Forsthaus-Optik stand.

Freitag, 01.02.2019, 11:15 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 11:20 Uhr
Das nicht erhaltenswerte Fachwerkhaus Körkemeier in Rietberg-Neuenkirchen wird abgerissen, auf der Fläche sollen Parkplätze entstehen. Foto: Petra Blöß
Das nicht erhaltenswerte Fachwerkhaus Körkemeier in Rietberg-Neuenkirchen wird abgerissen, auf der Fläche sollen Parkplätze entstehen. Foto: Petra Blöß

Beide Häuser befinden sich nah am Kirchplatz, doch sie werden dort auch die einzigen bleiben, die in dieser mehrstöckigen Größenordnung eine gewisse Einrahmung darstellen. Gegenüber findet sich derzeit noch das ehemalige Fachwerkhaus Körkemeier, doch dem geht es in wenigen Wochen an den Kragen. Das historische Gemäuer wird abgerissen, an seine Stelle treten Parkplätze.

Einem alten Haus geht es an den Kragen

Die sogenannte Aufwertung des Kirchplatzes und des Pfarrgartens St. Margareta ist Bestandteil des integrierten Handlungskonzeptes, das über Jahre hinweg eine ganze Reihe von Maßnahmen für den Kern des Wapeldorfes beinhaltet.

Bereits umgesetzt wurde die Renaturierung des Dorfgrabens in Stadtlers Gärtchen und dessen Umfeldgestaltung. Ähnlich wie den dortigen Bachverlauf denkt sich Matthias Wolf vom Büro »freiraumplanung welf« auch den weiteren Verlauf des Grabens, der sich von der Gütersloher Straße an bis zur Ringstaße zwischen Volksbank, Kolpinghaus und Kirche höchst unschön durch alte Betonplatten-Einfassungen zieht.

Land bezuschusst mit mehr als 800.000 Euro

Im Umweltausschuss stellte der Landschaftsexperte, der bereits zahlreiche Projekte im Rietberger Land, so beispielsweise zur Landesgartenschau 2008 oder auch im Varenseller Klostergarten umgesetzt hatte, die aktualisierten Planungen, Kosten und einen etwaigen zeitlichen Ablauf vor. Abhängig ist er in seinen Baumaßnahmen von der Entwicklung in Sachen neues Kolpinghaus, das demnächst hinter der Volksbank-Zentrale und nahe des Pfarrhauses errichtet werden soll.

So soll in mehreren Bauabschnitten vorgegangen werden, um dann von Stadlers Gärtchen aus entlang des Ehrenmales und des alten Fußpättkens zum Kirchplatz wie auch zum Pfarrgarten zu kommen. Die Restaurierung der alten Kirchenmauer ist das eine, die Vernichtung der Beton-Architektur auf dem Platz vor der Pfarrkirche das andere. Dort soll die nüchterne Optik mit ihren eckigen Sitz- und Beetkästen modernen, fließenden Formen weichen und für eine hohe Verweildauer sorgen.

Vorangestellt ist allen Aktivitäten der Abriss des historischen Fachwerkhauses, bekannt im Ort unter dem Namen Haus Körkemeier. Die Stadt hatte dieses bereits vor längerer Zeit erworben und im Anbau Flüchtlinge untergebracht. Dieser Wohnraumbedarf ist jetzt nicht mehr vorhanden. Zwischenzeitlich hatte es Überlegungen von Privatpersonen gegeben, im alten Haus ein kleines Museum für jüdische Ortsgeschichte zu ermöglichen, doch die Bausubstanz ist zu schlecht, eine Sanierung käme zu teuer.

Auch für das Münsteraner Denkmalamt ist das Gebäude nicht erhaltenswert. So soll nun möglichst noch im ersten Quartal der Abriss erfolgen. Über den Sommer hinweg wird der Kirchplatz umgebaut und gestaltet, die Fertigstellung soll 2020 erfolgen. Wenn die wesentlichen Arbeiten für das neue Kolpinghaus fertig sind, gilt auch dort: angepeilt ist der Spätwinter 2020, kann es mit dem Dorfgraben und dem Pfarrgarten weitergehen. Fertiggestellt sein soll alles, so die Planung, im August 2020.

Die Kosten für die Arbeiten, Abriss, Grunderwerb und Ingenieurleistungen liegen bei fast 1,2 Millionen Euro, der Stadt liegt ein Zuwendungsbescheid vor, nachdem das Land 70 Prozent, also etwa 818.000 Euro zugibt.

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