Fr., 02.08.2019

Betrieb wird fortgeführt – Belegschaft will bei der Sanierung helfen Kuper stellt Insolvenzantrag

Das Maschinenbauunternehmen Heinrich Kuper aus Rietberg musste einen Insolvenzantrag stellen.

Das Maschinenbauunternehmen Heinrich Kuper aus Rietberg musste einen Insolvenzantrag stellen. Foto: Stefan Lind

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Die Firma Heinrich Kuper GmbH & Co. KG aus Rietberg hat einen Insolvenzantrag gestellt. Vorläufiger Insolvenzverwalter wird laut Beschluss des Amtsgerichts Bielefeld vom 1. August der Fachanwalt für Insolvenzrecht Dr. Hendrik Heerma aus Hamburg.

Kräftiges Wachstum, beim Umsatz ebenso wie bei den Beschäftigtenzahlen, das hatte Dr. Jürgen Kürlemann, Geschäftsführer der Firma Heinrich Kuper in Rietberg, noch im Mai 2017 im Rahmen eines Pressegesprächs angekündigt. Doch vielen guten Nachrichten aus dem Unternehmen folgt jetzt eine schlechte: Anfang des Monats musste der Insolvenzantrag gestellt werden.

Insolvenzverwalter Dr. Hendrik Heerma hat nach eigenen Angaben unmittelbar die Belegschaft – Kuper beschäftigt in Rietberg und in drei deutschen Zweigniederlassungen rund 250 Mitarbeiter – im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über den Verfahrensablauf unterrichtet. Die Belegschaft habe signalisiert, zu der Sanierung des Unternehmens nach Kräften beitragen zu wollen.

Betrieb wird fortgeführt

Dr. Heerma: »Zunächst einmal ist wichtig, dass der Betrieb vollumfänglich fortgeführt wird. Sehr zeitnah werden wir Gläubiger, Insolvenzgericht, Arbeitnehmer, Kunden und Lieferanten über die Fortschritte des Verfahrens informieren.« Heerma von der Sozietät FRH Fink Rinckens Heerma Rechtsanwälte Steuerberater ist in der Möbelindustrie bekannt geworden unter anderem durch sein Engagement für Wohnmöbel Schieder.

»Der Insolvenzantrag ist uns mit Blick auf die lange Tradition unseres Hauses schwergefallen«, sagte Geschäftsführer Dr. Jürgen Kürlemann. »Wir sind jedoch zuversichtlich, das Unternehmen gemeinsam mit der Belegschaft zukunftsfähig aufstellen zu können.« Zuletzt war die Firma im Dezember 2013 in die Schlagzeilen geraten. Damals musste sie 109 Mitarbeiter entlassen. Kürlemann, seit Mitte 2015 dabei, versprach damals, die Turbulenzen früherer Jahre seien überwunden. Er kündigte unter anderem eine Offensive für den Verkauf der Neuentwicklungen in den USA und Kanada an.

Allerdings ist der Maschinenbau mittlerweile bundesweit in eine Krise geraten. Die befürchtete konjunkturelle Abkühlung sei immer stärker spürbar, heißt es im aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC für das zweite Quartal 2019.

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