So., 01.09.2019

Mit geschätzt 20.000 Besuchern riesiger Andrang beim Tag der Landwirtschaft im Kreis Vielfalt ist Trumpf in Tatenhausen

Kuh Lotta begrüßt fröhlich einige der prominenten Gäste und Organisatoren des Tages des Landwirtschaft in Tatenhausen.

Kuh Lotta begrüßt fröhlich einige der prominenten Gäste und Organisatoren des Tages des Landwirtschaft in Tatenhausen.

Von Stefan Küppers und Malte Krammenschneider

Halle-Tatenhausen (WB). Was für ein Ansturm. Der Tag der Landwirtschaft hat am Sonntag die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Mit 10.000 Gästen war gerechnet worden. Am Ende dürften es wohl doppelt so viele gewesen sein, die aus allen Teilen des Kreisgebietes und darüber hinaus die alle vier Jahre stattfindende Veranstaltung in Halle-Tatenhausen besucht haben.

Vielfalt war Trumpf in Tatenhausen. Und so war es unmöglich, dass Besucher an diesem Tag kein Thema von Interesse hätten finden können. Dieser Tag der Landwirtschaft hat keineswegs nur Tiere und Traktoren in den Mittelpunkt gestellt. Vielmehr ist die ganze Bandbreite der Wirtschaft auf dem Lande dargestellt worden und auch deren Bezüge untereinander. Was bedeutet: Hat der eine Wirtschaftszweig Schnupfen, kann der andere schnell Fieber bekommen. Oder positiv ausgedrückt, wie es der Schirmherr der Veranstaltung, Karl Werring als Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, in seiner Rede bemerkte: Die grüne Sparte im Kreis Gütersloh, die eine enge Verzahnung mit dem verarbeitenden Gewerbe hat, ist ein dickes Pfund, mit dem sich wuchern lässt.

Veterinäre im Kreis stellen ihre wichtige Arbeit vor

Der Tag der Landwirtschaft war zum einen als Begegnung zwischen Bauern und Menschen aus dem eher städtischen Lebensbereich organisiert worden. Zum anderen war es wieder mal ein riesiger Treffpunkt der großen landwirtschaftlichen Familie im Kreis, für die etwa 1400 Betriebe und knapp 50.000 Hektar Fläche stehen. Erstmals beteiligte sich die starke Sparte der Tierärzte im Kreis. Sie informierten beispielsweise darüber, wie sie als Veterinäre die Gesundheit in Ställen verbessern, auch mit tierschonenderen Methoden. Aber es kamen auch Sorgen zur Sprache wie die Gefahr durch ein Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest. Da reicht schon ein Befall in Wildschweinbeständen aus, um ein Importverbot für Schweine im Kreis auszulösen, was eine »Katastrophe« wäre. wie Kammer-Geschäftsführer Ulrich Bultmann bemerkte. Umso wichtiger ist es, dass Jäger die Wildschwein-Bestände kurz halten. Auch dies ein Beispiel fürs gegenseitig aufeinander angewiesen sein.

Die vielen Besucher jedenfalls fanden eine Vielzahl an Unterhaltungs. und Informationsmöglichkeiten. In den liebevoll gestalteten Ständen des Bauernmarktes lockte ein vielfältiges Angebot, das keine Wünsche offen ließ. Und die Landfrauen hatten nicht weniger als 280 Torten für den großen Ansturm vorbereitet.

Der begehrte Titel »Miss Tatenhausen« geht an eine Kuh aus Rheda-Wiedenbrück

Der Nachwuchs konnte sich beim Pedal-Car-Rennen austoben, Tiere streicheln oder das Maislabyrinth meistern, bei dem zur Belohnung eine Fahrt mit dem Hubsteiger winkte. »Toll, was hier alles geboten wird. Ich habe die Kids heute mitgenommen um ihnen zu zeigen, was Landwirtschaft eigentlich bedeutet«, sagte Claus Löhr, der extra aus Osnabrück mit seinen Töchtern angereist war.

Wie so viele Besucher wendete er sich auch dem Treiben auf dem Tierschau-Gelände zu, denn hier bahnte sich die Entscheidung bei der wichtigen Wahl zur »Miss Tatenhausen« an. Ein Titel, den letztlich die Kuh »Luzerne« verliehen bekam. »Das ist unsere erste Auszeichnung«, sagte Besitzer Franz-Josef Aussel aus Rheda Wiedenbrück. »Eine vorbildliche Kuh mit einer guten Harmonie und schönem Exterieur«, sagte Richter Jonas Evers, der betonte, bei der Kreisschau insgesamt »tolle Tiere« gesehen zu haben.

Anschließend übernahmen die Schäfer das Kommando, die mit ihren Hütehunden zeigten, wie sie Schafherden zusammentreiben. Eine eindrucksvolle Show, die mit großem Applaus belohnt wurde.

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