Do., 01.08.2019

Stadt sieht Wohnbebauung als mögliche Perspektive für das Areal Häuser statt Klima-Info?

Rietberg (WB). Zu hoher Aufwand und teilweise nicht mehr aktuell: Der Klimapark auf dem Landesgartenschaugelände soll aufgegeben werden. Die Stadt überlegt, ob das Gelände für eine Wohnbebauung genutzt werden kann.

17.000 Quadratmeter groß ist das Areal des Klimaparks auf dem Landesgartenschaugelände. Seit acht Jahren bietet es den Besuchern Informationen über zukunftsfähige und klimafreundliche Technologien. »Das hat funktioniert, ist inzwischen aber in vielerlei Hinsicht überholt. Deshalb arbeitet die Stadt Rietberg aktuell an einem Konzept für eine Nachnutzung«, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Drachenfest findet statt

Das bedeutet jedoch nicht, dass sofort der Schlüssel umgedreht wird: »Geplante Veranstaltungen im Klimapark wie das Drachenfest im Oktober finden statt«, sagt Stadt-Sprecherin Nina Ackfeld. Auch die Info-Angebote für Schulklassen werde es bis auf weiteres geben.

Nach intensiven Gesprächen mit den Projektpartnern des Parks – verschiedene Firmen und Institutionen wie die Verbraucherberatung, die Fachhochschule Bielefeld und örtliche Betriebe – sei die Stadtverwaltung zu dem Entschluss gekommen, den Klimapark am Gallenweg in seiner jetzigen Form mittelfristig aufzugeben. »Das geschieht im Schulterschluss mit den Projektpartnern. Für sie hat die Pflege und der Betrieb der Exponate teilweise einen hohen Aufwand bedeutet, den sie in dieser Form nicht mehr leisten können und wollen«, erläutert Bürgermeister Andreas Sunder.

Planungen erforderlich

Eine mögliche Perspektive für das Gelände wäre Wohnbebauung. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Denn bevor Wohnraum entstehen kann, sind Planungen erforderlich. Die Grundstücke befinden sich zudem nicht im Besitz der Stadt Rietberg. »Selbstverständlich liegt es an den Eigentümern, was wir hier künftig entwickeln können. Auch da sind und bleiben wir im Gespräch«, betont der Bürgermeister. Von heute auf morgen wird eine solche Weiterentwicklung ohnehin nicht vonstattengehen, es wird noch einige Jahre dauern.

Bestehende Technologien und Gebäude sollen soweit wie möglich bei einer Nachnutzung des Klimaparks erhalten bleiben. Das Sonnenhaus, das aktuell von der Verbraucherzentrale genutzt wird, könnte etwa für Wohnzwecke umgebaut werden. Für diesen Fall hat auch die Verbraucherzentrale bereits signalisiert, dass sie sich den Umzug an einen neuen, stadtnahen Standort vorstellen könne.

Klimaschutz bleibt wichtig

Die Überlegungen, den Klimapark in seiner jetzigen Form aufzugeben, ändern nichts daran, dass Rietberg als »Masterplan-Kommune 100 Prozent Klimaschutz« weiterhin den Klimaschutz vorantreibe. »Mit unserer Klimaschutzmanagerin Svenja Schröder und ihren Vorgängerinnen haben wir in den vergangenen Jahren bereits etliche Projekte auf den Weg gebracht und tun das auch weiterhin, zum Beispiel mit einem Konzept für Klimaanpassungsmaßnahmen«, sagt Andreas Sunder.

Angebot ist überholt

Dass die Zeit des Klimaparks demnächst abläuft, ist für Bürgermeister Andreas Sunder ein Zeichen von Weiterentwicklung: »Der Park war ein tolles und vielfach beachtetes Projekt. Dort ist von meinem Vorgänger André Kuper Pionierarbeit für den Klimaschutz vor Ort geleistet worden. Jetzt hat sich das Angebot überholt, da ist es für mich selbstverständlich, noch einmal ganz neu zu denken.« Als Aufsichtsratsvorsitzender der Gartenschaupark GmbH hat Sunder den Aufsichtsrat in der jüngsten Sitzung über die Schließungspläne informiert.

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