Do., 27.06.2019

Politiker diskutieren über Verpackungsmüll-Entsorgung – Umfrage geplant Ab in die Tonne – oder in den Sack?

Soll der Verpackungsmüll aus den Rietberger Haushalten weiterhin im Gelben Sack gesammelt werden – oder doch lieber in der Tonne? Dazu könnte es, wenn auch der Rat der Stadt zustimmt, eine repräsentative Umfrage unter den Bürgern geben.

Soll der Verpackungsmüll aus den Rietberger Haushalten weiterhin im Gelben Sack gesammelt werden – oder doch lieber in der Tonne? Dazu könnte es, wenn auch der Rat der Stadt zustimmt, eine repräsentative Umfrage unter den Bürgern geben. Foto: dpa

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Gelber Sack oder Gelbe Tonne? 14-tägiger oder vierwöchentlicher Abholrhythmus? Demnächst laufen Verträge aus, was die Entsorgung von Verpackungsmüll angeht, zum 1. Januar 2021 kann sich die Stadt Rietberg entscheiden, ob sie bei den Säcken bleibt oder auf Tonnen umsteigt. Aber eine Einigung darüber, wie es denn jetzt weitergehen soll, fiel den Kommunalpolitikern am Dienstag im Umwelt- und Klimaausschuss schwer.

Denn es gibt so viele Optionen. Am einfachsten wäre es, bei den Gelben Säcken zu bleiben und alles so zu belassen, wie es ist. Nur: Über diese Entsorgungsmethode gibt es regelmäßig Klagen, wie auch die CDU-Fraktion in einem Antrag an den Ausschuss feststellt. Säcke reißen, ihr Inhalt verschmutzt die Straßen, andere werden vom Wind auf die Fahrbahn geweht und sorgen für Verkehrsbehinderungen, dann wieder fehlt der Nachschub in den Abholstellen. Denn, das betonte Andreas Meschede von der GEG, der Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen für den Kreis Gütersloh hier handelt es sich um ein privates System der Abfallentsorgung; die Stadt hat damit nichts zu tun. Klagen im Rathaus über fehlende Gelbe Säcke bringen also nichts.

Sack oder Tonne? Da lassen die Systembetreiber mit sich reden, »beide Varianten sind kostenneutral für die Bürger«, betonte Meschede auf Nachfrage von Jürgen Don (FWG). Gerd Muhle (SPD) erklärte, in seiner Fraktion könne man sich mit einer dritten Variante anfreunden, der Wertstofftonne, die auch für Müll genutzt wird, der nicht direkt dem Dualen System zugeordnet werden kann. Dazu seien die Entsorger aber nicht verpflichtet, erklärte Meschede. Möglich sei das nur bei einer einheitlichen kreisweiten Lösung, und die sei in den kommenden Jahren nicht in Sicht.

Bürger sollen entscheiden

Also nochmal: Sack oder Tonne? Am besten wäre es, die Bürger in einer Umfrage entscheiden zu lassen. So zumindest stellt die Verwaltung sich das vor. Das könne recht kurzfristig mit Hilfe von Telefoninterviews geschehen, sagte Rüdiger Ropinski aus der zuständigen Abteilung, die Kosten seien mit 5000 Euro recht niedrig, und bis zur nächsten Sitzung des Fachausschusses am 8. Oktober lägen bereits die Ergebnisse vor.

Schön und gut, so kam es aus dem Gremium zurück, aber bringt solch eine Umfrage auch ein deutliches Ergebnis? Jürgen Don verwies auf Gütersloh, dort seien 50,5 Prozent der Befragten für den Gelben Sack und 49,3 Prozent für die Gelbe Tonne gewesen. »Das wird in Rietberg doch nicht viel anders ausfallen.«

Also erst mal abwarten? Nein, liegen lassen wollte man das Thema dann doch nicht. Der Kompromiss: Bei einer Gegenstimme folgte der Ausschuss dem Beschlussvorschlag aus dem Rathaus, die Verwaltung solle eine repräsentative Umfrage in Auftrag geben – mit einer Einschränkung. Die Fachleute sollen sich über die Modalitäten der Müllentsorgung noch einmal genau schlau machen, auch und gerade über die Wertstofftonne. Eine endgültige Entscheidung wird dann im Rat fallen.

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