Do., 15.08.2019

Betriebsversammlung bei Kuper: Vorläufiger Insolvenzverwalter sucht einen Investor Jobs stehen auf dem Prüfstand

Nach dem Insolvenzantrag steht die Firma Kuper in Rietberg vor einer unsicheren Zukunft.

Nach dem Insolvenzantrag steht die Firma Kuper in Rietberg vor einer unsicheren Zukunft. Foto: Stefan Lind

Rietberg (WB/mdel). Mitarbeiter der Heinrich Kuper GmbH & Co. KG müssen möglicherweise mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze rechnen. Dies ist der Belegschaft am Dienstag mitgeteilt worden.

Der vorläufige Insolvenzverwalter des in finanzielle Schieflage geratenen Herstellers von Anlagen und Maschinen zur Bearbeitung von Furnieren und Massivhölzern sowie Verpackungsmaschinen informierte die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung. Dr. Hendrik Heerma vom Unternehmen FRH Fink Rinckens Heerma sprach laut eigenen Angaben von einem bevorstehenden Umbau des Unternehmens. Dies lasse sich in der aktuellen Situation nicht vermeiden.

Der Umsatz des Unternehmens entspreche nicht den Erwartungen. »Deshalb werden wir um einen Umbau des Unternehmens nicht herumkommen«, sagte Dr. Hendrik Heerma. Ob dies ohne Verlust von Arbeitsplätzen geschehen könne, wolle er nicht versprechen.

Neues Raumkonzept wird benötigt

Seit dem 1. August stehe Kuper unter dem Schutz des Insolvenzrechts. »Dies eröffnet uns ein Zeitfenster, um Kuper neu auszurichten und einen Investor zu finden«, erläuterte Dr. Heerma. Zwar könne er heute noch nicht seriös sagen, wohin die »Reise gehen« würde; dazu bedürfe es eines strategischen Konzepts, das auf einer sauberen Analyse basieren müsse. »Unsere Hausaufgaben bestehen auch darin, zu definieren, mit welchen Mitarbeitern wir zukünftig marktfähige Produkte und Dienstleistungen anbieten können und diejenigen Geschäftsbereiche zu identifizieren, die zur beabsichtigten Fortführung des Unternehmens beitragen können«, sagte Dr. Heerma.

Knackpunkte seien allerdings bereits auf den ersten Blick ersichtlich. Dringend erforderlich sei beispielsweise ein neues Raumkonzept. »Wie die ›neue Kuper‹ aussehen wird, müssen wir gemeinsam erarbeiten. Da stehen wir als Insolvenzverwaltung naturgemäß erst am Anfang«, sagte Dr. Heerma, der über detaillierte Kenntnisse der Möbelindustrie und des Maschinenbaus verfügt und als erfahrener Restrukturierungsexperte gilt. Deshalb habe sich der Gläubigerausschuss einstimmig für ihn als Insolvenzverwalter ausgesprochen.

Löhne sind zunächst gesichert

Thomas Grenzheuser, Vorsitzender des Betriebsrats von Kuper und zugleich Mitglied im Gläubigerausschuss, freut sich auf die Zusammenarbeit. »Mit Dr. Heerma haben wir einen ›Dirigenten‹ gefunden, mit dem wir vertrauensvoll zusammenarbeiten und die Betriebsfortführung angehen werden.«

Die Mitarbeiter von Kuper hörten auf der Betriebsversammlung auch gute Nachrichten. Die Löhne seien zunächst gemeinsam mit der Agentur für Arbeit gesichert. Und auch sonst laufe der Betrieb normal weiter.

An der Betriebsversammlung nahmen auch Mitarbeiter der Kuper-Zweigstellen in Freiburg, Korbußen und Berlin sowie Hans-Werner Heißmann-Gladow als Vertreter der Gewerkschaft IG Metall teil.

 

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